Stats

Anzeige
Home News LGBT-Aktivisten hoffen auf Wahlen in Japan

LGBT-Aktivisten hoffen auf Wahlen in Japan

Japaner werden LGBT-Personen gegenüber immer aufgeschlossener

Japan ist im Bereich der Rechte für LGBT noch nicht besonders liberal. Viele Aktivisten erhoffen sich nun von der kommenden Wahl zum Oberhaus neue Diskussionen über mehr Rechte.

Das Ziel der LGBT-Gemeinschaft ist eine rechtliche Anerkennung von Partnerschaften homosexueller Paare. Dies lehnt die japanische Regierung allerdings ab. Daher klagten im Februar 13 gleichgeschlechtliche Paare wegen verfassungswidriger Behandlung gegen die japanische Regierung. Auf lokaler Ebene gebe es langsam kleine Fortschritte, die Hoffnung machen. So stellen seit 2015 einige Gemeinden, angefangen bei zwei Bezirken von Tokyo, „Partnerschaftszertifikate“ für schwule, lesbische, bisexuelle und transgender Paare aus.

Partnerschaftszertifikate geben homosexuellen Paaren lokal mehr Rechte

Die Präfektur Ibaraki war im Juli die erste Präfektur, die Partnerschaftszertifikate für LGBT-Personen ausstellt. Damit sind homosexuelle Paare im Bereich des Wohnens in städtischen Wohnungen und bei medizinischen Entscheidungen gleichberechtigt, aber nur auf lokaler Ebene. Doch mehr können lokale Regierungen nicht unternehmen, stattdessen müsste die Regierung in Tokyo Schritte einleiten.

Mehr zum Thema: 
Umfrage sieht Regierungskoalition bei Wahlen in Japan vorn

Viele Aktivisten setzen ihre Hoffnung in die Politiker. Shigeyoshi Suzuki, ein 41-jähriger Grundschullehrer in Tokyo, erwartet von den Politikern, dass sie „die Initiative ergreifen, sich in LGBT-Fragen zu engagieren“. Damit könnte man eine offenere Diskussion mit den Gegnern erreichen. Suzuki wusste bereits seit seiner Kindheit, dass er homosexuell ist, outete sich aber erst mit Ende 30. Er hatte zu viel Angst, dass seine Familie und Freunde sich von ihm abwenden. Nun engagiert er sich sehr stark für LGBT-Rechte und leistet Aufklärungsarbeit.

Parteien wollen sich als besonders offen für LGBT-Rechte zeigen

Im Vorfeld der Wahlen wollen sich viele Parteien als besonders offen präsentieren und zeigen sich so bereit, mehr auf die LGBT-Aktivisten zuzugehen. Auch die LGBT-Kandidaten wollen in diesem Wahlkampf ihre Rechte ins Zentrum rücken. Laut dem LGBT Policy Information Center of Japan gab es seit 2005 mindestens acht offene LGBT-Politiker, von denen zwei – Taiga Ishikawa und Hiroko Masuhara – auch dieses Jahr wieder antreten. Masuhara tritt dabei aus Frust über die langsame Reaktion der Regierung an. „Diätvertreter sind die langsamsten (bei der Durchführung von Veränderungen), trotz der veränderten Einstellung der Bürger“, sagte sie.

Auch Ayako Fuchigami, 44, von der Verfassungsdemokratischen Partei Japans, die transgender ist, spricht die Bedeutung von Politikern, die sich für LGBT-Rechte einsetzen, an: „Wenn LGBT-Einzelpersonen ihre Stimme nicht erheben, wird das Verständnis und die Gesetzgebung der Gesellschaft nicht vorankommen.“

Japaner LGBT gegenüber offener eingestellt

Tatsächlich wandelt sich die Meinung der Japaner zu LGBT-Rechten inzwischen. Eine Umfrage ergab im letzten Oktober, dass 78,4 Prozent der Japaner für eine Ehe homosexueller Paare sind, 82,7 Prozent stimmten einer Tokyoter Metropolitanverordnung zu, die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität verbietet, und 72,1 Prozent glauben, dass es eine landesweite Pro-LGBT-Gesetzgebung geben sollte. Auch die Parteien werden offener. Bei einer Debatte Anfang Juli sagten fünf der sieben Führer der Parteien, dass ihre Parteien den Schutz der LGBT-Rechte unterstützen. Die konservativ regierende Liberal-Demokratische Partei und die Komeito-Partei forderten in dieser Angelegenheit Vorsicht, obwohl beide auch gesagt haben, dass sie eine willkommene Gesellschaft für LGBT-Bürger schaffen wollen.

Zudem war es im Januar zu einem Vorfall gekommen, bei dem Katsuei Hirasawa, eine Politikerin der Liberaldemokratischen Partei, zurücktreten musste. Sie hatte im Internet heftige Kritik bekommen, nachdem sie gesagt hatte, dass „ein Land zusammenbrechen würde“, wenn alle zu LGBT würden. Den Wechsel in der Politik sehen auch andere Politiker wie Wataru Ishizaka, 42, ein offen schwules Mitglied der Nakano Ward Assembly in Tokyo. „Mehr Vielfalt und mehr Diskussionen sind gut für die nationale Regierung. Wir tun so viel auf lokaler Ebene, dass auch die nationale Regierung in der Lage sein sollte, etwas zu tun“, sagte er.

Quelle: kyodo

Anzeige
  • Themen in Artikel:
  • LGBT
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren:

Rolling Sushi - der Japan-Podcast

Rolling Sushi - Japan für die Ohren

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Cookie-Einstellung

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und Werbung einblenden zu können,verwenden wir Cookies. Datenschutz | Impressum

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück