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Sprachwissenschaftler kämpfen mit niedlicher Idee für den Erhalt der Ryukyu-Dialekte

Diese japanischen Dialekte werden so gut wie nicht mehr gesprochen

In der Präfektur Okinawa war einst das Königreich Ryukyu zu finden, das Ende des 19. Jahrhunderts Teil Japans wurde. Die dort lange Zeit noch gesprochenen Dialekte stellten für die Menschen noch eine Verbindung zu ihrer Vergangenheit her. Heute sind diese aber so gut wie ausgestorben.

Forscher, die sich für den Erhalt dieser besonderen Sprach-Farben einsetzen, planen die Herausgabe einer Reihe Bilderbücher, die die Vielfalt der noch vorhandenen Ryukyu-Dialekte illustrieren. Auf diese Weise hoffen sie, etwas für den Erhalt der Sprache tun zu können.

Forscher setzen sich für Erhalt der Dialekte ein

Masahiro Yamada ist Professor für Linguistik am Nationalen Institut für japanische Sprache und Linguistik in Tachikawa. Er und seine Kollegen trafen sich oftmals mit den Inselbewohnern, um mit ihnen zu reden und die Fertigstellung der Publikation voranzutreiben. Die Forscher sind sich einig, dass die Dialekte bald verschwinden, wenn nichts unternommen wird.

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Die sehr verschiedenen Variationen der Sprache waren seit jeher ein Identifikationsmerkmal für die Menschen auf Okinawa und den nahe gelegenen Amami-Inseln in der Präfektur Kagoshima. Sie sollen sich aus den älteren Sprachen, die vor der Nara-Zeit (710 – 784) gesprochen wurden, herausgebildet haben und sind auf den wichtigsten japanischen Inseln separat entstanden.

Die alten Sprach-Farben werden kaum noch weitergegeben

Heute sprechen allerdings nicht mehr viele Menschen diese Dialekte, sodass die UNESCO bereits 2009 acht lokale japanische Sprachen als gefährdete Weltsprachen auswies. Dazu gehörten allein sechs verschiedene Ryukyu-Dialekte.

Seit 2010 reist Yamada regelmäßig nach Yonagunijima, ganz im Wesen Japans, um sich mit älteren Bewohnern der Insel zu unterhalten und die Grammatik der langsam im Niedergang begriffenen Dialekte zu lernen.

Dabei stellte er fest, dass die älteren Bewohner Schwierigkeiten haben, die Dialekte an die junge Generation weiterzugeben. Der Sprachforscher bemerkte aber auch, dass es auch bei Jugendlichen Tendenzen gibt, die Sprache ihrer Ahnen zu erlernen.

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Nach einem Treffen mit Inselbewohnern beschloss Yamada, einen Bildband zu veröffentlichen, der Kindern vorgelesen werden kann. Auf Grundlage dieser Idee begannen die Forscher, die Dialekte der Inseln Yonagunijima, Taketomijima und Taramajima, die zu Okinawa gehören, und der Insel Okinoerabujima in der Präfektur Kagoshima zu studieren. 2016 begann die Zusammenarbeit, um die Bilderbücher zusammenzustellen.

Die Dialekte auf den Inseln unterscheiden sich deutlich voneinander, sodass es sehr verschiedene Ausdrücke für „Danke“ gibt. Die Bilderbücher basieren auf alten Geschichten und Volksliedern, die von Generation zu Generation überliefert wurden. Die Wissenschaftler haben die Geschichten in den Dialekten ausgeschrieben, in denen sie früher erzählt wurden.

Vier Geschichten in vier Sprachen

Dabei gingen auch der Kleidungsstil und das Design der einzelnen Inseln in die Gestaltung ein, die zur jeweiligen Epoche dort getragen wurden. Die vier illustrierten Werke sollen im Juli 2020 veröffentlicht werden. Es gibt einen Band für jede Insel und den dort gesprochenen Ryukyu-Dialekt. Die dazu gehörenden Erklärungen gibt es in Japanisch und Englisch. Jedes Buch umfasst 30 Seiten und liegt im Format A4 vor.

Bilderbuch von Okinawa Bild: ReadyFor
Die Welt der Sprache im Bild.

Die Forscher planen, 1.000 Exemplare jeder Version in den Druck zu geben. Zur Deckung der Kosten für die Herstellung sollen über eine Online-Crowdfunding-Kampagne durch Spenden Geld gesammelt werden.

AS

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