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Onsen-Betreiber diskutieren den Umgang mit tätowierten Gästen vor der Rugby-Weltmeisterschaft

Sogar offizielle Stellen warnen vor Onsen-Besuch mit offen getragenen Tattoos

In Japan beginnt im September die Rugby-Weltmeisterschaft, zu der rund 400.000 Besucher aus Übersee erwartet werden. Für Onsen und ähnliche Resorts überall im Land wird die Frage immer aktueller, wie man mit tätowierten Kunden umgehen soll.

Laut einer Umfrage der Japan Tourism Agency aus dem Jahr 2015 verweigerten rund 60 Prozent der Onsen oder ähnlichen Einrichtungen Personen mit Tattoos den Zutritt. Viele Betreiber stellten dadurch eine Verbindung zur kriminellen Yakuza oder anderen als asozial verschrienen Gruppen her. Deswegen waren tätowierte Gäste bisher tabu.

Offizielle Stellen warnen vor Tattoos in Onsen

Im September 2018 wies die World Rugby, der Dachverband der Rugby Union, Athleten und Sponsoren an, beim Besuch eines Fitnessstudios oder Pools in Japan, Tattoos zu überdecken. Ansonsten würden sie Gefahr laufen, mit diesen Banden in Verbindung gebracht zu werden.

Der Tourismusverband von Hokkaido erklärte, dass man die Entscheidung, ob tätowierte Besucher Zutritt zu den Onsen erhalten, den einzelnen Hot-Spring-Einrichtungen überlassen möchte. Einige Lokationen liegen in unmittelbarer Nähe der Hauptstadt Sapporo, in der zwei Vorrundenspiele der Rugby-Weltmeisterschaft ausgetragen werden.

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Ein Beamter des Tourismusverbandes erklärte, dass es Kunden gäbe, die die Vorstellung zusammen mit einem tätowierten Menschen zu baden, befremdlich finden. Deswegen sei es für die Hot-Spring-Resorts schwierig, ihre Gäste dazu zu zwingen. Auch Onsen in anderen Präfekturen fahren im Zusammenhang mit der Rugby-Weltmeisterschaft eine ähnliche Schiene und wollen den einzelnen Häusern die Entscheidung selbst überlassen.

Im Hinblick auf die Olympischen Spiele setzt ein Umdenken ein

Allerdings wächst in Zusammenhang mit den bevorstehenden olympischen Spielen, die 2020 in Tokyo stattfinden, die Notwendigkeit das Thema tätowierte Besucher zu diskutieren. Die Präfektur Oita, in der während der Rugby-Weltmeisterschaft fünf Spiele ausgetragen werden, ist hingegen begeistert davon, tätowierte Gäste in ihren Onsen willkommen zu heißen.

Sapporo Rugby
Bild: Stadt Sapporo

Die Präfektur, in der so bekannte Onsen-Städten wie Beppu und Yufuin liegen, stellte eine englischsprachige Webseite online, auf der sie die Besucher über die richtige Etikette beim Besuch eines Onsen informiert. Die Seite liefert auch eine Karte, auf der 95 Hot Spring Resorts und Onsen angezeigt werden, in denen Tattoos keine Probleme darstellen.

Ein Verantwortlicher des Verbandes hinter der Seite erklärte, dass es viele Japaner gibt, die Tätowierungen mögen und deswegen nicht wollen, dass Ausländer anders behandelt werden, nur weil sie tätowiert sind. Man hoffe, durch die Rugby-Weltmeisterschaft diese Toleranz und das gegenseitige Verständnis noch weiter zu verbessern.

Die Hoshino Resorts, die überall in Japan Ryokan (japanische Gasthäuser) betreiben, haben einen anderen Ansatz gewählt. In vielen Häusern will man Aufkleber verteilen, mit denen Gäste kleine Tattoos überdecken können.

Sollte Japan das Tattoo-Verbot in Onsen lockern?

Quelle: Kyodo

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