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Warum müssen Schülerinnen im Winter frieren? – Strumpfhosen-Verbot in japanischen Schulen

Es ist kein besonders neues Thema, doch jeden Winter wird es zur erneuten Tortur für viele Schülerinnen in Japan – das Verbot, Strumpfhosen zu tragen. Zwar haben längst nicht alle Schulen eine Uniform oder einen bestimmten Dress-Code, doch wenn es einen solchen gibt, dann ist er strikt. Vor allem Mädchen müssen dabei im Winter ganz besonders leiden.

Das Strumpfhosen-Verbot ist eigentlich etwas, das für alle gilt. Doch nur Mädchen müssen sich wirklich daran halten. Denn gibt es eine Uniform, so schreibt diese Röcke für die Mädchen und Hosen für die Jungs vor. Letzteren ist dank der langen Hosen durchaus gestattet, das Verbot einfach zu umgehen. Sie haben damit nicht nur ohnehin dank der Hosen warme Beine, sondern können zusätzlich einfach etwas unter der Uniform tragen. Den Mädchen ist dies verboten und sie müssen – auch bei teilweise Temperaturen von unter 10 Grad und im Regen – mit nackten Beinen und kurzem Rock zur Schule laufen.

@otonakodomo_ muss nun in ihrem dritten Jahr in der Mittelschule eine Uniform tragen und macht endlich ihrem Frust Luft. Sie twittert über ihre Probleme mit der Schulordnung. Denn es ist den Schulen durchaus erlaubt, nicht nur zu bestimmen, was getragen wird. Sie darf auch vorgeben, was die Schüler eben nicht anziehen dürfen. Und Strumpfhosen sind dort ein Teil der Verbot-Liste. Und nicht nur die frierenden Schülerinnen sehen darin ein Problem. Viele unterstützen sie in ihrer Meinung und können über die Schuluniformen nur den Kopf schütteln. Denn wem soll es etwas bringen, wenn die Mädchen im Winter frieren und sich erkälten? Vor allem vor dem Hintergrund, wie ungerecht die gesamte Situation in Vergleich zu den Uniformen für männliche Schüler ist.

Schule ignoriert die Kritik

@otonakodomo_ schreibt auf Twitter: „Ich hasse es, dass meine Schule uns keine Strumpfhosen tragen lässt. Die Jungen tragen Strumpfhosen unter der Hose, weil sie nicht erwischt werden. Warum müssen nur wir Mädchen die Kälte ertragen?“ Und mit dieser Beschwerde hat sie nur allzu Recht. Doch als sie dies auch an die Leitung ihrer Schule richtete, erhielt sie ernüchternde Antworten. Die Rückmeldung dort lautete „Wir verstehen Ihre Meinung, aber Sie werden bald Ihren Abschluss machen, also leben Sie noch etwas damit.“ Nicht gerade eine zufrieden stellende Antwort, die Einsicht der Lehrer zeigt.

Und das, obwohl online zahlreiche Menschen diese Einstellung kritisieren. Viele können nicht verstehen, aus welchem Grund die Mädchen gezwungen sein sollen zu frieren. „Ich sah wie Schüler heute Morgen in der Kälte zur Schule gingen und Röcke ohne Strumpfhosen trugen und sie taten mir sehr leid“, schreibt ein User. Ein anderer fragt sich, welchen Sinn es überhaupt hat, Strumpfhosen zu verbieten. Und genau dort beginnt bei vielen das Unverständnis. Doch es bleibt nicht bei dieser einen wenig nachvollziehbaren Vorschrift. Jemand anderes äußert einen gar nicht so schwierig umsetzbaren Vorschlag: „Ich wünschte, sie würden den Mädchen einfach die Möglichkeit geben, lange Hosen als Teil ihrer Uniform zu tragen.“ Mit dieser einfachen Änderung wäre das Problem schnell gelöst. Doch die Schulen sträuben sich weiterhin.

Manche Schulen unterstützen die Mädchen, doch viele sträuben sich gegen Änderungen

Zwar haben einige Schulen in Japan vor Kurzem angefangen, die Schülerinnen zwischen Röcken und Hosen wählen zu lassen, doch sie sind noch immer in der Minderheit. Vor allem was die Gründe für die Vorschrift von Röcken im Winter für Mädchen und das Verbot von Strumpfhosen angeht, so gibt es wenig Informationen. Lediglich eine Schule lieferte eine – doch eher fragwürdige – Erklärung. Das Verbot solle die Schüler davon abhalten, zu locker zu werden und im Unterricht den Fokus zu verlieren. Wie sich einfache Strumpfhosen auf die Konzentration auswirken sollen, ist dabei jedoch vollkommen unklar. Ein Kommentator spekuliert, dass Schulen sich Sorgen machen, die Strumpfhosen könnten eine Möglichkeit bieten, die Uniformen zu umgehen. Schließlich gibt es sie in verschiedensten Ausfertigungen und Farben. Regeln für die Stile dieses Kleidungsstücks festzulegen, könnte dabei schlicht zu aufwendig sein.

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass Schulen noch immer wenig Mitleid für die frierenden Schülerinnen zeigen und auch wenig aufgeschlossen für neue Vorschläge sind. Sie sträuben sich, die Uniformen anders zu gestalten oder den Aufwand zu betreiben, Regeln für Strumpfhosen einzuführen. Und diejenigen, die darunter zu leiden haben, sind die Mädchen. Denn sie dürfen nicht einmal Hosen wählen, wenn ihnen die Uniform-Röcke zu kurz sind, wenn sie einfach keine Röcke tragen wollen und nicht mal dann, wenn ihre Gesundheit auf dem Spiel steht.

Quelle: SoraNews24

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Kommentare

2 Kommentare

  1. Und dann wundert man sich immer wieder, warum viele Schülerinnen mit einer Erkältung im Bett liegen. Echt mal, da muss auch mal was getan werden. Wollen die alle nicht gleich in die Antarktis gehen und dort ein Sommerurlaub veranstalten?

    Dinge, die ich in Japan nicht verstehe, Teil 236287276462827!

    • Ja, absolut unverständlicher Starrsinn. Und die Ausreden für Strumpfhosen sind ja auch mal dämlich, dann dürften die Schülerinnen auch keine Strümpfe tragen, die gibt es auch in Bunt und “komplett schwarze schnörkellose Strumpfhosen” wäre ja auch viel zu schwer umsetzen. XD

      Manchmal passt auch bei Japanern der Satz: Die spinnen, die Japaner. Schuluniformen an sich finde ich aber gut.

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