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Männer wurden bereits festgenommen

Kyoto klagt Ärzte wegen Sterbehilfe an

Letzten Monat sorgte ein Fall von Sterbehilfe in Japan für großes Aufsehen. Zwei Ärzte halfen einer Frau, die an ALS erkrankt war, auf eigenen Wunsch beim Sterben. In Japan ist das eine illegale Handlung. Nachdem die beiden Männer bereits festgenommen worden waren, bestätigte die Staatsanwaltschaft von Kyoto nun die Anklage der Ärzte.

Am Donnerstag gab das Kyoto District Public Prosecutors Office bekannt, dass sie gegen die beiden Ärzte wegen Mord mit Einverständnis Klage erheben. Bei den Angeklagten handelt es sich um einen 42 Jahre alten Betreiber einer Klinik in Natori in Miyagi und einen 43-jährigen Arzt aus dem Bezirk Shinagawa in Tokyo.

Kameras zeichnen Ärzte auf

Beide sollen zusammen einer Frau im Alter von 51 Jahren in ihrem Haus in Kyoto letzten November eine tödliche Dosis eines Schlafmittels verabreicht haben. Die Frau war an ALS erkrankt, eine Krankheit, die nicht heilbar ist und mit Fortschreiten den Körper immer mehr lähmt.

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Überwachungsaufnahmen zeigen, wie die Ärzte das Haus der Frau an dem Todestag betraten und verließen. Anschließend verschlechterte sich ihr Zustand rapide und sie verstarb später in einem lokalen Krankenhaus. Ermittlungen ergaben, dass die Frau schon Monate vorab ihren Tod plante und wohl zum Thema Sterbehilfe informiert war.

Fall sorgt für Diskussionen

Einer der Ärzte kaufte einen Monat vor ihrem Tod das Schlafmittel, das später auch in ihrem Körper gefunden wurde. Die Frau überwies einem der Männer hingegen umgerechnet 10.266 Euro und hatte sich vorab über das Internet mit den beiden zu den Details ausgetauscht sowie selbst den Preis für die Sterbehilfe festgelegt.

Es bis jetzt nach wie vor nicht bekannt, ob die beiden Ärzte die Anschuldigungen offiziell gestanden haben. Allerdings sollte es unwahrscheinlich sein, dass sie die Sterbehilfe bei der Fülle an Beweisen vor Gericht abstreiten werden. Der Fall selbst löste in Japan eine heftige Diskussion zu dem Thema aus und die Frage, ob ein kranker Mensch nicht selbst entscheiden soll, wie und wann er sterben will.

NHK

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