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Eine 400 Jahre alte Gebetstafel wurde im berühmten Kiyomizudera Tempel entdeckt

In einem der Kiyomizudera Tempel in Kyoto wurde am 9. März eine ca. 400 Jahre alte Gebetstafel gefunden, die in der Hondo-Haupthalle der Weltkulturerbestätte versteckt war.

Bei dem Fund, der in der Halle des Tempels gemacht wurde, handelt es sich um eine große „EmaVotivtafel, die dem Tempel damals vermutlich gewidmet wurde.

Bis heute ist die Gebetstafel in einem guten Zustand

In der Halle des Kiyomizudera Tempels, die als nationales Kulturgut gilt, wurden bis Ende Februar umfangreiche Restaurierungsarbeiten vorgenommen. Nur aufgrund dieses sehr umfangreichen Projektes ist schließlich die Gebetstafel aufgetaucht.

Das Objekt ist ca. 60×80 Zentimeter groß und präsentiert eine Illustration von zwei Männern, die auf jeder Seite ein Pferd führen. „Ein schöner Tag im März, Kanei 10 (1633)“ steht auf der Tafel geschrieben, jedoch ist keine Signatur vorhanden. „Mit ihren Beinhaaren und anderen Details, die in einer kühnen Art und Weise gezeichnet sind, steht die Illustration dem Stil von Kano Yasunobu (1614-1685) der Edo-Kano-Schule nahe“, sagt Shunroku Okudaira, ein emeritierter Professor der Universität Osaka, der sich auf Kunstgeschichte spezialisiert hat.

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Die Hondo-Haupthalle des Tempels wurde durch ein großes Feuer im Jahre 1629 zerstört und vier Jahre später von Tokugawa Iemitsu, dem dritten Shogun des Tokugawa-Shogunats wieder aufgebaut. Laut des Datums auf der Tafel wurde der Tempel neun Monate vor der Fertigstellung des Wiederaufbaus eingeweiht.

„Das Blattgold ist nach wie vor wunderschön, und die Farben sind leuchtend. Auch das Gesicht des Pferdes ist detailliert dargestellt“, sagte Teruhisa Sakai, Kurator des Kiyomizudera Tempels.

Sie wurde anscheinend absichtlich hinter einer größeren Holztafel versteckt

Unter allen verbleibenden Gebetstafeln im Tempel stellt die neu entdeckte Ema-Tafel die drittälteste dar. Die zwei ältesten Stücke der Sammlung sind bereits von der Regierung als wichtige Kulturgüter eingestuft worden.

Sie war hinter einer großen Holztafel an der Südwand der Hondo-Halle platziert, wodurch sie über einen so langen Zeitraum nicht gefunden wurde. Auf dieser ist eine Illustration des Malers Kaiho Yusetsu aus der Edo-Zeit dargestellt, die die Strafexpedition von Sakanoue no Tamuramaro zeigt.

Hinter dieser Holztafel in der Hondo-Haupthalle des Kiyomizudera-Tempels war die Gebetstafel versteckt.
Hinter dieser Holztafel in der Hondo-Haupthalle des Kiyomizudera-Tempels war die Gebetstafel versteckt. Foto: Kenta Sujino, AS

Im Jahr 2008 wurde die Anlage der Kiyomizudera-Tempel renoviert, um die Hondo-Halle und acht von der Regierung als wichtig eingestufte Kulturgüter zu reparieren. Unter anderem wurden auch die Amidado- und Okuno-in-Hallen restauriert. Es war das erste umfangreiche Projekt seit mehreren Hundert Jahren, bei dem jede Ecke der Haupthalle repariert wurde.

Es wird davon ausgegangen, dass der Tempel in der Meiji-Ära (1868-1912) viele Votivtafeln entsorgt hat. „Jemand, der erkannte, dass sie alt und wertvoll war, könnte sie heimlich hinter (der größeren Tafel) aufbewahrt haben“, äußerte sich Sakai.

Durch Renovierungsarbeiten wurden diverse Sachen aufgedeckt

Bei den Renovierungsarbeiten wurden auch andere Dinge festgestellt und gefunden. Ein holzgerahmtes Kalligrafie-Schild an der Ostseite der Hondo-Halle stammte z. B. nicht vom Zen-Mönch Hakuin Ekaku, wie lange zuvor angenommen. Als es zum Streichen der Wand entfernt wurde, entdeckte man eine Schrift auf der Rückseite des Schildes. Diese besagt, dass es das Werk des Kalligrafen Sawai Senseki aus Osaka aus dem Jahr 1760 ist. „Wir wissen nicht, warum die falsche Information über Generationen hinweg weitergegeben wurde“, sagte Sakai.

Darüber hinaus wurden 716 hölzerne Anhänger gefunden, die von 33 buddhistischen Tempeln in der Kansai-Region während der Edo-Periode an Pilger verteilt wurden. Ursprünglich wurden sie mit dem Bodhisattva Kannon in Verbindung gebracht, stammen aber eigentlich von den „Nageshi“-Bindebalken und anderen Teilen der Hondo-Halle.

Verantwortliche in Kiyomizudera, dem 16. Tempel auf der Pilgerroute, hatten diese Anhänger regelmäßig verbrannt, die von Pilgern an Säulen und andere Stellen geklebt wurden. „Die Pilger könnten sie versteckt haben, um zu verhindern, dass sie verbrannt werden“, sagte Sakai.

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