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Während eines Festivals lassen sich junge Japaner freiwillig ins Feuer werfen

Wer eine schöne Zukunft haben möchte, muss den Weg in die Flammen wagen

Japanische Feste sind in der Regel lustig und lebhaft. Oft gibt es Prozessionen mit tragbaren Schreinen, Mikoshi genannt, die durch die Städte getragen werden. Die darin verwahrten Götter sollen den Menschen Glück bringen. Häufig gehören auch traditionelle Performances mit Taiko-Trommeln zu den Festen.

Ein Festival stellt allerdings eine ziemliche Abwechslung dar, denn dabei gehen junge Japaner im wahrsten Sinne des Wortes durchs Feuer. Die Veranstaltung mit dem Namen Dondoyaki findet im Stadtteil Godo in Isehara (Präfektur Kanagawa) statt.

Die Einheimischen sammeln Shimenawa, dabei handelt es sich um Seile, die bei Shinto-Zeremonien und Schreinen verwendet werden und Daruma (kleine runde Puppen, die ebenfalls dabei helfen, Wünsche zu erfüllen). Alles zusammen wird zu einem Haufen geschichtet und dann angezündet. Vertreter der Jugendorganisation von Godo beginnen anschließend, junge Männer in die Flammen zu werfen.

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Ein heißes Fest

Allerdings wählen sie natürlich nicht wahllos. Stattdessen ist diese Ehre den Jugendlichen vorbehalten, die in diesem Jahr wichtige Ereignisse in ihrem Leben erwarten, zum Beispiel wenn sie heiraten oder ein Baby in die Familie geboren wird. Durch das auf den ersten Blick gefährliche Dondoyaki-Ritual sollen böse Geister und negative Energien abgewendet werden. Auf diese Weise wird verhindert, dass diese den jungen Mann auf seinem Weg in eine glückliche Zukunft stören.

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Die Person, die ins Feuer geworfen wird, sowie die Werfer, sind in dicke Kleidung gehüllt, um Verbrennungen zu vermeiden. Die untere Gesichtshälfte decken sie zusätzlich mit einem Handtuch ab. Selbstverständlich nehmen auch Vertreter der örtlichen Feuerwehr an dem Festival teil. In der Regel landen immer etwa ein halbes Dutzend junger Männer im Feuer, die es fast immer auch ohne Verletzungen wieder verlassen.

Einzigartige Tradition mit unbekannter Geschichte

Allerdings ist Godo nicht der einzige Ort in der Präfektur Kanagawa, in dem Dondoyaki-Feste stattfinden. In anderen Gemeinden landen aber eher Mochi im Feuer und keine Menschen. Nichtsdestotrotz nehmen auch diese Menschen das rituelle Rösten sehr ernst.

Niemand weiß genau, wie die Dondoyaki-Tradition in Godo entstanden ist. Die Gründe für diese einzigartige Ausübung der Tradition sind im Laufe der Zeit verloren gegangen. Die Veranstalter sind aber sehr stolz auf ihr Festival und kämpfen jedes Jahr darum, es am Leben zu erhalten, selbst wenn es sich in den anderen Teilen Japans wohl eher nicht durchsetzen wird.

LdN

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