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Neuer Schrein in Fukushima soll zerstörte Heiligtümer ersetzen

Der Plan, einen neuen Schrein in der Präfektur Fukushima zu bauen, besteht schon seit einiger Zeit. Dieser soll als Ersatz für viele andere dienen, die beim Tsunami und der anschließenden atomaren Katastrophe 2011 zerstört wurden. Jetzt gaben die lokalen Behörden den Startschuss für die Planungsphase.

Die Ortsgruppe der Vereinigung der Shinto-Heiligtümer erklärte, dass bis Ende März 2021 ein neues Heiligtum auf dem Gelände des vom Tsunami betroffenen Hachiman-Schreins geplant ist.

Der neue Schrein wird sich in der Stadt Futaba befinden. Die Stadt liegt nicht allzu weit vom havarierten Kernkraftwerk Fukushima Daiichi entfernt. Allerdings ist die Strahlenbelastung im Gebiet des Neubaus relativ niedrig.

Mindestens 30 Schreine in der Präfektur Fukushima wurden bei der Katastrophe schwer beschädigt, 44 weitere liegen in einem Gebiet, zu dem der Zugang wegen zu hoher Strahlenbelastung kaum möglich ist. Jeder Vertreter der 74 betroffenen Schreine darf selbst entscheiden, ob er sich dem Neubau-Projekt anschließt.

Die Association of Shinto Shrines mit Sitz in Tokyo erklärte, dass das Projekt in Fukushima das erste seiner Art sei. Bisher wurden keine neuen Schreine gebaut, wenn die vorherigen Gebäude durch eine Katastrophe zerstört wurden. Man versuchte, die ursprünglichen Heiligtümer wiederaufzubauen.

Die neue Bewegung, bei der verschiedene Götter in einem gemeinsamen Schrein verehrt werden, soll auch dazu beitragen, die traditionellen darstellenden Künste und Feiern der einzelnen Häuser zu bewahren. Auf diese Weise bleiben die Schreine weiterhin mit den Menschen in der Region verbunden und sie helfen betroffenen Menschen bei der Trauerbewältigung.

Neubau oder Erhalt der alten Heiligtümer?

Neubau-Schrein in Fukushima
Bild: Kyodo

Alle Bewohner von Futaba leben nach der Atomkrise, die als eine der schlimmsten der Welt gilt, weiterhin außerhalb der Stadt. Der Hachiman-Schrein befand sich ursprünglich in der Küsten-Präfektur Nakano. Er wurde als Standort des neuen Heiligtums ausgewählt, weil dort die Strahlung nur sehr gering ausfällt. In unmittelbarer Nähe befindet sich außerdem ein geplanter Gedenkpark, den die Präfektur Fukushima ebenfalls plant.

Die Stadt Futaba hofft, dass der Evakuierungsbefehl für Nakano und einige benachbarte Gebiete im Frühjahr 2020 wieder aufgehoben wird. Ein Umkreis von 20 Kilometern rund um das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi wurde direkt nach der Katastrophe als Sperrzone ausgewiesen. Darin befinden sich insgesamt 240 Schreine.

Viele Schreine haben nach der Katastrophe ihre Gemeinde verloren, weil die Mitglieder sie nicht mehr erreichen können. Viele kämpfen um staatliche Hilfe für den Wiederaufbau. Da es in Japan, wie auch bei uns, eine Trennung zwischen Religion und Staat gibt, sind diese Hilfen allerdings unwahrscheinlich.

Ihre missliche Lage veranlasste die Heiligtümer, Konsolidierungspläne zu entwickeln. Die Hohepriester entschieden im Juni 2018, diese Projekte weiterzuführen. Während einige Mitglieder der Gemeinden ihre Trauer über die Entscheidung eines gemeinsamen Neubaus zum Ausdruck brachten, sehen einige Hohepriester die Situation realistischer. Hirohisa Takakura, der 57-jährige Hohepriester des Hachiman-Schreins, geht davon aus, dass viele Schreine schwer beschädigt sind und kaum wiederaufgebaut werden können.

Takakura macht nun zweimal im Monat eine 90-minütige Reise von seiner aktuellen Residenz zum Schrein-Gelände, um es zu reinigen und in Ordnung zu halten. Er erinnert sich immer noch gern daran, wie die Menschen vor der Katastrophe den Schrein besuchten, um zum Beispiel das traditionelle Bon-Tanz-Fest zu feiern. Der Hohepriester ist aber auch der Meinung, dass ein Neubau die einzige Möglichkeit ist, vorwärtszukommen.

Quelle: Kyodo

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