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Stadtkasse fehlen mehrere Millionen

Kyoto steht kurz vor dem Bankrott

Kyoto hatte vor der Pandemie durch Touristen einen stetigen Geldfluss, allerdings ist er versiegt und das macht sich in der Stadtkasse bemerkbar.

2019 kamen rund 53,5 Millionen Touristen in die Stadt, davon ungefähr 8,8 Millionen aus dem Ausland. Insgesamt wurden 1,2 Billionen Yen (ca. 9,1 Milliarden Euro) in der Stadt gelassen, das vierte Mal in Folge, dass die 1 Billion Yen überstiegen wurde.

Kyoto braucht 160 Milliarden Yen

In Kyoto gibt ungefähr 53.000 Hotelzimmer und während die Einwohner über den „Overtourism“ gestöhnt haben, hat sich die Stadtkasse über die stetigen Einnahmen gefreut.

Durch die Pandemie ist der internationale Tourismus allerdings zum Stillstand gekommen und die Stadt steht, laut Bürgermeister Daisaku Kadokawa, kurz vor dem Bankrott, wenn in den nächsten 5 Jahren nicht 160 Milliarden Yen (ca. 1,2 Milliarden Euro) aufgetrieben werden können.

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Zwar könnte man nun meinen, dass die Pandemie schuld an dieser Misere hat, allerdings sieht der Bürgermeister den größten Teil der Schuld an dieser Situation bei anderen.

Laut Kadokawa ist einer der Hauptgründe die U-Bahn, die 1997 eröffnet wurde. Die Baukosten waren 1,4 Mal so hoch wie eigentlich veranschlagt. Die Zahl der Fahrgäste wurde ebenfalls viel zu hoch eingeschätzt.

Dazu kommt, dass Einwohner, die über 70 Jahre alt sind, kostenlos oder zu einem ermäßigten Preis fahren können. Da Kyoto auch mit einer schnell alternden Bevölkerung zu kämpfen hat, erhalten immer mehr Menschen diese Subvention, was die Stadtkasse immer mehr belastet.

Ein weiterer Grund sind Studenten, die ungefähr 10 Prozent der Einwohner der Stadt ausmachen. Sie erhalten Rabatte und bekommen Steuererleichterungen, was der Stadtkasse auch nicht sonderlich guttut.

Zum Schluss ist da noch, dass Kyotos Beamte sehr gut bezahlt werden und die Stadt hat sehr viele davon.

Pläne um den Bankrott zu vermeiden

Es gibt mittlerweile verschiedene Überlegungen, die Stadt vor dem Bankrott zu bewahren, darunter auch Gehaltskürzungen für Beamte und die Streichung von 550 Stellen.

Außerdem sollen städtische Projekte und Subventionen überprüft und einige Grundstücke im Wert von 11,7 Milliarden Yen verkauft werden. Alles in den nächsten fünf Jahren.

Über eine Erhöhung der Grundsteuer wird allerdings nicht gesprochen, dafür gibt es allerdings auch einige Gründe, denn dann würde die Befreiung der Steuer für Tempel und Schreine entfallen, was kaum zu finanzieren wäre.

Zudem ist das nicht ganz einfach, denn Kyoto hatte 1985 bereits eine Steuer für Tempel eingeführt, was zu einem erbitterten Rechtsstreit führte, der 1988 damit endete, dass die Steuer abgeschafft werden musste.

Häme aus Osaka

Die Pläne von Bürgermeister Kadokawa stoßen im benachbarten Osaka auf Kritik und es gab einige Gegenvorschläge. Darunter, dass Kadokawa sich selbst das Gehalt um rund 40 Prozent kürzen sollte. Die Rede ist von 40 Prozent und die Streichung des Pensionsbonus. Kadokawa selbst hatte bisher 30 Prozent und eine Kürzung des Pensionsbonus von 16 Prozent angeboten.

Dazu sollte man wissen, dass Kyoto und Osaka seit langer Zeit eine gewisse Rivalität haben und beide Städte sehr unterschiedlich sind.

Das ändert allerdings nichts an der Situation, denn für die Einwohner der Stadt steht leider die Tatsache fest, dass sie drastische Einschnitte erleben werden und dass der Tourismus nach Corona immens wichtig ist.

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