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HomeNachrichten aus JapanKulturTraditionelle Yuzen-Technik aus Kyoto soll die Online-Welt erobern

Die aufwendigen Muster werden von Hand vorgezeichnet

Traditionelle Yuzen-Technik aus Kyoto soll die Online-Welt erobern

Das alt eingesessene Unternehmen Art-Uni wurde 1975 in Kyoto gegründet und hat bis heute dort seinen Hauptsitz. Die auf Einfärbung und Auftragsbearbeitung spezialisierte Firma färbt vorrangig Textilien für Bekleidung und Innenausstattung. Es gehört heute zu den wenigen noch vorhandenen Unternehmen, die für ihre Designs noch die traditionelle Yuzen-Technik verwenden.

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Die handgezeichneten Designs galten zum Zeitpunkt ihrer Vorstellung bereits als innovativ und haben bis heute wenig von ihrem Charme verloren. Designer großer Mode-Marken ließen sich von den bunten Farben und aufwendigen Mustern inspirieren, sodass einige Modelle bereits auf den großen Laufstegen der Welt zu sehen waren. Speziell die von Art-Uni selbst entwickelte Form „Saiketsuzome“ genannt, erwies sich als sehr beliebt in den großen internationalen Modehäusern.

Kyotos Tradition erobert die Welt

Das Unternehmen selbst ist weiterhin auf die Suche nach neuen Möglichkeiten seine Waren in der Welt bekannt zu machen. Außerdem soll so das traditionelle Kunsthandwerk aus Kyoto eine Bühne bekommen und nicht in Vergessenheit geraten. Art-Uni kündigte an, auf ausgewählte Textilien sowohl auf realen Stoffen als auch online neue Designs zu präsentieren und die Vorlage gleichzeitig international bereitzustellen. Bis März 2022 sollen 1.000 digitale NTF-Vorlagen international gelistet werden. Ob die Textilien ebenfalls in den internationalen Handel gehen, steht noch nicht fest.

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Diese Yuzen-Technik beinhaltet ein Phänomen, dass sich ausbluten nennt und im Prozess einkalkuliert ist. Das Ergebnis wird als Naki bezeichnet und sorgt für die einzigartigen Designs. Textilien die mit digitalen Techniken verarbeitet werden haben ebenfalls der Potenzial Naki zu kreieren. Die kleinen Veränderungen der Farben können direkt in den Herstellungsprozess eingeplant werden und sind nicht erst nach dem Trocknen der Stoffe sichtbar.

Traditionelle Technik aus Kyoto soll erhalten bleiben
Yuzen-Technik Bild: Art-Uni

Gebühren helfen neue Meister auszubilden

Auch die digitale Welt und deren Möglichkeiten werden immer vielseitiger. Art-Uni untersucht auch die Möglichkeiten seine Designs für die Metawelt bereitzustellen, um diese für Kleidung, Möbel, Tapeten oder andere Gegenstände nutzbar zu machen. Durch Veranstaltungen in der realen Welt sollen die Technik und ihre Effekte präsentiert werden. Dabei will man aber auch auf die Erstellung der digitalen Versionen eingehen.

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Die Online-Vermarktung erfolgt über die Plattform OpenSea, die Lizenzgebühren für solche Designs festlegt. Sollten also die Textilien irgendwann aus dem Handel verschwinden und die NFT-Produkte weiterverkauft werden, erhält das Unternehmen weiterhin einen kleinen Prozentsatz an Gebühren. Art-Uni möchte diese Einnahmen in die Ausbildung der nächsten Generation Yuzen-Künstler aus Kyoto stecken und somit die traditionelle Technik in die Zukunft führen.

Yuzen aus Kyoto erobern die Welt
Moderne Online-Designs Bild: Art-Uni
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