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HomeNachrichten aus JapanKulturOriginal Kanji-Wettbewerb sucht wieder neue Schriftzeichen

Jeder erhält die Gelegenheit die japanische Sprache zu bereichern

Original Kanji-Wettbewerb sucht wieder neue Schriftzeichen

Die meisten Japaner brauchen in ihrem Alltag nur ein paar Tausend Kanji, etwa 6.000 Schriftzeichen sind schon gehobener Standard. Allerdings ist auch das nur ein Bruchteil von Zeichen, die es in der japanischen Schrift insgesamt gibt.

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Das Buch „Dai Kan-Wa Jiten“ von Tetsuji Morohashi reizt das Repertoire an verwendbaren Schriftzeichen ziemlich aus, immerhin verwendet der Autor über 50.000 Kanji für sein Werk. Würde man die Schriftzeichen aller Werke Japans zusammenzählen, würde man sogar auf insgesamt über 100.000 Zeichen kommen.

Sōsaku Kanji

Trotz dieser großen Masse an Kanji haben die Japaner immer noch große Freude daran, ihre Schrift-Sprache zu erweitern. Auf diese Weise bleibt Japanisch eine lebendige Sprache, die sich kontinuierlich weiterentwickelt. Obwohl es nicht alle Schriftzeichen ins offizielle Wörterbuch schaffen, können neue Zeichen auf ihre eigene Art und Weise einen Einfluss auf das Land haben. Einige Schriftzeichen haben sogar eine Art Mode-Effekt und werden später zu einem Spiegel ihrer Zeit.

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Diese Sōsaku Kanji können auf verschiedene Weise entstehen. Der Kalligraf Monyaizumi zum Beispiel entwarf extra Zeichen für Gundam oder Bubbletea. Wieder andere Menschen nutzen bestehende Katakana-Zeichen, um daraus neue Kanji zu entwickeln. Auch die Kombination bestehender Zeichen führt immer wieder zu außergewöhnlichen Ergebnissen.

Das offizielle Schriftzeichen für Meeresverschmutzung zum Beispiel ist eine Mischung der Letter für Ozean und schmutzig, das zu einem Zeichen vereinigt wurde. Diese Idee stammt von einer damals 13-jährigen Schülerin aus Hiroshima, die mit diesem japanischen Zeichen den Hauptpreis beim Original Kanji-Wettbewerb gewann.

Kanji für Meeresverschmutzung
Meeresverschmutzung auf JapanischBild: Sōsaku Kanji Kontesuto

Jeder darf neue Schriftzeichen einreichen

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Jetzt sind wieder alle Japaner aufgerufen, sich neue Schriftzeichen zu überlegen. Der 11. Sōsaku Kanji Kontesuto findet erneut in Zusammenarbeit zwischen der Zeitung Sankei Shimbun und dem Shirakawa Shizuka Institute of East Asian Characters and Culture an der Ritsumeikan Universität statt.

Über die Webseite des Contest können die bisherigen Gewinner-Beiträge früherer Wettbewerbe angesehen werden. Nach offiziellen Angaben der Veranstalter können auch ausländische Staatsangehörige und Personen, die außerhalb Japans leben, teilnehmen. Der Hauptgewinn hat einen Wert von 50.000 Yen (415 Euro).

Beiträge können bis zum 11. September 2020 eingereicht werden. Die Veranstalter des Wettbewerbs suchen ein neues Zeichen, das die japanische Sprache um ein außergewöhnliches Schriftzeichen erweitert, das seine Zeit widerspiegeln sollte. Gleichzeitig hat das Zeichen die Chance, vielleicht auch noch in 100 Jahren in Erinnerung zu bleiben.

Über die offizielle Webseite des Sōsaku Kanji Kontesuto können alle Einzelheiten zum Wettbewerb abgerufen werden. Auch eine vollständige Liste der Auszeichnungen und Preise sind dort einsehbar.

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