Anzeige
HomeNachrichten aus JapanKulturUnheimlicher Yokai, der gegen Seuchen kämpft, wird dank der Pandemie wiederentdeckt

Kitai no doji soll bekannter werde

Unheimlicher Yokai, der gegen Seuchen kämpft, wird dank der Pandemie wiederentdeckt

In der Zeit der Pandemie haben sich die Menschen mehr mit dem Aberglauben zur Bekämpfung von Seuchen auseinandergesetzt. Das führt dazu, dass sich der Yokai Amabie einer großen Beliebtheit erfreut. Es gibt allerdings noch ein anderes Folklore-Wesen, das gegen Krankheiten kämpft.

Anzeige

Kitai no doji heißt die mystische Figur, die nun durch die Pandemie genauer erforscht wird. Der grimmige Yokai besitzt einen großen Mund mit scharfen Reißzähnen und leuchtende Augen. Erstmals tauchte des Wesen 1858 am Kanda Myojin Schrein im heutigen Chiyoda Bezirk in Tokyo auf.

Kitai no doji schützt gegen Krankheiten

Es war ein schweres Jahr für Japan und es kam zu der sogenannten Ansei Säuberung, bei der Andersdenkende vom Tokugawa-Shogunat verfolgt wurden. Ebenfalls gab es im ganzen Land eine Cholera-Epidemie, die viele Leben forderte.

LESEN SIE AUCH:  Amabie-Plüschtiere stellen sich dem Coronavirus entgegen

In dieser unruhigen Zeit wurde Kitai no doji erstmals in Schriften erwähnt. In einem Text heißt es, dass ein mysteriöser böser Geist auferstanden ist und den Menschen Leid zufügt. Alles, was er berührt, wird giftig und tötet Menschen sofort, wenn sie es verzehren.

Es soll am Kanda Myojin Schrein dann der Kitai no doji aufgetaucht sein, der hilft. Dafür sollen die Menschen ihn zeichnen, das Bild im Haus platzieren und es täglich angucken. Sie sollen so von dem umher gehenden Unglück geschützt werden. Der Yokai hat damit eine ähnliche Funktion wie Amabie, die allerdings schon 1846 in der heutigen Präfektur Kumamoto dokumentiert wurde.

Anzeige

Amabie kündigte dabei selbst an, dass es zu einer Seuche kommen wird, obwohl das Land sechs Jahre lang eine reiche Ernte haben wird. Die Menschen wurden aufgefordert eine Zeichnung von dem Wesen zu machen und es anderen Menschen zu zeigen, um sie von der Krankheit zu schützen. Die Verbreitung der Bilder wurde zur Corona-Pandemie auch umgesetzt, in der Hoffnung, dass sie schnell vorbei ist.

Yokais gegen Seuchen sind nicht ungewöhnlich

Kitai no doji selbst gilt als eher unbekannt und selbst an dem Heimatschrein wissen nur wenige Menschen über den Yokai Bescheid. Die Pandemie bietet deswegen dem Schrein die Möglichkeit die Kreatur wieder bekannt zu machen, denn Amabie hat auch andere Folklore-Wesen ins Rampenlicht gerückt.

Yokai, die Ernten und Seuchen vorhersagen, sind in Japans Folklore keine Seltenheit. Unter anderem gibt es Jinjahima, eine Art Meerjungfrau und Amabiko, ein affenähnliches Wesen, die ähnliche Geschichten haben. Experten gehen deswegen davon aus, dass Kitai no doji entweder zu dieser Gruppe an Kreaturen gehört oder sehr stark davon beeinflusst wurde.

Viel ist zu dem Wesen noch nicht genau geklärt, weswegen Eishun Nagano, ein Mitarbeiter des Archivs der Präfektur Fukui, Dokumente genauer untersuchen will. In einer Aufzeichnung aus Yokohama wird erwähnt, dass das Bild der Kreatur am Hauseingang hing und mehr eine Art Talisman war.

Verbindung zu historischer Figur

Anzeige

Ebenfalls gibt es verschiedene Schreibweisen von Kitai no doji. Manchmal sind Kanji enthalten die „Erwartung“, „Fremdheit“ und „dämonischer Körper“ bedeuten. Nagano vermutet, dass Kita von dem Zeichen für „Selten“ kommt und es eine Verbindung zum Abe no Seimei gibt, einem Wahrsagerspezialisten aus der Heian Zeit.

Es wird Seimei nachgesagt, dass seine Mutter ein weißer Fuchs war. Er wird deswegen im Kabuki „Kitai no doji“ genannte, zu Deutsch „Das seltene Kind, was von einem echten Fuchs beschützt wird“. In den Aufzeichnungen aus Yokohama hat der Yokai tatsächlich ein Fuchsgesicht und trägt einen Gohei Stab sowie besondere Kleidung, die auch früher Wahrsagungsspezialisten trugen.

Ob es nun wirklich eine Verbindung zu der historischen Figur und der Kreatur gibt, will Nagano nicht festlegen. Die Forschungen könnten sich weiterentwickeln, wenn neue Dokumente gefunden werden und er könnte mit seiner Idee ganz falsch liegen.

Anzeige
Anzeige