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HomeNachrichten aus JapanKunstwerke von ehemaligem Premierminister werden im Kenninji Tempel ausgestellt

Kunst ist ein Jahr lang zu sehen

Kunstwerke von ehemaligem Premierminister werden im Kenninji Tempel ausgestellt

Japans Premierminister befassen sich meistens nach ihrem Job als Staatsführer weiterhin viel mit Politik. Morihiro Hosokawa hat sich hingegen ganz aus der Politik zurückgezogen und konzentriert sich nun auf die Malerei. Einige seiner Werke werden nun im Kenninji Tempel ausgestellt.

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Am 6. Juni begann in der Haupthalle des Tempels im Hiasgiyamam Bezirk von Kyoto die Ausstellung „The World of Morihiro Hosokawa“, die eine Reihe mit 12 Schiebetüren zeigt, die mit Hosokawas Tintenarbeiten verziert sind. Zu sehen auf den Türen zwei Flüsse der chinesischen Provinz Hunan und acht Orte in der Nähe des Dongting Sees, in welchen die Flüsse enden.

Tintenzeichnungen passen zum Tempel

Gemalt hatte der ehemalige Premierminister sie als eine Auftragsarbeit für den Tempel zum 880. Geburtstag des Mönches Eisai. Er hatte die Rinzai-Schule des Zen-Buddhismus aus China nach Japan gebracht und 1202 den Kenninji Tempel gegründet, der heute ein UNESCO-Weltkulturerbe ist.

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Hosokawa hat dabei eine ganz persönliche Verbindung zu dem Tempel. Er ist ein Nachkomme des Hosokawa Clans, der eine direkte Verbindung zum Kenninji Tempel hat, da er die Stätte ihres jahrhundertealten Ahnengrabs beherbergt.

Nach eigenen Angaben benötigte Hosokawa ein Jahr, um das Projekt fertig zu stellen, wobei er diesen Januar seine Werke vollendete. Der 83-Jährige wurde von Experten sehr für seine Arbeit und Pinselführung gelobt.

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Hosokawa zeigte sich recht bescheiden und erklärte Reportern, dass er sein Bestes mit den Bildern gegeben hat und er mit ihnen japanische Kultur bewahren will. Das Thema hatte er gewählt, da Tintenzeichnung zum Zen-Buddhismus-Tempel mit einem Garten aus Steinen und Sand passen, da sie die Natur und das Universum darstellen.

Ehemaliger Premierminister ist nun leidenschaftlicher Künstler

Der Tempel ist jedenfalls mit seinen Arbeiten zufrieden. Oberpriester Jochu Okumur erklärte während der Zeremonie zur Präsentation der Bilder am Samstag, dass er hofft, dass viele Menschen die Türen sehen und sie für zukünftige Generationen erhalten bleiben.

Ausstellung des ehemaligen Premierminister Morihiro Hosokawa Flyer
Der ehemaligen Premierminister Morihiro Hosokawa ist künstlerisch sehr begabt. Bild: Kenninji Tempel

Es ist nicht das erste Mal, dass der ehemalige Premierminister sein künstliches Können im Dienst von Tempeln stellt. Seit er sich 1998 von der Politik zurückgezogen hat, hat er ebenfalls ein Paravent im Todaiji Tempel und Wände des Yakushiji Tempel bemalt.

Der Kenninji-Tempel kann kostenlos besucht werden. Für die Haupthalle wird ein Eintrittsgeld von 600 Yen verlangt. Teenager zahlen 300 Yen und Grundschüler nur 200 Yen. Kinder, die noch nicht in die Schule gehen, kommen umsonst rein. Die Ausstellung mit Hosokawas Werken soll etwa ein Jahr gehen.

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Eine andere sehr gewaltige Ausstellung zur traditionellen japanischen Kunst startet demnächst in Tokyo und zeigt riesige Versionen von Japans berühmtesten Ukiyo-e-Holzschnitten aus der Edo-Periode.

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