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Rettet die weltweite Beliebtheit von Matcha Japans Teeindustrie?

Grüner Tee hat in Japan ein Image-Problem

Weltweit steigt die Beliebtheit von Matcha, gemahlener japanischer Grüntee, davon profitieren natürlich die Hersteller in Japan.

In einem traditionellen Teegeschäft, an dem traditionelle Noren hängen, ist der Kundenandrang groß. Allerdings nicht um Matcha zu trinken, sondern um Eis oder Kuchen zu essen.

Matcha beliebt im Ausland

1998 begann die Firma Marushichi Seicha mit der Herstellung von Matcha in einem kleinen Gebäude. Mittlerweile exportiert das Unternehmen über 20 Tonnen Matcha jährlich in die USA, Europa, Afrika und in den Nahen Osten.

„Die Nachfrage nach Matcha wächst weltweit rasant – Eis, Desserts und Kaffee sind sehr gefragt“, so der Geschäftsführer.

Japan exportierte im vergangenen Jahr mehr als 5.000 Tonnen grünen Tee, zehnmal mehr als noch vor zwei Jahrzehnten.

In Japan hingegen sank der Konsum von grünem Tee. Laut Daten der Regierung von 1.174 Gramm pro Haushalt im Jahr 2001 auf 844 Gramm 2015. Experten glauben, dass der Rückgang dadurch zustande kommt, weil es im Land einen Trend zu westlicher Ernährung gibt.

Mehr zum Thema:
Grüner Tee – Der Schlüssel zur Kultur Japans

Grüner Tee ist in Japan nicht mehr so beliebt

„Die Zahl der Japaner, die regelmäßig Tee trinken, sinkt. Es werden lieber andere Lebensmittel gekauft“, so der Chef von Marushichi Seicha.

Japaner trinken traditionell grünen Tee mit Reis, allerdings ist die Ernährung immer weniger abhängig von Getreide.

Als Marushichi Seicha den Wandel merkte, begann die Firma vor neun Jahren mit der Herstellung von Speiseeis mit Matcha-Geschmack und eröffnete ein Geschäft, in dem Kunden aus sieben verschiedenen Sorten wählen können.

Matcha-Eis
Matcha-Eis hat weltweit viele Fans Bild: Dennys

Das Eis war so beliebt, dass die Firma weitere Geschäfte in Tokyo und Kyoto eröffnete.

Teebauern in Japan setzten auf Matcha

Auch Teebauern springen auf den Zug auf, indem sie vermehrt Tee anpflanzen, der sich für Matcha eignet. Die Blätter bringen mehr Geld als der bekannte Sencha-Tee.

Die Matcha-Blätter werden nach Angaben der japanischen Vereinigung für Teeproduktion für durchschnittlich 3.100 Yen pro Kilo verkauft. Sencha kommt auf 1.400 Yen pro Kilo.

Außerdem werden es immer weniger Teebauern in Japan, da sie immer älter werden und nur selten Nachfolger finden.

Shencha das Tee-Highlight des Jahres
Sencha ist für Liebhaber von japanischem Tee das Highlight des Jahres Bild: TeeGschwendner

Die ersten Teeblätter wurden im frühen neunten Jahrhundert von China nach Japan gebracht und der Tee wurde zu dieser Zeit eher als Medizin benutzt. Matcha entstand im Kyoto des 16. Jahrhunderts, als Teemeister Sen no Rikyu die traditionelle Teezeremonie Chanoyu einführte.

Sencha wurde zwei Jahrhunderte später erfunden und seine Herstellungsmethode verbreitete sich schnell. Auf Sencha entfällt nun die Hälfte der 80.242 Tonnen grünen Tees, die in Japan jährlich produziert werden, gegenüber 3,3 Prozent Matcha. Die Produktion von Teeblättern, die sich für Matcha eigenen, steigt allerdings an.

Japanischer Tee hat ein Image-Problem

Japanischer Tee hat allerdings noch ein anderes Problem: das Image. Denn grüner Tee gilt als Getränk für ältere Menschen. Bei jüngeren Menschen in Japan ist Kaffee sehr beliebt.

Einige Teestuben versuchen daher grünen Tee zu modernisieren, um jüngere Kunden anzuziehen. Mit Eis, Kuchen oder aber auch Matcha-Latte wird versucht, das verstaubte Image abzulegen.

Japan Matcha Latte Art Competition 2019
Eine leckere Tasse Matcha Bild: Japan Matcha Latte Art Competition 2019

Doch trotz dieser Anstrengungen glauben Experten, dass der japanische Tee weiter zurückfallen wird.

Die Tatsache, dass japanischer Tee, insbesondere Matcha, zur japanischen Kultur gehört und im Ausland als sehr gesund gilt, hilft den Herstellern allerdings. Der Trend zu einer gesünderen Lebensweise lässt den Export von Tee aus Japan ansteigen.

Allerdings wird Matcha nicht mehr nur noch in Japan hergestellt, auch andere Länder beteiligen sich an dieser Erfolgswelle. Daher ist es für japanische Hersteller wichtig, den Aspekt „Kultur“ nicht zu vergessen, um Matcha aus Japan weiterhin zu etwas Besonderem zu machen.

Quelle: TJT, MA, AS

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