Anzeige
HomeNachrichten aus JapanLGBT in Japan: Sapporo erkennt Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare an

LGBT in Japan: Sapporo erkennt Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare an

Die Stadtregierung von Sapporo hat verkündet, dass Partnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare ab dem 01. Juni 2017 offiziell anerkennt werden.
Sapporo ist damit die erste japanische Großstadt, die einen solchen Schritt vollzogen hat.

Anzeige

Die Lokalregierung von Sapporo hatte ursprünglich geplant, die Regelung schon im April 2017 einzuführen. Weil man aber erstmal die Öffentlichkeit über die neue Regelung informieren wollte, hat sich die offizielle Anerkennung um wenige Monate verschoben.

Mehrheit der Einwohner von Sapporo heißt die neue Regelung willkommen

Insgesamt 1,500 Einwohner der Stadt haben an einer öffentlichen Befragung zu dem Thema teilgenommen und die Resultate waren positiv: die Mehrheit der befragten Personen hat das Vorhaben begrüßt. Opponenten argumentierten, dass die sinkende Geburtenrate in Japan durch die Regelung noch weiter sinken könnte.

Sapporo ist nicht die einzige Stadt, die die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften offiziell eingeführt hat. Die Tokyoter Bezirke Shibuya und Setagaya, die Kleinstädte Iga und Takarazuka und die Stadt Naha auf Okinawa haben diesen Schritt bereits vollzogen.

Was beinhaltet die offizielle Anerkennung von LGBT-Paaren?

Anzeige

Laut der neuen Regelung können alle diejenigen eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft anerkennen lassen, die mindestens 20 Jahre alt sind und eine Meldebestätigung der Stadt Sapporo besitzen. Von der Stadtregierung erhalten die LGBT-Paare dann ein offizielles Zertifikat und eine Kopie ihres Partnerschaft-Gelübdes.

Auch wenn das Zertifikat den Paaren keine besonderen Rechte überträgt und nicht rechtlich bindend ist: der LGBT-Gemeinde soll damit geholfen werden, Lebensversicherung abzuschließen, auf Wohnungssuche zu gehen oder beispielsweise Familienverträge beim Handykauf abzuschließen.

LGBT in Japan: Sapporo erkennt gleichgeschlechtliche Partnerschaften an
Die Tokyo Rainbow Pride Parade, das schillernde Fest der japanischen LGBT-Gemeinde, zieht jährlich Tausende Menschen an (2015) | Flickr © Veroyama (CC BY-NC-ND 2.0)

LGBT in Japan: der schwierige Weg zu mehr gesellschaftlicher Akzeptanz

Mit der schrittweisen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in mehreren Japanischen Städten hat die LGBT-Gemeinde in den letzten Jahren erheblich an gesellschaftlicher und politischer Akzeptanz gewonnen. Auch die Regierung hatte 2016 angekündigt, die LGBT-Gemeinde stärker fördern zu wollen. Im Zuge dessen wurde sogar ein Verbot für Staatsbeamte erlassen, diskriminierende Bemerkungen über die sexuelle Orientierung am Arbeitsplatz zu äußern.

Im Jahre 2015 hat das japanische Bildungsministerium alle Landschulräte angewiesen, die Rechte sexueller Minderheiten besser zu schützen. Dafür wurde eigens eine Broschüre entworfen und an die Lehrer weitergegeben. Gemäß Angaben der Japan Times werden allerdings noch immer knapp 60% aller sexuellen Minderheiten in der Schule diskriminiert und ausgenutzt. Das verdeutlicht, dass Japan noch einen langen Weg vor sich hat, wenn es um die gesellschaftliche Akzeptanz von Homosexuellen, Bisexuellen und Transgender geht.

Quelle: Japan Times

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Neuste Artikel