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Tee-Stadt Ujitawara bei Kyoto

Windspiele sorgen am Shoujuin-Tempel für Abkühlung im Sommer

Die Regenzeit in Japan ist dieses Jahr zeitiger zu Ende gegangen als üblich. Nun beginnt im Land der heiße Sommer, in dessen ersten Tagen bereits Rekordtemperaturen erreicht wurden. Neben Klimaanlagen gibt es in der japanischen Kultur eine ganze Reihe an Methoden, mit der Sommerhitze umzugehen. Eine davon sind Windspiele.

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Unter dem Namen “Furin” – „Windglocke“ – kennt man in Japan Windspiele in vielerlei Formen, die vor allem im Sommer im ganzen Land zu hören sind. Aus Porzellan, Bronze und seit dem Import der Glaskunst während der Edo-Zeit auch aus Glas gefertigt, erfreuen die kleinen Glocken Augen und Ohren der Menschen. Nicht nur zu Hause werden die Windspiele aufgehängt, manche Tempel nutzen sie im Sommer, um ihren Gästen besondere Erlebnisse zu bieten.

2000 Windspiele für einen kühlen Kopf

Der Shoujuin-Tempel in der Region Kyoto widmet den Windspielen schon seit elf Jahren ein eigenes sommerliches Fest. Gelegen ist der Tempel in der Stadt Ujitawara, die südlich Kyotos in einer dicht bewaldeten Bergregion liegt. Bekannt ist Ujitawara vor allem für den Anbau und die Verarbeitung von Tee. Uji-Tee ist in ganz Japan bekannt und der Ort ein beliebtes Ausflugsziel für Teeliebhaber von nah und fern.

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Noch etwas macht Ujitawara besonders. Durch seine Lage in den Bergen ist die Stadt in den Sommermonaten ganze fünf Grad kühler als das nicht weit entfernte Kyoto. Dort müssen die Menschen nach dem Ende der Regenzeit eine feuchte Hitze ertragen, die sich in der an drei Seiten von Bergen umgebenen Stadt staut. Viele Einwohner Kyotos suchen deshalb an ihren freien Tagen Abkühlung bei Ausflügen in die Umgebung.

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Das hat sich der Shoujuin-Tempel zunutze gemacht und 2011 erstmals das Windspiel-Fest ins Leben gerufen. Von Juli bis September findet es statt und soll Abkühlung mit allen fünf Sinnen ermöglichen. Besucher können den Anblick und den Klang der 2000 am Tempel aufgehängten Glaswindspiele genießen und dabei die Sommerhitze für eine Weile vergessen.

In Japan verbindet man den Klang der Windspiele mit einer frischen Brise, die sie zum klingen bringt. Darum soll allein der sanfte Klang eines Windspiels bereits ausreichen, um hohe Temperaturen als erträglicher wahrzunehmen. Traditionell wurde den kleinen Glocken aber sogar noch mehr Kraft zugetraut. So heißt es, dass Windspiele böse Geister abwehren und damit Unglücke und Epidemien verhindern konnten.

Saisonale Blüten verleihen den Windspielen Schönheit

Am Shoujuin-Tempel wäre man dann definitiv vor allem Bösen geschützt. Allein im Eingangsbereich des Tempels hängen bereits 700 Windspiele. Die sind an einem acht Meter langen, zwei Meter breiten und drei Meter hohen Bambusgerüst angebracht. Durch die Anordnung entsteht ein Tunnel aus Windspielen auf dem Steinweg zur Haupthalle des Tempels, durch den die Besucher schlendern können. Umgeben sind sie dabei auf allen Seiten vom Land und Anblick der gläsernen Windspiele, die mit purpurnen Hortensienblüten gefüllt sind.

Windspiele am Shoujuin-Tempel
Bild: MS

Optisch verändert sich das Spektakel im Laufe des Sommers. Denn die Zeit der Hortensien ist bald vorbei. Bereits in wenigen Tagen werden die Blüten dann ausgetauscht. Bis zum Ende des Festes werden etwa Sonnenblumen und Kosmeen zum Einsatz kommen.

Geöffnet ist der Tempel täglich von 9 Uhr morgens bis 16:30 am Nachmittag. Während Wochenenden und an Feiertagen, insbesondere zu den Bon-Feiertagen im August, wird es aber Zutrittsbeschränkungen geben, um Menschenansammlungen zu verhindern. Der Eintritt zu dem Windspiel-Ereignis kostet 800 Yen, etwa 5,70 Euro – dazu bekommen die Gäste noch eine kleine Süßigkeit für ihren Aufenthalt.

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