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12 Meter hohe traditionell japanische Puppe wird zum ersten Mal liegend ausgestellt

Vor Kurzem wuchs das Interesse an einer traditionell japanischen Puppe in den Sozialen Medien ganz plötzlich. Dies geschah, als die örtlichen Behörden Kyotos den Ausstellungsveranstalter aufforderten, sie nur noch auf der Seite liegend auszustellen.

Ursprünglich hatten die Organisatoren geplant, die traditionell japanische Puppe, die Kokeshi, im ROHM-Theater in Kyoto aufzustellen. Dort sollte sie dann auch in ihrer ursprünglichen vertikalen Position präsentiert sein. Nun mussten sie diesen Plan jedoch aufgeben und die Puppe stattdessen hinlegen. Denn der Veranstaltungsort befindet sich in einer bestimmten Zone der Stadt, die besonderes viel Rücksicht und Bedacht erfordert. Dort soll es keinerlei Beeinträchtigungen oder Störungen der umliegenden Landschaft geben.

Die 12 Meter hohe Kokeshi hätte dieser Richtlinie stehend nicht entsprochen. Daher muss sie nun liegen. Sie ist das Werk des modernen Künstlerduos Yotta. Zu diesem gehört Kimitaka Kisaki, Absolvent des Kyoto Institute of Technology, und Hiromishi Yamawaki, Absolvent der Kyoto University of Art and Design. Sie trägt den Namen Hanako und ist nach traditionell japanischen Mustern entworfen. Diese stammen vor allem aus der Region Tohoku im Nordosten Japans. Besonders interessant ist die Puppe, weil sie ab und an ihren Besuchern erzählt, dass sie hungrig sei.

Die traditionell japanische Kokeshi liegt zum ersten Mal

Obwohl die Puppe bereits seit ihrer ersten Ausstellung 2011 an zahlreichen Orten in ganz Japan ausgestellt war, ist dies das erste Mal, dass sie liegen muss. Denn traditionell – und vermutlich auch für jedermann natürlich – würde sie aufgerichtet stehen. Die Ausstellung in Kyoto organisierte die Stadt selbst gemeinsam mit anderen Partnern im Rahmen des Kyoto-Power-of-Culture-Projekts. Sie soll die kulturellen Attraktionen der Stadt vor den olympischen und paralympischen Spielen fördern. Nach Angaben der Kommunalvertreter von Kyoto sollte die Kokeshi eigentlich normal stehen. In der Planungsphase forderte die Stadtverwaltung dann jedoch, dass „so viel Rücksicht genommen werden sollte wie möglich, um die umgebende Landschaft zu erhalten.“

Zunächst konnten die Veranstalter die Puppe auch in der traditionell üblichen aufrechten Position zeigen. Der Veranstaltungsort benötigte den Platz für die erwarteten großen Menschenmengen beim Kyoto-Marathon im Februar. Am 28. Februar legten die Verantwortlichen sie dann jedoch auf die Seite. Im März errichteten sie zusätzlich ein Schild, das die Besucher aufforderte, über die ungewöhnliche Position zu spekulieren. Daraufhin erhielten die Mitarbeiter vor Ort einige Kommentare. Dazu zählten Vermutungen wie „sie ist vermutlich müde“ und „vielleicht imitiert sie einen liegenden Buddha“. Die Stadt wollte den Besuchern bisher die tatsächliche Antwort nicht preisgeben. Sie wollten lieber ihre Fantasie ankurbeln.

Einige Besucher waren von der so seltsamen und nicht gewöhnlichen Position so verwirrt, dass sie dachten, die Ausstellung sei schon vorbei. Der 65-jährige Besucher Shuri Obayashi sagte, er habe zunächst gedacht, die Puppe werde bereits wieder eingepackt. Erst später habe er bemerkt, dass sie auf einer erhöhten Plattform lag. Dann ging ihm auf, dass sie wohl absichtlich in dieser Position sei. Ob es nun die Absicht der Stadt war oder nicht: Die Puppe erregt in ihrer ungewöhnlichen Position auf jeden Fall besonders viel Aufmerksamkeit.

Quelle: Kyodo

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