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Kyoto Seika Universität: Japanischkenntnisse sind für Auslandsstudenten wichtig

Das weltweit führende Forschungsinstitut für Manga und Animation im Interview

Die Kyoto Seika Universität ist eine private Universität in Iwakura (Kyoto) und feierte im vergangenen Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Bekannt ist die Einrichtung für ihre Studiengänge im Bereich Anime und Manga. Des Weiteren entstand im Jahr 2006 das Kyoto International Manga Museum, in dem sich die weltweit größte Manga-Collection befindet. Wir haben mit der Universität ein Interview geführt – unter anderem zum Thema Auslandsstudium.

Sumikai: SEIKA ist weltweit als führendes Forschungsinstitut für Manga und Animation bekannt. Könnten Sie uns bitte einige Beispiele für Ihre Forschungen nennen und erklären, wie diese den Unterricht oder die Kurse an Ihrer Schule oder Fakultät für Manga beeinflussen?

Seika: Die Forschung des Manga wird hauptsächlich von Doktoranden aus verschiedenen Ländern an unserer Universität durchgeführt. Außerdem an dem International Manga Research Center, das an unserer Universität extra etabliert wurde und auch mit Leidenschaft studiert wird (Kyoto Seika University International Manga Research Center). Ersteres hat bereits mehrere Doktoranden hervorgebracht, letzteres veranstaltet wiederum internationale Konferenzen und Ausstellungen im Kyoto International Manga Museum. Auch werden hier viele Projekte mit anderen japanischen Schulen und Universitäten betreut.

Dennoch konzentrieren sich die Absolventen der Abteilung, die das praktische Manga-Lernen studieren, auf die Erforschung von Manga-Technologien in der Industrie. Und sie werden nicht oft als Doktoranden oder Forscher in der Forschung als akademischen Bereich beschäftigt.

Wir würden uns eine Zunahme der Zahl der technischen Forscher wünschen, da es wenige von ihnen gibt im Vergleich zu den Theoretikern. Aber wir glauben, dass die Sichtweise der Menschen, die in ihrer Arbeit mit Manga zu tun haben, in der Zukunft tatsächlich wichtig wird. Auch kooperative Forschung mit theoretischen Forschern ist wünschenswert.

Welche Anforderungen werden erwartet, damit ein Auslandsstudent bei Ihnen studieren darf und wie wird dieser bei Ihnen betreut?

Das Wichtigste sind Kenntnisse der japanischen Sprache. Japanische Manga und deren Struktur sind sehr stark mit der Sprache verbunden. Wenn Studenten Japanisch gut verstehen, werden sie auch die Regeln und Grammatik eines Manga verstehen. Deswegen fordern wir von Austauschstudenten mindestens Niveau 2 der japanischen Sprache (Niveau 1 ist das höchste). Ab diesem Jahr werden ausländische Studierende die Fachprüfung nicht mehr mit ausländischen, sondern mit japanischen Studierenden ablegen, da bei einem Einstieg in die Forschungsabteilung der Masterstudiengang allein zu kurz ist, um genügend Wissen zu haben. Soweit es möglich ist, möchten wir, dass die Studenten die benötigten Kenntnisse noch vor dem Anfang des Doktorstudiums erlangen.

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Sie bieten Austauschprogramme mit beispielsweise deutschen Universitäten an. Ist die Anzahl an Auslandsstudenten in den vergangenen Jahren gestiegen? Falls ja, was sind Ihrer Meinung nach die Gründe?

Eigentlich sind die Studenten der Abteilung Manga nicht sehr begeistert vom Auslandsstudium. Während die Zahl der Studenten, die im Ausland studieren und das Austauschprogramm nutzen, steigt, ist die Manga-Schule immer noch in der Mitte, weil sie starkes Vertrauen in japanischen Manga haben. Auch sind sie an ihrem Debüt und Erfolg in Japan interessiert und ihnen fehlt das Interesse am Ausgehen.

Schließen bei Ihnen viele Auslandsstudenten das Studium erfolgreich ab? Falls dem nicht so sein sollte, was sind die Hauptgründe für einen Studienabbruch bzw. das Nichtbestehen der Prüfungen?

Ausländische Schüler der Universität betreten das Manga-Studium mit einer höheren Motivation. Deshalb erzielt die Abteilung für Manga und Forschung einen relativ hohen Abschluss. Auch in diesem Jahr gaben ausländische Schüler bei der Abschlusszeremonie ihre Antworten. In vielen Fällen können die Schüler ihren Abschluss nicht machen, weil sie nicht in der Lage sind, ihre japanischen Sprachkenntnisse zu verbessern. Oder sie geben auf, weil sie den Unterricht auf Englisch nicht verstehen.

Zu guter Letzt, inwiefern ist es Ihrer Meinung nach für die japanische Manga-Kultur wichtig, dass ausländische Studenten diese Zeichen- und Erzählkunst erlernen?

Wir glauben, dass Manga eine Weltsprache werden kann. Auch hoffen wir, dass die aus Japan stammende Ausdrucksweise in den Ländern der Welt verwurzelt sein wird. Allerdings auch, dass sich jedes Land auf diese Weise dann ausdrücken kann. Deshalb möchten wir, dass Menschen in Japan studieren, wo der Manga geboren wurde. Sie sollen dort die überwältigende Menge an Manga einsaugen und das daraus gewonnene Wissen in ihr Heimatland zurückbringen. Es ist außerdem wichtig, die gewonnenen Kenntnisse in einen einzigartigen Manga des eigenen Landes umzuwandeln und etwas Neues zu schaffen. Dann kommt zum ersten Mal die Zeit, in der die japanische Manga-Industrie in der Lage ist, sich auf globaler Ebene zu verbessern.

Wir bedanken uns bei der Kyoto Seika Universität für das Interview.

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