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HomeNachrichten aus JapanKyotos Hassliebe zum Tourismus bleibt ungebrochen

Dringend benötigt, trotzdem gefürchtet

Kyotos Hassliebe zum Tourismus bleibt ungebrochen

Kyoto ist eines der beliebtesten Ziele für den Tourismus in Japan. Die Stadt begrüßt jährlich Millionen Menschen aus dem In- und Ausland, wobei man allerdings nicht unbedingt von Begrüßen sprechen kann.

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Touristen bringen Geld in die Stadtkasse und das wird besonders im Moment dringend benötigt, denn wegen der Pandemie und des Rückgangs der Touristen ist die Stadt pleite. Allerdings sind viele Einwohner von der Masse an Menschen genervt, sodass man vor der Pandemie sogar von einem „Overtourism“ gesprochen hat.

Die Angst vor Corona

So häuften sich in den letzten Jahren die Berichte über Touristen, die sich komplett daneben benommen haben, indem sie zum Beispiel Geishas hinterherliefen und sie belästigten, oder sogar einfach in Häuser hineinspazierten.

Das alles führte dazu, dass man Regeln aufgestellt hat, um ein wenig Ordnung in die Stadt zu bekommen, gefruchtet hattet es allerdings nicht.

Laut der japanischen Regierung übernachteten im vergangenen Jahr rund 5,17 Millionen Menschen in der Stadt, 2019 waren es 13,2 Millionen und insgesamt reisten rund 53,5 Millionen Menschen in die japanische Kulturhauptstadt.

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Ein weiteres Problem, das die Menschen derzeit mit dem Tourismus haben, ist die Befürchtung, dass die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus sprunghaft ansteigt, wenn die Touristenströme wieder zunehmen.

Dementsprechend ist man in der Stadt geteilter Meinung. Aus wirtschaftlicher Sicht will man, dass sich der Tourismus wieder auf dem alten Niveau einpendelt. Aus emotionaler Sicht würde man es vorziehen, dass ausländische Touristen nicht wieder in die Stadt zurückkehren.

Die Pandemie ist zwar nicht vorbei, aber die Reiselust bei den Menschen weltweit ist groß. Eigentlich müssten mittlerweile wieder viele Menschen nach Kyoto kommen, aber die japanische Regierung ist vorsichtig damit, das Land für den Tourismus zu öffnen. Doch gerade jetzt würde der schwache Yen Hotels und traditionellen Geschäften helfen, denn eine Reise nach und innerhalb von Japan ist gerade günstig.

2019 kostete zum Beispiel ein Ticket für den Shinkansen von Tokyo nach Kyoto 233 Euro. Aktuell liegt der Ticketpreis bei ca. 187 Euro.

Kyoto besonders hart von der Pandemie betroffen

Die Pandemie hat die Tourismusbranche in Kyoto besonders stark getroffen. Grund dafür ist, dass man sich in der Stadt besonders auf die ausländische Kundschaft konzentrierte.

Doch die Vorsicht der Regierung ist nicht der einzige Grund, wieso im Moment nur wenige Besucher in die Stadt kommen. Ein weiterer Grund sind die steigenden Preise, die den Inlandstourismus in einer Zeit abwürgen, in dem die Branche dringend auf Kunden angewiesen ist.

Zwar ist die Reiselust bei den Menschen in Japan enorm, das zeigen Zahlen der Branche, aber da die Preise für Energie und Lebensmittel immer schneller steigen, müssen die Haushalte sparen.

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