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Home News Kultur Verwaistes Hotel aus dem Jahr 1930 wird in Kobe zum Kulturgut ernannt

Ruine als Touristenattraktion

Verwaistes Hotel aus dem Jahr 1930 wird in Kobe zum Kulturgut ernannt

Das Maya Kanko Hotel in Kobe stand mehr als zwei Jahrzehnte lang leer und wurde nun als materielles Kulturgut ausgezeichnet. Mit diesem Status erhält die Ruine nun eine offizielle Anerkennung und fachgerechtere Pflege.

Das Hotel befindet sich auf einem Hochsitz beim Berg Maya über der Stadt Kobe, den sich die Natur während der langen Zeit zurückeroberte.

Die Ruine diente als Hotel, Trainingslager und Touristenattraktion

Das Maya Kanko Hotel wurde um 1930 als Erholungseinrichtung für eine private Firma fertiggestellt. Zu dieser Zeit war der Art-Déco-Stil besonders angesagt und so stellt das Bauwerk eines der ersten Beispiele dieses Baustils dar. Das Hotel besteht aus Stahlbeton und verfügt über zwei Geschosse und zwei Untergeschosse.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine umfassende Renovierung vorgenommen, bei der es mit Buntglasfenstern und anderen aufwendigen Innendetails ausgestattet wurde. Es sollte schließlich im Jahr 1961 erneut als Hotel eröffnen, was jedoch aufgrund von Erdrutschen nicht wie geplant funktionierte. Starke Regenfälle lösten diese Erdrutsche aus und zwangen die Inhaber daher sechs Jahre nach Eröffnung zur erneuten Schließung.

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Ab 1974 wurde das Maya Kanko für Trainingslager genutzt und im Jahre 1993 dann endgültig geschlossen. Seitdem steht es leer und verfällt mit Einwirkung der Natur. Gleichzeitig zog es Vandalen an, die einbrachen, die Fenster einschlugen und das Gelände mit Graffiti besprühten.

Verein bewahrte das Hotel vor weiterer Verwahrlosung

Trotz seiner Situation wurde das Gebäude zu einer Art Touristenattraktion und interessant für all jene, die in Japan Orte abseits der gängigen Sehenswürdigkeiten sehen wollten. Freiwillige und Anwohner bemühen sich seither, das Gebäude zu erhalten und zu nutzen, ohne sein Ambiente zu zerstören. Sie veranstalten regelmäßig Führungen durch das Gebäude, zu denen Menschen aus dem ganzen Land anreisen.

Der Besuch vieler Touristen wertete den Status des Hotels auf und es wurde zur beliebten Ruine, so wie es z. B. auch die Insel Hashima vor Nagasaki ist, die auch als Gunkanjima (Battleship Insel) bekannt ist.

Der Nihon Service gründete im Jahr 2015 gemeinsam mit Freiwilligen den Verein J-heritage, um das Hotel als touristische Ressource zu nutzen und erhalten zu können. Die Mitglieder des Vereins starteten eine Crowdfunding-Kampagne, mit der Gelder gesammelt wurden, um die Zerstörungen am Gebäude zu beheben. Gleichzeitig strebten sie für die Ruine den Status als materielles Kulturgut an.

Vereinsleiter und Objektbesitzer erleichtert über neuen Status des Hotels

Der Rat für kulturelle Angelegenheiten empfahl dem Kulturminister am 19. März, das Hotel und 131 weitere Bauwerke zu nationalen Kulturgütern zu ernennen. „Es ist selten, dass Ruinen in Japan als materielles Kulturgut registriert werden“, gab Yohei Maehata an, Leiter von J-heritage, der gemeinnützigen Organisation, die sich um den Erhalt des Hotels kümmert. „Wir sind erst einmal erleichtert, aber es ist nur ein Anfang, um das Gebäude zu nutzen.“

Das Gebäude ist im Besitz von Nihon Service, einer Immobilienverwaltungsgesellschaft in Minoo in der Osaka-Präfektur. Masahiro Sannomiya, Leiter des Unternehmens war ebenfalls erleichtert über diese Entscheidung und sagte: „Es war ein lästiges ’negatives Erbe‘, weil wir keine Verwendung dafür finden konnten und der Abriss eine Menge Geld gekostet hätte“.

Mit dem Titel als nationales Kulturgut wird das verlassene Hotel in Zukunft mehr Zuwendung finden und als Ruine instand gehalten, sodass Touristen es weiterhin als Ort abseits der gängigen Touristenpfade erleben können.

Zukünftig und insbesondere nach der Corona-Pandemie möchte Japan mehr ausländische Touristen ins Land holen. Hierbei wird vermehrt auf Kunst und Kultur gesetzt, wobei die Ernennung vieler Objekte zu Kulturgütern geplant ist und zum Teil schon umgesetzt wurde.

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