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Kyoto Animation: Veröffentlichung der Namen der Opfer wirft Fragen zum Umgang mit Hinterbliebenen auf

Wünsche der Hinterblieben wurden übergangen

Die Präfekturpolizei von Kyoto hat die Namen der restlichen 25 Opfer des Brandanschlags beim Anime-Studio Kyoto Animation veröffentlicht. Das wirft nun allerdings Fragen zum Datenschutz auf.

In Japan ist es üblich, dass Namen von Opfern veröffentlicht werden. In jüngster Zeit gab es jedoch Fälle, bei denen die Veröffentlichung mehr Schmerz für die Hinterbliebenen bedeutet hat.

Polizei ignorierte Wünsche der Familien

Einige Familien wollten nicht, dass die Polizei die Namen ihrer verstorbenen Angehörigen veröffentlicht, doch ihnen wurde erklärt, dass dies trotzdem passieren wird.

2005 forderte die Entgleisung eines Schnellzuges auf der JR-Fukuchiyama-Linie in der westjapanischen Präfektur Hyogo das Leben von 107 Menschen. Ein Vater, der seine Tochter durch den Unfall verloren hatte, entschloss sich den Namen selbst zu veröffentlichen und versorgte die japanischen Medien auch mit Bildern.

Der Mann argumentierte, dass er wollte, dass jeder die Menschen, die bei dem schweren Unglück ums Leben gekommen sind, kennt.

Leider führte dies auch dazu, dass sich einige Menschen über den Tod seiner Tochter lustig machten.

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Namen zu veröffentlichen hat bei der Trauerbewältigung geholfen

Der Mann sagte in den japanischen Medien, dass er natürlich versteht, wieso einige Angehörige von Menschen, die bei dem Brandanschlag auf Kyoto Animation ums Leben gekommen sind, nicht wollen, dass die Namen veröffentlicht werden. Er sagte allerdings auch, dass er damals so den Freund seiner Tochter kennengelernt hatte und beide viel miteinander reden konnten.

In einem anderen Fall aus dem Jahr 2016, bei dem ein Mann in einem Pflegeheim 19 Menschen erstochen hatte, veröffentlichte ein Vater ebenfalls das Bild und den Namen seines Sohnes, der sich unter den Opfern befand. Zwar hatte die Polizei keine Namen veröffentlicht, aber der Mann fand, dass die Behinderung der Opfer kein Grund dafür ist, keine Namen zu nennen.

Seit die japanische Regierung 2005 eine Regel für den Umgang mit Daten von Opfern von Straftaten erlassen hat, ist es der japanischen Polizei überlassen, ob sie Daten veröffentlicht.

Das führt allerdings zu einiger Kritik, denn so kann es unmöglich werden, jemanden, der fälschlicherweise verhaftet wurde, in der Öffentlichkeit zu rehabilitieren.

Wünsche von Opfern oder deren Familien müssen respektiert werden

Jun Oguro, Professor an der Doshisha University, weist darauf hin, dass die Medien akzeptieren müssen, dass einige Opfer und ihre Familien nicht möchten, dass ihre Namen bekannt gegeben werden.

Ryohei Hayashi, ehemaliger Beamter der nationalen Vereinigung der Opfer und überlebenden Familien, die im Juni 2018 aufgelöst wurde, sagte, dass den Wünschen der Opfer höchste Priorität eingeräumt werden sollte.

„Einige Menschen mögen es gut finden, Interviews zu geben, aber es gibt andere, die einfach nur in Ruhe gelassen werden wollen. Es ist sicher in Ordnung zu warten, bis Angehörigen entscheiden, dass es in Ordnung ist, die Informationen zu veröffentlichen.“

Kyoto Animation beklagt Veröffentlichung

Ein Anwalt, der Kyoto Animation Co. vertritt, sagte, es sei äußerst bedauerlich, dass die Präfekturpolizei von Kyoto die Namen der Opfer des Brandanschlags veröffentlicht habe, ungeachtet der Wünsche einiger der Hinterbliebenen und der wiederholten Bitte des Unternehmens. Der Anwalt erklärte, dass ein Brief an die Präfekturpolizei von Kyoto geschickt worden sei, und forderte die Menschen auf, die Privatsphäre und die Wünsche der Verstorbenen und ihrer Familien zu respektieren.

Quelle: MA

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1 Kommentar

  1. Tja, wenn Menschen immer respektvoll miteinander umgingen, wäre das eigentlich kein so großes Problem. Dann würde man zwar die Namen erfahren, aber die Familien würden trotzdem in Ruhe gelassen. Zumal es auch eine Sache ist was die Angehörigen wollen und was das eigentliche Opfer gewollt hätte, das muss auch nicht immer übereinstimmen.

    Aber dass das allein die Polizei entscheidet, geht dann doch etwas zu weit.

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