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Home News Kultur Renommierte Künstlerin Toko Shinoda verstirbt mit 107 Jahren

Meisterin der traditionellen Kalligrafie und des Expressionismus

Renommierte Künstlerin Toko Shinoda verstirbt mit 107 Jahren

Die international bekannte Künstlerin Toko Shinoda ist am 1. März im Alter von 107 Jahren an natürlichen Umständen verstorben. Die Beerdigung fand im kleinen Kreis mit Familienmitgliedern statt.

Zu Lebzeiten beschäftigte sich Shinoda mit der Kunst der traditionellen japanischen Kalligrafie und vereinte diese seit der Nachkriegszeit mit abstraktem westlichen Expressionismus.

Toko Shinoda in Museen weltweit ausgestellt

Über die Jahre wurden Toko Shinodas Werke in den bekanntesten Museen der Welt ausgestellt. Sie bezeichnete sich selbst als Künstlerin, statt als Malerin, da sie sich nicht durch eine bestimmte Kunstrichtung klassifizieren lassen wollte.

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Auch im hohen Alter bewahrte sie diese Lebenseinstellung und vertrat entschieden ihre Meinung, wodurch sie viele Bewunderer gewann. Sie gab dazu an, dass sie niemals etwas zeichnen möchte, was sie nicht will und dass sie nicht weiß, wie ein Mensch perfekt sein kann.

Unter dem Namen Masuko wurde Shinoda im Jahr 1913 in Dalian geboren, was ehemals der Mandschurei angehörte und heute in Teilen Chinas, Russlands und der Mongolei liegt. Sie war das fünfte Kind von sieben Geschwistern und ihr Vater war Bauer einer Tabakplantage in Dalian.

Bereits frühe Ausbildung in traditioneller Kalligrafie

Sie blieb nicht lange in ihrer Geburtsstadt und kehrte noch vor ihrem zweiten Lebensjahr nach Japan zurück. Bereits im jungen Alter wurde sie durch Familienangehörige in der Kunst der Kalligrafie und der Tusch-Pinsel-Malerei ausgebildet. Sie lernte vorrangig alleine, bis sie auf eine Mädchenschule ging und ab 1950 Mitglied einer Kalligraphie-Akademie wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Shinodas Stil abstrakter und sie fand als eine der ersten japanischen Künstlerinnen dieses Stils weltweite Anerkennung.

Im Jahre 1956 reiste sie in die Vereinigten Staaten, wo die expressionistische Malerei ihren Höhepunkt hatte. Sie wohnte Ausstellungen im ganzen Land bei, die ihre Werke präsentierten und erhielt viel Lob.

Nach einem zweijährigen Aufenthalt kehrte Shinoda nach Japan zurück, da das trockene Klima für die Tuschemalerei nicht geeignet war.

Eigene Galerie in Seki

Ab 2000 eröffnete sie eigene Galerien in verschiedenen japanischen Städten. In Seki befindet sich der Tokyo Shinoda Art Space, ein Museum, das ihren Werken gewidmet ist.

Gegenwärtig sind einige Kunstwerke unter anderem im British Museum in London, im Kyoto International Conference Center, sowie im Zojoji-Tempel in Tokyo ausgestellt. Weiterhin verfasste Shinoda viele Schriften, zuletzt wurde das Buch „Was ich herausfand, als ich 103 wurde“ im Jahre 2015 veröffentlicht.

Bis ins hohe Alter übte sie ihre Kunst aus und war an Einzelausstellungen beteiligt. Sie war die Cousine des Filmschaffenden Award-Gewinners Masahiro Shinoda.

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