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Okayama Lepra-Sanatorien sollen zum nationalen Kulturgut werden

Japan kümmert sich gut um seine Kulturgüter und versucht, sie zu schützen. Deswegen gibt es jährlich immer wieder neue Orte, die den Titel erhalten. Gleich zehn neue Einrichtungen sollen auf die Liste. Zu neuen Touristenzielen werden sie vermutlich jedoch nicht, denn es handelt sich um Gebäude von zwei Lepra-Sanatorien in der Präfektur Okayama.

Es ist das erste Mal laut der Agency for Cultural Affairs, dass zwei der 13 nationalen Sanatorien den Titel erhalten. Diesen Monat reichten sie die Orte als Vorschlag für die Liste bei dem Minister für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie ein. Sie müssen den Vorschlag nur noch genehmigen, dann stehen sie offiziell auf der Liste.

Unterschiedliche Gebäude sollen aufgenommen werden

Bei den beiden handelt es sich einmal um das National Sanatorium Nagashima-Aiseien und das National Sanatorium Oku-Komyoen. Sie befinden sich auf der Insel Nagashima in der Stadt Setouchi. Nagashima-Aiseien war 1930 die erste nationale Station für die Krankheit in Japan. Sie ist immer noch im Einsatz.

Fünf Gebäude sollen auf die Liste, in denen die Isolationsanlage, ein Verwaltungsbüro, ein Bad, eine Waschküche und die Wohnung des Direktors vorhanden sind. Das Sanatorium Oku-Komyoen entstand 1938. Die fünf vorgeschlagenen Einrichtungen entstammen ebenfalls aus den 30ern und 40ern. Es handelt sich dabei um die Onshi Kaikan-Versammlungshalle, die ehemalige Mokake-Grundschule, die Junior High School, die Warentransportrampe und den Semizo Pier.

Die Einrichtungen sollen an das Leid der Kranken erinnern

Beide Sanatorien sollen laut Agentur an das Leiden und die Ausgrenzung der Erkrankten erinnern. Obwohl Japan lange über ausreichend Behandlungsmöglichkeiten verfügte, lebten Patienten bis 1996 komplett von der Gesellschaft isoliert. Seit 1931 galt das Gesetz zur Lepra-Prävention, das Kranke nur ein Leben in speziellen Sanatorien erlaubte. Erst wenn sie als geheilt galten, durften sie die Einrichtungen verlassen.

Viele blieben jedoch aufgrund ihrer Narben und der gesellschaftlichen Ächtung, die ihnen drohte. Erst 2001 erfuhren die Erkrankten Gerechtigkeit, als das Vorgehen als rechtswidrig erklärt wurde und die Regierung mit Entschädigungszahlungen begann. Aufgrund der jahrzehntelangen Isolierung und Verschleierung wissen nur wenige von dem Schicksal der Menschen. Eine Ernennung der Sanatorien als nationales Kulturgut könnte das ändern.

Quelle: Mainichi Shimbun

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