Stats

Anzeige
Home News Kultur Tempel mit ältesten Manga Japans bittet um Spenden für Wiederaufbau

Tempel mit ältesten Manga Japans bittet um Spenden für Wiederaufbau

Tempel muss Teil der Wiederaufbau-Kosten selbst tragen

Der Kosanji-Tempel in Kyoto ist in Japan vor allem bekannt für die alten Schriftrollen, die dort aufbewahrt werden. Die Japaner bezeichnen sie als älteste Manga der Welt. Der Tempel bittet jetzt online um Spenden, um den Wiederaufbau zu ermöglichen. Ein Taifun im letzten Herbst verursachte an dem heiligen Ort große Schäden.

Im September 2018 zog der 21. große Taifun über die Region um Kyoto und ließ dabei mehr als 300 japanischen Zedern und Zypressen umstürzen. Die betroffenen Bäume waren zwischen 100 und 300 Jahre alt. Zwei der riesigen Bäume stürzten auf das Dach der Haupthalle des Kosanji-Tempels, der auch dem japanischen Weltkulturerbe gehört.

Weitere gefallene Bäume beschädigten das Dach der Schatzkammer und eine Halle, in der eine Statue des Mönchs Myoe (1173 – 1232) aufgestellt ist. Diese Statue wurde von der japanischen Regierung als wichtiges Kulturgut des Landes ausgewiesen.

Wiederaufbau läuft bereits

Shuji Fukatsu, ein 31-jähriger Verwalter von Kosanji erklärte, dass er bereits Feuer, Überschwemmungen und viele andere Katastrophen, wie mittelalterliche Kriege überstand. Die durch den Taifun verursachten Schäden erweisen sich allerdings als beispiellos in der Geschichte des Tempels.

Ein Hubschrauber sorgte schnell dafür, dass die zerbrochenen Bäume entfernt wurden. Die Reparaturen an den Dächern und der Steinmauer der Haupthalle entlang des vorderen Zugangs sind aber lange noch nicht abgeschlossen. Der Wiederaufbau wird wahrscheinlich noch bis zum März 2020 dauern.

Mehr zum Thema: 
Sinnliches Kunstwerk im Kokujoji-Tempel zieht Ärger von Behörden auf sich

Um die Ausgaben decken zu können, rief der Tempel eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben, die insgesamt 45 Millionen Yen (381.500 Euro) einbringen soll. Die Reparaturkosten werden auf insgesamt 480 Millionen Yen (4.069.00 Euro) geschätzt. 70 Prozent der Kosten können durch Subventionen der Agentur für kulturelle Angelegenheit gedeckt werden. Das restliche Geld muss der Tempel selbst aufbringen, der Einnahmen allerdings zu größten Teilen durch Besucher erzielt.

Der Tempel beherbergt die „Choju Jinbutsu Giga“ („Schriftrollen der trällernden Tiere“), die zwischen der Heian-Periode (794 – 1185) und der Kamakura-Zeit (1185 – 1333) entstand. Diese zeigen anthropomorphe wie Kaninchen und Affen. Die Schriftrollen gelten als Vorlage für moderne Manga-Produktionen in Japan.

Schriftrolle als Vorlage für Manga
Manga-Schriftrolle Bild: Kosanji

Jahrhunderte alter Tempel sucht moderne Spender

Nach Aufzeichnungen des Tempels wurde er 774 von Kaiser Konin (709 – 781) gegründet. Der Mönch Myoe sorgte in der Kamakura-Zeit dafür, dass der Tempel zu neuer Bekanntheit kam, indem er sich auf akademische Forschung und künstlerische Aktivitäten konzentrierte. Seitdem wurden nationale Schätze und wichtige Kulturgüter dort aufbewahrt.

Über die Crowdfundings-Seite A-Port sammeln die Verantwortlichen noch bis zum 28. Dezember Spenden für den Wiederaufbau. Spender dürfen sich über außergewöhnliche Dank-Geschenke freuen. Wer 500.000 Yen (4.239 Euro) oder mehr beiträgt, erhält eine originalgetreue Nachbildung der „Choju Jinbutsu Giga“- Schriftrollen.

Für 30.000 Yen (254 Euro) Spenden erhalten Teilnehmer ein Notizbuch mit Zedernholz-Umschlag, der mit dem Siegel des Tempels versehen ist. Beteiligt man sich mit 10.000 Yen (85 Euro) an dem Wiederaufbau erhält man ebenfalls ein Notizbuch, allerdings in etwas einfacherer Aufmachung und ohne Siegel. Spendet man 3.000 Yen (25,50 Euro) erhält man einen Glücksbringer mit einem Bild von der Rolle.

AS

Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren:

Rolling Sushi - der Japan-Podcast

Rolling Sushi - Japan für die Ohren

Cookie-Einstellung

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und Werbung einblenden zu können,verwenden wir Cookies. Datenschutz | Impressum

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück