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HomeNachrichten aus JapanKulturWiederaufbau der Burg Shuri auf Okinawa startet mit traditioneller Zeremonie

Drei Jahre nach verheerendem Brand

Wiederaufbau der Burg Shuri auf Okinawa startet mit traditioneller Zeremonie

Am 3. November begann mit einer festlichen Zeremonie der Wiederaufbau der Burg Shuri im Zentrum der Präfekturhauptstadt Naha auf Okinawa. Es ist ein Ereignis, auf das Menschen in Japan und der ganzen Welt sehnsüchtig gewartet haben.

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Am 31. Oktober 2019 waren Teile der Burg, die zum UNESCO-Welterbe zählt, durch einen Großbrand zerstört worden. Darunter auch die „Seiden“ genannte Haupthalle des ehemaligen Königspalastes. Fast auf den Tag genau drei Jahre später startete nun der Bau einer neuen Halle.

Kiyari-Zeremonie läutet Wiederaufbau der Burg Shuri ein

Im Laufe ihrer Geschichte fiel die rund 600 Jahre alte Burg schon mehrfach den Flammen zum Opfer. So etwa in 1945, als sie durch Luftangriffe der US-Amerikanischen Armee zerstört wurde. Erst 1992 war die Burg mit der Fertigstellung der Haupthalle wieder vollständig restauriert.

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Der Brand 2019 hatte weltweite Aufmerksamkeit erregt und eine Welle der Solidarität mit Okinawa ausgelöst. In den letzten drei Jahren sammelte die Regierung der Präfektur Okinawa Gelder, um den Wiederaufbau in die Wege zu leiten.

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Viel Vorbereitung war notwendig, damit der Bau nun endlich starten konnte. Die restaurierte Halle soll feuerfest sein, gleichzeitig aber wie das Original aus Holz gebaut werden. Dafür wird Baumaterial aus ganz Japan auf die Inseln im Süden des Landes gebracht. Auf dem Burggelände ließ die Präfektur eine große Halle errichten, in der die hunderten notwendigen Holzteile gelagert werden und die als Hauptquartier der Bauarbeiten dient.

Bauhalle auf der Burg Shuri
Die markante Halle dienst als Lagerraum und Herz der Bauarbeiten zur Restauration der Burg Shuri. Bild: AS

Tausende Menschen versammelten sich am Donnerstag auf den Straßen im Zentrum Nahas, um der „Kiyari“-Zeremonie beizuwohnen, die den Wiederaufbau offiziell einläutete. Die Zeremonie geht auf die Traditionen des Königreichs Ryukyu zurück, dessen König von der Burg Shuri aus herrschte.

Vier Jahre bis zur Fertigstellung

Mit der Zeremonie beteten die Beteiligten für eine erfolgreiche Restauration der Halle. Dazu wurde in einer großen Prozession ein neun Meter großer und vier Tonnen schwerer Holzstamm durch die Stadt zur Burg transportiert. Begleitet wurde er von einem traditionell gekleideten Gefolge.

Das Holz stammt von einem 98 Jahre alten Baum der Spezies „quercus miyagii“, einer Eichen-Art, die auf den Ryukyu-Inseln heimisch ist. Gefällt wurde er im Norden der Insel Okinawa. Der Überlieferung nach wurde eben jenes Holz zum Bau der ersten Palasthalle der Burg Shuri verwendet.

Der Ankunft des Stammes auf dem Burggelände folgte der feierliche Beginn der Bauarbeiten. An dem „Spatenstich“ nahmen 240 Personen, darunter viele Regierungsbeamte und Anwohner, teil. Okinawas Gouverneur Denny Tamaki nannte den Beginn der Arbeiten einen großen Schritt in Richtung des Traums vieler Japaner und Menschen weltweit, die sich den Wiederaufbau der Burg wünschen.

Der Eichenstamm wird später als Balken in der großen Haupthalle verwendet werden, in der auch der Thron des Ryukyu-Königs steht. Läuft alles nach Plan, wird der Wiederaufbau in 2026 abgeschlossen sein. Bis dahin können zahlende Besucher den Arbeiten auch durch eine Glasscheibe beiwohnen und die Fortschritte selbst beobachten.

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