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HomeNachrichten aus JapanKulturVorort von Osaka will mit moderner Shogi-Halle das Spiel wieder populärer machen

Das traditionelle Spiel wird von lokalen Größen gefördert

Vorort von Osaka will mit moderner Shogi-Halle das Spiel wieder populärer machen

Einer der bekanntesten Söhne der japanischen Stadt Takatsuki (Präfektur Osaka) ist der professionelle 8-Dan-Shogi-Spieler Masahiko Urano, der sich dafür einsetzt, das Spiel in seiner Heimat wieder bekannter zu machen. Gemeinsam mit dem Bürgermeister der Stadt soll dort jetzt eine neue Shogi-Halle entstehen.

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Urano spielte das letzte Mal 2017 bei einem Handicap-Spiel in Takatsuki, wobei das Spiel in einem japanischen Restaurant stattfand. Der Bürgermeister von Takatsuki war bei dem Spiel ebenfalls dabei und war von dem traditionellen japanischen Spiel erneut fasziniert. Ein ehemaliger Schüler Uranos brachte den Profi-Spieler mit dem Bürgermeister zusammen. Inzwischen kann sich die Stadt über einen weiteren Shogi-Profi freuen, denn der 27-jährige Yuta Komori schickt sich an, in die Fußstapfen Uranos zu treten.

Traditionelles Spiel wird für jüngere Japaner wieder interessant

2018 vereinbarte die Stadt Takatsuki eine längerfristige Kooperation mit der Japan Shogi Association. Die Zusammenarbeit soll zur kulturellen Förderung der Stadt beitragen. Es war das erste Mal, dass eine Kommune eine größere Shogi-Kooperation plante. Kurz nach Bekanntgabe der Zusammenarbeit wurde bekannt, dass die Shogi-Halle in Shibuya verlegt werden musste, weil das Gebäude zu alt war. Da auch der Halle in Osaka ein ähnliches Schicksal drohte, entschied der Bürgermeister von Takatsuki ein Gebäude in der Stadt für die Spieler zur Verfügung zu stellen.

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Die fünfstöckige Kansai-Shogi-Halle in Osaka stammte aus dem Jahr 1981 und muss aufwendig modernisiert werden. Takatsuki suchte lange nach einer passenden Immobilie. 2020 wurde ein altes Bus-Depot als neuer Standort der Kansai Shogi Hall festgelegt. Durch das Furusato Nozei-Programm konnte die Stadt weitere Gelder für die neue große Halle generieren.

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Lange Zeit glaubte man nicht, dass die Halle in Takatsuki bleiben würde, viele gingen davon aus, nach Fertigstellung der Bauarbeiten, die Spieler wieder nach Tokyo und Osaka würden zurückkehren wollen. Der Verband hatte zusätzlich Schwierigkeiten, die Umzüge zu finanzieren, die circa 1,3 Milliarden Yen (7,1 Millionen Euro) kosteten, da kam die finanzielle Unterstützung aus dem Vorort von Osaka gerade recht.

Viele Spieler setzten sich aber für die Verlegung in die Nähe von Osaka an, da sie so schneller in die Halle kommen konnten, deswegen wurde die Verlegung um Februar 2021 beschlossen. Das Shogi-Hauptquartier im Westen Japans wird im Herbst 2024 nach Takatsuki umziehen. Auch das Shogi-Wunderkind Sota Fujii (20 Jahre alt) wird dann ebenfalls in der Halle in Takatsuki spielen.

Shogi-Spieler aus Westen Japans bekommen neue Heimat
Neues Zentrum in Vorort von Osaka Bild: Japan Shogi Association

Shogi-Fans können weiterhin spenden

Viele Spieler blicken wehmütig auf den alten Standort zurück, freuen sich aber auf die neue Halle in der Nähe von Osaka. Trotzdem haben schon viele Profis angekündigt, dass sie in Takatsuki regelmäßig zu Gast sein werden. Seit einiger Zeit veranstaltet die Stadtverwaltung eine Crowdfunding-Kampagne, um die neue Shogi-Halle herzurichten. Wer 50.000 Yen (etwa 360 Euro) spendet, wird namentlich in der neuen Halle verewigt.

Bereits 2021 wurden so mehr als 210 Millionen Yen (1,5 Millionen Euro) gesammelt. Insgesamt will die Stadt 500 Millionen Yen (3,6 Millionen Euro) zusammenbekommen. Die neue Shogi-Stadt Takatsuki plant demnächst ein eigenes Turnier für Kinder auf die Beine zu stellen. Ende Januar wird dort ein Spiel im Rahmen der Osho-Meisterschaft stattfinden, bei dem Sota Fujii gegen Yoshiharu Habu (52 Jahre) antritt, der als größter Shogi-Spieler der Welt gilt.

Die Stadt Takatsuki ist stolz auf ihre tiefe Verbundenheit mit dem traditionell japanischen Spiel. Viele Shogi-Stücke aus der Edo-Zeit (1603 – 1867) wurde auf dem Gelände des Schlosses Takatsuki entdeckt. Einige andere Shogi-Preisträger kamen ebenfalls aus der Region und Urano erinnert sich immer noch gern an seine Zeit in Takatsuki. Auch der bekannte Profi-Spieler Sutekichi Nakai stammt aus Takatsuki. Seine ehemalige Shogi-Schule liegt nur wenige Gehminuten von der neuen Halle entfernt. Viele ältere Menschen in der Stadt sind bis heute begeisterte Shogi-Fans.

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