Anzeige
HomeNachrichten aus JapanLetzte "Pata Pata"-Anzeige im Großraum Tokyo wird abgebaut

Nicht nur Eisenbahn-Fans bedauern die Entscheidung

Letzte „Pata Pata“-Anzeige im Großraum Tokyo wird abgebaut

Zwei Aspekte sind den Eisenbahn-Fans in Japan wichtig. Einerseits freuen sie sich über immer neue Züge und Bahnhöfe, die es zu entdecken gilt, andererseits hängen sie auch an den älteren Technologien, die noch bis heute in Betrieb gehalten wurden.

Anzeige

Mittlerweile gibt es für die zahlreichen Eisenbahn-Fans in Japan sogar schon ein eigenes Wort. Die „Tetsuota“ im Großraum Tokyo müssen jetzt einen schweren Schlag verkraften, denn der Bahnbetreiber Keikyu kündigte an, die letzte im Großraum Tokyo noch vorhandene „Pata Pata“-Anzeigetafel im Bahnhof Keikyu Kawasaki abzubauen.

„Pata Pata“-Anzeigen waren eine Revolution

„Pata Pata“ ist die Bezeichnung vieler Japaner für die Klappschilder, die früher an fast allen Bahnsteigen im Land zu finden waren. Der Spitzname leitet sich von dem schnellen Klacken ab, das entsteht, wenn die Anzeige neu eingestellt wird. Das Schild im Keikyu Kawasaki-Bahnhof wurde dort im Winter 1986 installiert und war das erste seiner Art.

Es erwies sich als einfache Methode, die Passagiere schnell mit den nötigen Informationen zu versorgen, damit sie sicher an ihr Ziel kommen. Da die Keikyu-Linie viele verschiedene Orte in ganz Japan miteinander verbindet, war dies wichtig, damit alle Fahrgäste den richtigen Zug erwischten.

LESEN SIE AUCH:  Leseclub kämpft am Bahnhof Kawasaki gegen Hassreden an

Mittlerweile gilt die Technik als überholt und an allen anderen Bahnhöfen sind die nostalgischen Schilder bereits durch moderne LED-Anzeigen ersetzt worden. Im Februar wird auf im Bahnhof Kawasaki das „Pata Pata“-Schild entfernt und durch eine neue Anzeige ersetzt, die leichter zu bedienen und zu warten ist. Für viele Reisende machte die Anzeige allerdings auch den besonderen nostalgischen Charme des Bahnhofs aus, wenn laut ratternd das Ziel oder die Zeit angepasst werden.

Anzeige

Vor wenigen Tagen kommunizierte die Bahngesellschaft ihre Entscheidung auch über die sozialen Netzwerke und sorgte dort für viele Kommentare. Viele Japaner sind traurig, sich endgültig von den „Pata Pata“-Schildern verabschieden zu müssen. Der nostalgische Wert war für die Menschen sehr hoch und sie bedauern, dass ein weiteres Stück der Showa-Zeit (1926 – 1989) damit aus dem Bild Japans verschwindet.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Anzeige

Inhalt laden

Schicksal der letzten Tafel noch unklar

Auch der Bahngesellschaft ist klar, dass viele Fans traurig über diese Entscheidung sind und ließ deswegen überall auf dem Bahnhof Kawasaki Plakate mit Abschiedsnachrichten anbringen. Auf diesen werden die Menschen aufgerufen, sich das Schild noch ein letztes Mal anzusehen. Gleichzeitig stellte das Unternehmen eine Reihe von Erinnerungsstücken an das Schild vor. So soll es bald Schlüsselanhänger, Magnete und andere „Pata Pata“ Merchandise-Artikel geben.

Außerdem ist für die Nacht des 4. Februars eine spezielle Late-Night-Tour geplant, bei der der Zugführer die Funktionsweise der Anzeigetafel erklärt und die Passagiere entscheiden dürfen, welche Informationen die Retro-Tafel anzeigen soll. Was anschließend mit der Tafel selbst passieren wird, hat Keikyu noch nicht bekannt gegeben. Das Unternehmen betreibt aber ein eigenes Eisenbahn-Museum, in dem sich gewiss ein passender Platz für die „Klacker-Tafel“ finden lässt.

Lange hoffen die Fans, dass es weiter geht
Erinnerung an beliebtes „Pata Pata“-Schild Bild: Keikyu
Anzeige
Anzeige