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Kampf gegen sexuelle Belästigung

Kumamoto testet Straßenbahnen ausschließlich für Frauen

In der Stadt Kumamoto startete ein Testlauf mit Straßenbahnwagen, die ausschließlich für Frauen gedacht sind. So sollen sexuelle Belästigungen während der morgendlichen Stoßzeiten verhindert werden.

Der Testbetrieb wurde auf Wunsch von weiblichen Fahrgästen aufgenommen.

Frauen immer wieder Zielscheibe sexueller Belästigung

Viele Frauen werden immer wieder Zielscheibe sexueller Belästigung, weil sie während der Stoßzeit in voll besetzten Straßenbahnwagen, deren Fahrgastzahlen oft über 100 Prozent der Kapazität liegen, unsittlich angefasst oder unter dem Rock fotografiert wurden. Das Problem versuchen Bahnbetreiber im ganzen Land auf unterschiedlichen Wegen zu lösen.

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Der Test wird nun ein paar Wochen laufen und nach einer anschließenden Fahrgastbefragung soll entschieden werden, ob die Wagen ausschließlich für Frauen in den Regelbetrieb übernommen werden. Sollte dies geschehen, wäre das eine Premiere für Japan.

Kein Straßenbahnbetreiber setzt Wagen für Frauen im großen Maßstab ein

Nach Angaben des Eisenbahnbüros des Verkehrsministeriums hat keiner der 32 Straßenbahnlinienbetreiber des Landes auf seinen Strecken ausschließlich Frauen vorbehaltene Straßenbahnwagen in großem Maßstab eingesetzt.

Das Straßenbahnbetriebsmanagement des Verkehrsamts von Kumamoto betreibt insgesamt 45 Straßenbahnen. Von diesen sind acht Niederflurstraßenbahnen mit zwei Wagen mit den ausschließlich für Frauen bestimmten Wagen ausgestattet worden. Schilder mit der Aufschrift „Nur für Frauen“ sind an den Fenstern, Türen und Verbindungsabschnitten der Wagen angebracht.

Jungen im Grundschulalter oder jünger sowie Menschen mit Behinderungen und ihre Betreuer können die Nur-Frauen-Wagen ebenfalls benutzen, unabhängig von ihrem Geschlecht.

Acht, mit einem Wagen nur für Frauen, ausgestattete Straßenbahnen verkehren auf allen vom Amt betriebenen Linien in Kumamoto werktags zur Hauptverkehrszeit von 7 bis 9 Uhr morgens.

Der Versuch läuft bis Ende Dezember.

Typische Argumente gegen Wagen nur für Frauen

Als ein Mann am 14. September in einen reinen Frauenwagen einstieg, führte ihn ein Schaffner zum vorderen Wagen. Im vorderen Wagen saßen auch Frauen.

Nach der Ankündigung des Testlaufs der Nur-Frauen-Autos reagierten die Fahrerinnen positiv, wie das städtische Verkehrsamt mitteilte.

Das Amt teilte mit, es habe auch einige gegensätzliche Meinungen erhalten, die hauptsächlich von Organisationen und Einzelpersonen aus Gebieten außerhalb der Präfektur Kumamoto stammten.

„Wenn man ‚Nur-Frauen-Wagen‘ einführt, sollte es auch ‚Nur-Männer-Wagen‘ geben“, hieß es in einer Beschwerde. In einer anderen hieß es: „Wie unterscheiden Sie zwischen Männern und Frauen?“

„Der Versuchsbetrieb soll die Fahrgäste nicht zwingen, Wagen nach ihrem Geschlecht zu wählen“, sagte Tatsuya Ito, Leiter der Abteilung für Straßenbahnbetriebsmanagement der Behörde. „Wir hoffen nur, dass die neue Maßnahme dazu beitragen wird, dass sexuelle Übergriffe in den Straßenbahnen vermieden werden.“

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