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Wegen der Corona-Pandemie kommen kaum noch Touristen, die die Tiere füttern

Verhalten der Hirsche in Nara verändert sich

Wegen der aktuell grassierenden Corona-Pandemie gehen die Touristenzahlen überall zurück. Auch Hirsche in Nara sind davon betroffen und müssen ihr Verhalten der aktuellen Besucher-Flaute anpassen.

Normalerweise halten sich die Tiere in einem Park mitten in der Stadt auf, wo sie von Besuchern mit speziellen Reis-Crackern gefüttert werden. Wegen der Corona-Pandemie geht die Zahl der Besucher, die die Tiere füttern, extrem zurück, sodass sich die Tiere wieder vermehrt in bewaldete Gebiete im Umfeld der Stadt zurückziehen. Dort suchen sie Nüsse oder andere pflanzliche Nahrung, um ihren Hunger zu stillen.

Hirsche zieht es wieder in die Wildnis

Normalerweise halten sich im 511 Hektar großen Nara-Park etwa 1.300 Hirsche und Rehe auf, die als nationales Kulturgut besonderen Schutz genießen. Normalerweise kommen jedes Jahr etwa 13 Millionen Besucher, um die Tiere zu sehen.

Mehr zum Thema:  Nara-Hirsche verlassen ihren Park und streifen durch die Stadt

Gemäß Beobachtungen einiger Forscher der Universität Hokkaido fanden sich im Juni 2020 rund 30 Prozent weniger Hirsche im Park ein als noch im Januar, bevor die Pandemie ausgebrochen ist. Ab Februar, mit Ausbruch der Corona-Pandemie, ist zu beobachten, dass sich die Hirsche vermehrt in die Wälder zurückziehen.

Die Rehe, die sich normalerweise von den Reis-Crackern der Besucher ernähren, wandten sich wieder dem natürlichen Nahrungsangebot zu, das sie in der Stadt aber nur schwer finden können. Die Verwaltung von Nara gab bekannt, dass sich im April und Mai 2020 im Vergleich zum Vorjahr 85 Prozent weniger inländische Besucher in der Stadt einfanden. Die Anzahl ausländischer Touristen sei fast auf null gefallen.

Cracker für Hirsche in Nara
Touristen in Nara füttern Hirsche normalerweise mit Crackern Bild: Kyodo

Stadtbewohner besorgt wegen Tieren auf den Straßen

Gleichzeitig zieht es die Hirsche aber auch vermehrt ins Stadtgebiet. Während die Einheimischen erst einmal nur überrascht werden, haben die ersten Geschäftsinhaber sich bereits über die Tiere beschwert, weil die ihre Produkte auffressen. Viele Laden-Besitzer berichten davon, dass sie mittlerweile fast täglich Tiere in der Nähe ihrer Geschäfte sehen. Zwischen April und Oktober kam es zu 36 Beschwerden über Hirsche, die sich an Waren bedienten, die eigentlich verkauft werden sollten.

Auf der einen Seite sei es selbstverständlich zu begrüßen, dass die Hirsche in ihren natürlichen Lebensraum zurückkehren und damit ihre Abhängigkeit den Menschen gegenüber verlieren. Allerdings sind die Beobachter auch besorgt darüber, dass schwächere Tiere, die durch die Besucher ernährt wurden, diese Umstellung nicht überleben könnten. Gleichzeitig sei man in der Stadt besorgt, dass die Tiere in den Straßen zu mehr Verkehrsunfällen führen.

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