Stats

Anzeige
Home News Kultur Saidaiji-Tempel in Nara bricht mit 800 Jahre alten Tradition

Statt große, gibts nun kleine Teeschalen

Saidaiji-Tempel in Nara bricht mit 800 Jahre alten Tradition

Der Saidaiji-Tempel in Nara bricht wegen der Pandemie mit seiner fast 800 Jahre alten Tradition, Matcha während des „Ochamori“ in riesigen Schalen zu servieren.

Traditionell werden bei der Zeremonie Schalen mit einem Durchmesser von 40 Zentimetern den Teilnehmern gereicht. Bei der diesjährigen Zeremonie wird allerdings auf Tee-Schalen mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern zurückgegriffen.

Tee aus großen Schalen im Saidaiji-Tempel

Der Saidaiji-Tempel in Nara ist der Hauptsitz des Shingon-Risshu-Buddhismus und einer der „Nanto shichidaiji“ (sieben große Tempel in Nara). Das Ochamori geht auf die Kamakura-Periode (1185-1333) zurück.

Die Zeremonie entstand, als der Priester Eison damit begann Tee dem Hachimanjinja, dem Schutzschrein des Tempels, als Zeichen der Dankbarkeit für die Wiederherstellung des Saidaiji „opferte“.

LESEN SIE AUCH:  Grüner Tee – Der Schlüssel zur Kultur Japans

Da immer etwas Tee übrig blieb, wurde dieser an die Anwohner verteilt.

Angeblich wurde Tee zu der damaligen Zeit insbesondere als Medizin getrunken und die Menschen haben ihn gemeinsam auf großen Schalen und Fässern zu sich genommen.

In der Edo-Zeit (1603-1867) wurden Teeschalen mit einem Durchmesser von etwa 20 cm verwendet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Ochamori verkleinert, aber in der Nachkriegszeit dank der Mishakoki, einer der drei Senke-Tee-Schulen, wiederbelebt.

Dabei wurden dann große Schalen für die Zeremonie verwendet.

Die Menschen glauben, dass das Teilen des Tees, der in einer einzigen Schale zubereitet wird, zur Verwirklichung des buddhistischen Ideals „ichimi wago“ (den Geist der Menschen vereinen) führt.

Ochamori fiel im vergangenen Jahr wegen der Pandemie aus

Die Ochamori Zeremonie wurde wegen der Pandemie im vergangenen Jahr abgesagt. Im November beschloss der Saidaiji-Tempel die Zeremonie wieder stattfinden zu lassen, nicht zuletzt auf Drängen der Anwohner.

Allerdings wurde die Zeremonie im vergangenen Januar aufgrund eines Anstiegs der COVID-19-Fälle erneut abgesagt.

Trotz der Kritik, dass die Zeremonie ihren ursprünglichen Zweck verliert, wenn der Tee nicht in einer Schale serviert wird, kam der Tempel zu dem Schluss, dass man auf kleinere Schalen ausweicht.

Das Frühlings-Ochamori ist für den 10. und 11. April geplant.

Anzeige
Anzeige