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Roman über ersten ausländischen Samurai vorgestellt

Die Geschichte über den ersten nicht in Japan geborenen Samurai kommt bald in den Handel. Der Roman greift wichtige Momente der Geschichte auf, die der Mann miterlebte, ohne in den offiziellen Berichten jemals erwähnt zu werden.

Bei dem Helden handelt es sich um einen afrikanischen Bodyguard, der 1579 mit den Jesuiten nach Japan kam und später das Vertrauen des Kriegsherren Oda Nobunaga gewann. Der Wissenschaftler Thomas Lockley, außerordentlicher Professor am Nihon University College of Law in Tokyo und Gastwissenschaftler an der SOAS-Universität in London, verbrachte neun Jahre damit, Beweise für die Geschichte des Samurai zu finden, den man in Japan nur Yasuke nannte.

Im Laufe der Zeit erzählten Filme, Bücher, Anime und Manga die Geschichte des Samurai aus Afrika. Allerdings sind die meisten dieser Geschichten fiktiv und Lockley wollte nach dem Mann hinter diesen Figuren suchen. In Japan wird behauptet, Yasuke sei einer der ihren gewesen, auch wenn die Wertschätzung für das multikulturelle Erbe Japans wächst. Während die Story auf primären Quellen basiert, musste Lockley eine Reihe Annahmen mit einbauen, um eine fertige Story zusammenzubekommen. Selbstverständlich alle durch entsprechende Forschungen unterlegt.

Vom Sklaven zu Nobunagas Leibwächter

Yasuke wurde in den 1550er Jahren im heutigen Südsudan geboren und gehörte zum Stamm der Dinka. Als Kind in die Sklaverei verkauft, landete er in Indien, wo er als Leibwächter des italienischen Jesuiten Alessandro Valignano arbeitete. Dieser ging als Missionar in den fernen Osten und nahm Yasuke mit. 1579 kamen die beiden in Kyushu an und reisten weiter nach Kyoto, wo sie auf Nobunaga trafen. Yasuke sorgte in der Stadt für Aufsehen, weil kein Japaner jemals einen Menschen mit schwarzer Haut gesehen hatten. Der Kriegsherr versuchte sogar die Farbe von seiner Haut zu wischen.

Da Yasuke zu dieser Zeit bereits Japanisch sprach, unterhielt er Nobunaga über Geschichten aus Afrika und Indien. Der Kriegsherr war von seinen Erzählungen und seinem Auftreten sehr angetan. Als der Missionar das Land wieder verließ, „verkaufte“ er seinen Leibwächter an den Feldherren weiter. Dieser ernannte Yasuke später zum Samurai. Damit ist er der erste dokumentierte Samurai, der im Ausland geboren ist und dem trotzdem diese Ehre zuteil wurde.

Yasukes Aufgabe an Nobunagas Hof bestand darin, diesen zu beschützen und seine Gäste mit Geschichten zu unterhalten. Durch sein Auftreten wirkte er außerdem sowohl beeindruckend als auch einschüchternd. Yasuke erhielt ein regelmäßiges Einkommen, eigene Diener und ein eigenes Schwert. Alles hohe Ehren, die nur den privilegiertesten Gefolgsleuten gewährt wurden, so Lockley. Der afrikanische Samurai gehörte zum engsten Kreis des Feldherren und begleitete ihn bei zahlreiche Schlachten gegen andere Clans. 1582 fiel Nobunaga einem Putsch zum Opfer, worauf er rituellen Selbstmord beging. Seinem Sohn vertraute er Yasuke an. Dieser konnte aber nicht verhindern, dass der Sohn seinem Vater folgte und ebenfalls den Seppuku wählte.

Verbleib in seinen letzten Jahren unklar

Das Leben Yasukes nach dieser Zeit war lange ein Geheimnis und Lockley musste historische Detektivarbeit leisten. Yasuke wurde nach einer Schlacht gefangen genommen und wahrscheinlich nach Nagasaki geschickt, um weiterhin mit den Jesuiten zusammenzuarbeiten. Hinweise deuten darauf, dass er dort als Handelsberater arbeitete. Das Buch geht davon aus, dass der afrikanische Samurai sehr wahrscheinlich Nachkommen hatte, die in Japan blieben. Ein 1864 aufgenommenes Foto zeigt einen jungen Samurai, der an einem japanischen Fürstenhof diente und sehr dunkle Haut hatte.

Lockley erklärte sich die große Anziehungskraft der Figur Yasuke damit, dass seine Geschichte eine Mischung aus Romantik und Tragödie darstellt. Es geht um einen Menschen, der aus dem Nichts kam und dann in einem fernen Land zum Helden aufsteigt und hinterher wahrscheinlich wieder alles verliert.

Das Buch African Samurai: The True Story of Yasuke, a Legendary Black Warrior in Feudal Japan von Thomas Lockley und Geoffrey Girard erscheint am 30. April bei Hanover Square Press, bisher allerdings nur in englischer Sprache.

ausländischer Samurai
Bild: Hanover Press / Thomas Lockley & Geoffrey Girard

Quelle: Kyodo

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