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Othello-Theaterstück weist auf die Diskriminierung der Ainu hin

Shakespeares Geschichte ist aktueller denn je

Eine Bühnen-Adaption des Shakespeare-Klassikers Othello wird im August in London aufgeführt, allerdings mit einem besonderen japanischen Schwerpunkt.

Diese Othello-Version spielt in den Tagen des feudalen Japans und die Titelfigur verwandelt sich in einen Ainu, der sich mit Rassismus und Diskriminierung herumschlagen muss. All diese Themen kommen in dem ursprünglich 1603 geschriebenen Stück ebenfalls vor und sind für die Ainu heute aktueller denn je.

Othellos Frau Desdemona wird zu einer „Wajin“, einer Japanerin und Tochter eines Samurai. Sie entstammt der Sendai-Domäne, die den Nordosten der Hauptinsel Hokkaido kontrolliert. Die Produktion der Shakespeare Company Japan trägt den Titel Ainu Othello. Das Stück wird am 7. und 10. August auf Japanisch im Tara Theater im Südwesten Londons aufgeführt.

Das ursprüngliche Stück erzählt die Geschichte eines dunkelhäutigen maurischen Generals im Dienste der Stadt Venedig. Dieser wird von seinem hinterhältigen Untergebenen betrogen und glaubt ihm, dass seine Frau eine Affäre hat. Am Ende tötet er aus Eifersucht seine Gemahlin.

Das Drehbuch schrieb Kazumi Shimaddate, ein 63-jähriger Professor der Tohoku Gakuin Universität, der die Gruppe aus Sendai auch leitet.

Ainu Othello tourte bereits durch Japan, jetzt kommt London

Das erste Mal wurde das Stück im Januar 2018 im Miyagi, der Präfektur-Hauptstadt Sendais aufgerührt. Anschließend folgten Aufführungen in Tokyo und Sapporo. Der britische Art Direktor Jatinder Verma sah Ainu Othello in Sapporo und lud das Ensemble nach London ein.

Ainu Othello auf Hokkaido
Bild: Shakespeare Company Japan

Das Tara Theater in London ist ein Veranstaltungsort für eine Vielzahl darstellender Künste aus aller Welt. Die Othello-Adaption lege einen starken Fokus auf die Diskriminierung der Ainu in Japan, deswegen sie sich für eine Aufführung in London sehr gut eigne. Das Stück wird deswegen auch auf Japanisch aufgeführt, wobei es natürlich eine englische Übersetzung geben wird.

Die Sendai-Truppe wurde 1993 von Shimodate gegründet, um lokale Akzente zu setzen. Das Unternehmen brachte bereits eine Reihe von Shakespeare-Aufführungen auf die Bühne, um neue Perspektiven im und fürs Theater zu setzen. So versetzte das Ensemble den Mitternachstraum in die Matsushima-Bucht vor Miyagi oder ließ Macbeth in der Heian-Zeit in der Präfektur Aomori, auf dem Berg Osorezan, spielen.

Bei der Planung von Ainu Othello bemerkte Shimodate, welche große Rolle Diskriminierung in der ursprünglichen Geschichte spielte. Deswegen sei die Geschichte perfekt geeignet, auf die Unterdrückung der Ainu hinzuweisen.

Während Shimodate Informationen für sein Stück sammelte, lernte er Debo Akibe kennen, den Geschäftsführer der Akan Ainu Craft Cooperative Association. Akibe, der selbst Regisseur ist, bemerkte schon lange, dass es in der Gesellschaft immer noch Tabu ist, über die Diskriminierung der Ainu zu sprechen. Deswegen gestaltet er Ainu Othello aktiv mit.

Lebendige Darstellung der Unterdrückung der Ainu

Ainu Othello enthält anschauliche Darstellungen der Diskriminierung des Ainu-Volkes, darunter eine Szene, in der eine Japanerin einen Ainu als „Dojin“, eine abfällige Bezeichnung indigener Völker in Japan bezeichnet. Durch diese Passagen wirken den Szenen lebendiger und lebensnaher, so Shimodate.

Der Regisseur nutzte auch traditionelle Gegenstände und Kostüme, um seinen Othello möglichst lebensnah zu gestalten. Eine Ainu-Tanzgruppe ist ebenfalls Teil der Aufführung und bringt einen weiteren wichtigen Teil der Kultur mit in das Stück. Über die offizielle Webseite des Tara Theaters können bereits erste Plätze für den Ainu Othello reserviert werden.

Quelle: AS

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