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Silvester in Japans Hiroshima – eine Nacht voller Tradition

Fernab der großen Städte Japans ist das Land bei Nacht ruhig und dunkel – auch zu Silvester. Diese Nacht ist ganz besonders zur Ruhe gedacht, denn anders als in Deutschland, wo Weihnachten das Fest der Besinnung ist, ist es in Japan Silvester. Es ist eine Nacht der Tradition.

Zu diesen Traditionen an und nach Silvester gehört zum Beispiel Hatsuhinode – den ersten Sonnenaufgang des Jahres zu beobachten. Dies tun die Meisten vorzugsweise von einem Ort mit natürlicher Schönheit aus. Viele besteigen dafür einen Berg, von dem aus der Sonnenaufgang noch beeindruckender und schöner aussieht, als einfach aus einem Fenster heraus. Von so weit oben ist es möglich, den Himmel beim Verfärben zu beobachten und die aller ersten Strahlen zu sehen.

In Hiroshima ist einer der Berge Mount Futaba, von dem aus man einen Blick auf den Vorort Ushita hat. Dieser ist, aufgrund seiner nicht allzu großen Beliebtheit, mit etwas Glück sogar beinahe unbesucht. Denn in ganz Japan sind die beliebtesten Aussichtspunkte an diesem Morgen vollgepackt mit Besuchern, die dieser Tradition folgen wollen. Futaba bietet dabei aber selbst mehr als nur besinnliche Ruhe. Den wundervollen Blick über das Seto-Binnenmeer, perfekte natürliche Schönheit und eine silberne Friedenspagode, die von der ganzen Stadt aus zu sehen ist.

Für den perfekten Blick direkt bei Sonnenaufgang geht es natürlich in aller Frühe los. Noch im Dunkeln beginnt der Aufstieg auf den Berg. 100 hölzerne Torii säumen den Pfad, der zur Spitze des Berges führt. Sie bilden ein hübsches orangerotes Band durch die dichten, immergrünen Bäume des Waldes. Nach einiger Zeit wird der Weg schwieriger. Der Pfad verengt sich und führt immer mehr den bewachsenen Hügel hinauf. Oben angekommen gibt es einige Lagerfeuer und einen kleinen Verkaufsstand einer älteren Dame, die grünen Tee und Mochi-Reiskuchen anbietet. Von dem Altar unter der Friedenspagode weht Weihrauchduft über den Aussichtspunkt.

Die beliebte Silvester-Tradition ist ein wunderschönes Spektakel

Die silbernen Lichtstrahlen am Himmel, die schon beim Aufstieg immer mehr wurden, verbreitern und verstärken sich, je weiter die Zeit fortschreitet. Geisterhafte Inseln tauchen im Meer auf wie verzierte Drachen. In der Stadt am Fuß des Berges leuchten die Lampen und Laternen wie bei einem Weihnachtsbaum. Plötzlich ertönen Trommeln und Gesänge. Ein orange gekleideter buddhistischer Priester tritt mit einem Gefolge von fünf Personen zum Aussichtspunkt. Dann taucht die Sonne auf. Innerhalb kurzer Zeit taucht der perfekte rote Ball der Sonne auf. Das Meer verwandelt sich von haifarbigem grau in schimmerndes flüssiges Gold. Die Trommeln und das Wehklagen erreichen einen Höhepunkt. Alle Besucher dort heben die Hände in die Luft und jubeln „Banzai!“, ehe sie fröhlich applaudieren. Die Silvester-Tradition mit dem Risiko, den Sonnenaufgang nicht sehen zu können, glückt meist auf beinahe magische Weise.

Nach diesem kurzen Höhepunkt ist alles vorbei. Innerhalb weniger Minuten ist jeder auf dem Weg nach Hause oder zum Lieblingsschrein. Denn dort steht traditionell ein Besuch zum neuen Jahr an. In ganz Japan machen die Menschen alle das gleiche. Der Meiji-Schrein in Tokyo erhält jedes Jahr etwa 3 Millionen Besucher nur am Neujahrsmorgen. Für diejenigen, die nicht gleich zum nächsten Schrein wollen, bietet Futaba jedoch noch etwas länger eine tolle Aussicht. Die Sonne wärmt den Hügel. Der traumhafte Moment von Grau und Gold ist verblasst. Doch danach folgt der Blick, wie ihn Jean Anoulith in „Antigone“ beschreibt. „Es ist wie eine Postkarte, alles ist pink und grün und gelb.“

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