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HomeNachrichten aus JapanKulturUmstrittene Sado-Minen soll erst einmal kein Weltkulturerbe werden

Japan denkt darüber nach, den Vorschlag zu verschieben

Umstrittene Sado-Minen soll erst einmal kein Weltkulturerbe werden

Die Gold- und Silberminen auf der Insel Sado (Präfektur Niigata) sollten eigentlich 2023 für die Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes vorgeschlagen werden. Jetzt denkt die japanische Regierung darüber nach, diese Nominierung zu verschieben. In Südkorea regte sich massiver Widerstand gegen das Projekt, da viele Koreaner dort zur Arbeit gezwungen wurden.

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Ganz aufgeben will Japan die Aufnahme der Sado-Minen allerdings nicht. Vielmehr will man sich erst nach 2024 darum bemühen, die historische Stätte auf die Liste des Weltkulturerbes zu setzen. Aktuell hat die Regierung noch bis zum 1. Februar Zeit, den Vorschlag offiziell bei der UNESCO einzureichen. Bereits 2019 feierten die Menschen auf Sado, dass ihre Minen einmal zum Weltkulturerbe werden könnten.

Südkorea spricht sich gegen eine Nominierung aus

Wie verschiedene Medien berichteten, erklärte ein Sprecher des südkoreanischen Außenministeriums, dass man die Entscheidung Japans, die Mine auf die Liste des Weltkulturerbes zu setzen, sehr bedauere. Während der japanischen Kolonisierung der koreanischen Halbinsel zwischen 1910 und 1945 mussten viele der Koreaner in der Mine Zwangsarbeit verrichten. Südkorea fordert deswegen die sofortige Rücknahme des Antrags.

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Der japanische Kulturrat hatte die Mine erst im letzten Monat offiziell als Kandidat für die Liste vorgestellt. Die Präfektur Niigata unterstrich, dass die Mine ein hervorragendes Beispiel für die Entwicklung der Bergbautechnologie vor und nach der Industrialisierung sei. Außerdem gehörte sie im 17. Jahrhundert zu den weltweit größten Goldproduzenten.

Die konservativen Mitglieder der regierenden Liberaldemokratischen Partei Japans (LDP) sprechen sich weiterhin mit Nachdruck dafür aus, die Nominierung wie geplant vorzunehmen. Einige Politiker sind jedoch der Meinung, dass der Zeitpunkt nicht günstig sei. In Südkorea sind im März Präsidentschaftswahlen, weswegen man das Projekt verschieben sollte.

Japan arbeitet weiterhin an dem Projekt Weltkulturerbe

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Premierminister Kishida erklärte noch Anfang der Woche, dass es von äußerster Wichtigkeit sei, die Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes zu realisieren. Man werde die effektivsten Mittel wählen, um dies zu erreichen. Die Regierungen Japans und Südkoreas streiten auch über ein Informationszentrum in Tokyo sowie über Industrieanlagen, die bereits zum Weltkulturerbe gehören.

Das Komitee für die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO verabschiedete schon im letzten Jahr eine Resolution, in der sie unterstrich, dass Japan keine ausreichende Erklärung zu den koreanischen Opfern der Zwangsarbeit in der Hashima-Kohlemine in Nagasaki abgegeben hat. Japan selbst bemühte sich um eine Reform des UNESCO-Verfahrens, was die Nominierungen von Standorten für das Weltkulturerbe angeht. So darf das Verfahren nicht fortgeführt werden, wenn ein oder mehrere der betroffenen Länder Einspruch erheben.

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