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HomeNachrichten aus JapanLifestyleBeliebte Spielhalle in Shinjuku schließt nach 48 Jahren endgültig

Ein weiteres japanisches Traditions-Unternehmen, das der Corona-Pandemie zum Opfer fällt

Beliebte Spielhalle in Shinjuku schließt nach 48 Jahren endgültig

Wenn wir an Spielhallen denken, hören wir klappernde Münzen und die verschiedenen Soundeffekte der Automaten. Dazwischen sind immer wieder freudige und verzweifelte Laute der Zocker zu hören, wenn die Spiele mal wieder nicht so laufen, wie sie sollen.

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Das letzte Mal waren diese Geräusche Ende November 2020  in der Shinjuku Playland Carnival-Spielhalle zu hören. Das Gaming-Center ist seit fast 50 Jahren in Tokyoter Stadtteil Kabukicho zu finden. Jetzt erklärte die Geschäftsleitung, dass eine Wiedereröffnung nach dem Ende der Pandemie ausgeschlossen ist.

Spielhallen als Teil der städtischen Kultur

Viele Stammgäste nannten die Spielhalle einen „heiligen Ort“, die immer wieder Zocker in die Hauptstadt lockte. Wegen der fortschreitenden Pandemie kamen allerdings immer weniger Gamer, sodass der Betreiber Joypack Leisure keine andere Möglichkeit sah, als den Betrieb einzustellen. Man wusste bereits seit einiger Zeit, dass es nicht einfach werden würde, allerdings hatten die Betreiber lange Zeit noch die Hoffnung, die Situation überstehen zu können. Diese hat sich leider nicht erfüllt.

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1972 eröffnete das Geschäft unter dem Namen Casino Game Las Vegas. 1993 erfolgte der Wechsel zu einem klassischen Spielhallen-Betrieb. Auf rund 1.500 Quadratmetern, verteilt auf zwei Etagen, waren mehr als 400 Automaten untergebracht. Die Shinjuku Playland Carnival gehörte lange Zeit zu den größten Spielhallen Tokyos.

Neben immer wieder neuen Spielen bot die Halle auch eine Vielzahl von Klassikern, darunter die in den 1990er-Jahren beliebten Kampf-Games. Insgesamt reichte das Angebot von Automaten für erfahrene Gamer über Familien und Paare bis hin zu Spielen, die Passanten von der Straße immer wieder in das Haus lockten. In Spitzenzeiten kamen so mehr als 5.000 Gamer täglich, um in der Spielhalle ihre Zeit zu verbringen.

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Mit fortschreitender Verbreitung von Spielekonsolen, Online-Games und Spielen fürs Smartphone wurden Spielhallen immer seltener. Trotzdem konnte sich der Shinjuku Playland Carnival, auch wegen seiner Bekanntheit bei ausländischen Touristen bisher auf dem Markt behaupten.

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Corona beutetete das Ende für viele Spielhallen

Mitte letzten Jahres verschlechterte sich die Lage, da die Menschen wegen Corona vermehrt zu Hause blieben und auch Touristen kaum noch ins Land kamen. Schon zwischen April und Juni 2020 musste der Betrieb eingestellt werden, danach machte man zwar weiter, allerdings erholten sich die Besucherzahlen kaum.

Im Jahresschnitt kamen nur 40 Prozent der Besucher des Vorjahres. Vor allem in den letzten offenen Tagen kamen viele langjährige Stammkunden, um sich zu verabschieden. Viele von ihnen kamen jeden Tag, um ein paar Spiele zu zocken.  Zum Ende hin änderte der Spielhalle noch einmal das Angebot an Automaten und setzte auf Wunsch der Kunden hin vermehrt auf Gaming-Events.

Spielhallen als Stätte kulturellen Lebens
Spielautomaten soweit das Auge reicht Bild: Asahi Shimbun / Ryo Oyama

Das Geschäft in Shinjuku gehörte zu den letzten Spielhallen, die aufgrund der Pandemie in der Hauptstadt geschlossen haben. In Akihabara, einem Paradies für Gamer, gehörten Spielhallen zum Stadtbild. Allerdings erklärten auch dort bekannte Anbieter das Aus für ihre Angebote, nachdem alle Hallen im März wegen der Pandemie schließen mussten. Viele Anbieter erklärten bereits zu diesem Zeitpunkt, dass sie nicht mehr öffnen würden. In Akihabara gab es ebenfalls viele Stammkunden, die einen Teil ihres Lebens in den Gaming-Centern verbrachten und dementsprechend enttäuscht über die Schließungen waren.

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