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Ob im Wettkampf oder einfach zum Spaß, Cosplay erobert die Welt

Cosplay erobert langsam die Welt

Cosplay, also sich wie ein Charakter aus einem Manga, Anime, Film, Game et cetera zu verkleiden, wird immer beliebter. Es gibt weltweit eine große Cosplay-Szene, aber es gibt Regeln, an die sich besonders Fotografen halten sollten.

Saki hat schwarze Haare und trägt eine hellblaue Schuluniform, die sie als Charakter aus dem Smartphone-Game Ensemble Stars auszeichnet. Sie ist zwar Rechtshänderin, doch sie greift mit der linken Hand zu einer Tasse, um daraus zu trinken.

„Der Charakter ist Linkshänder, also wäre es seltsam, wenn ich die Tasse mit meiner rechten Hand greifen würde. Ich habe mir Mühe gemacht, mich so zu verkleiden, also muss ich mich auch voll in die Figur vertiefen.“

Saki nimmt an der Tokyo Cosplay Collection teil, einem von mehreren tausenden Cosplay-Events, die jährlich auf der ganzen Welt stattfinden.

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Einmal in einem Kostüm, verhält man sich auch wie der Charakter, den man darstellt

Das Wort Cosplay ist eine Mischung aus „Kostüm“ und „Spiel“, es bezeichnet Menschen, die sich als Charaktere aus Anime, Manga, Games, Filmen et cetera verkleiden. Einmal im Kostüm, verhalten sie sich auch so wie der Charakter, den sie interpretieren und nehmen an Veranstaltungen teil.

Comiket 92 Bild: Sumikai.com
Cosplay auf der Comiket 92 Bild: Sumikai.com

„Du kannst eine andere Version von dir werden“, sagt eine andere Cosplayerin der Tokyo Cosplay Collection, die als Kenma Kozume vom Manga „Haikyu !!“ gekleidet ist. „Die Persönlichkeit verändert sich damit. “

Trotz der Ursprünge auf der World Science Ficition Conevention 1939 in New York, hat Cosplay in Japan einen festen Platz gefunden. Der Begriff selbst wurde 1983 vom Journalisten Nobyuki Takahasi geprägt.

Cosplay hat sich mittlerweile zu einem echten globalen Phänomen entwickelt

Am 27. Juli treffen sich Cosplayer aus aller Welt in Japan zum 4. World Cosplay Summit. Bei der jährlichen Veranstaltung nehmen Menschen aus 42 Ländern an einer Reihe von Shows und Paraden in Tokyo teil, danach kämpfen sie in Nagoya um den Weltmeistertitel im Cosplay. Vorher mussten die Teilnehmer in nationalen Wettbewerben antreten.

Das erklärte Ziel des World Cosplay Summits ist die Förderung der internationalen Beziehungen durch die japanische Popkultur. Die Veranstaltung wird von drei japanischen Ministerien unterstützt. Die Veranstalter des Wettbewerbs beschreiben Japan als „heiliges Land der Popkultur“ und haben Teilnehmer aus so unterschiedlichen Ländern wie Saudi-Arabien, Trinidad und Tobago, Chile und Bulgarien zur Teilnahme eingeladen.

Auf dem World Cosplay Summit zu sein ist ein Traum für viele Cosplayer

„Auf dem World Cosplay Summit zu sein, ist ein Traum für mich und ich kann nicht glauben, dass ich die Chance habe, dies einmal zu erleben“, sagt Fabienne „Kalimsshar“ Fauvin, die Frankreich mit ihrer Partnerin Allison „SakuraFlame“ vertreten wird. Fauvin trat 2014 auch beim Wettbewerb auf. „Dank Cosplay habe ich die Möglichkeit, viel zu reisen und Cosplayer aus verschiedenen Ländern zu treffen.“

Comiket 92 Bild: Sumikai.com
Comiket 92 Bild: Sumikai.com

Beim World Cosplay Summit handelt es sich um einen Wettbewerb, bei dem Teams aus zwei Personen vor einer Jury zweieinhalb Minuten eine Show aufführen. Die Kostüme müssen von den Teilnehmern handgefertigt sein und japanische Titel als Ausgangsmaterial verwenden.

Liebe zum Detail und handwerkliches Können

Das handwerkliche Können, die Innovation und besonders die Liebe zum Detail, die in die Kostüme gesteckt werden, sind beeindruckend.

Nicht alle Cosplayer treten in Wettkämpfen gegeneinander an oder sind so ernst dabei, wie diejenigen, die in Nagoya gegeneinander antreten werden. Cosplay ist für die Mehrheit einfach ein Hobby.

Die meisten Teilnehmer der Tokyo Cosplay Collection haben ihre Outfits gekauft anstatt sie zu fertigen und sagen, dass sie Cosplay mögen, weil es ihnen die Chance gibt, für einen Tag zu ihrem Lieblingscharakter zu werden.

Klare Regeln für Fotografen

Cosplayer sind beliebte Motive für Fotografen, dabei sind die Regeln allerdings klar definiert und es wird darauf geachtet, dass diese eingehalten werden.

Es gehört sich zum Beispiel, dass ein Fotograf, bevor er ein Foto aufnimmt, vorher nachfragt.

Cosplay während des Comic Market 92 Bild: Sumikai
Cosplay während des Comic Market 92 Bild: Sumikai

Die Frage der Zustimmung und der Grenzen in der Welt von Cosplay ist relevant. Die Mehrheit der Cosplayer sind Frauen und viele der Figuren, die sie darstellen, tragen figurbetonte Outfits.

Über Vorfälle von sexueller Belästigung und Fotografierens ohne Erlaubnis wurde im Laufe der Jahre vielfach berichtet, aber eine Kampagne zur Sensibilisierung namens Cosplay Is Not Consent, die 2014 auf der New York Comic Con gestartet wurde, hat dazu beigetragen, Einstellungen zu ändern.

„Die Leute wussten nicht wirklich, wie man einen Cosplayer am besten behandelt“, sagt Stella Chuu, eine 30-jährige professionelle Cosplayerin, die in Los Angeles lebt. „Sie machten ein Foto wie mit einem Freund, legten uns also die Hand um die Taille oder umarmten uns.“

„Wir gründeten also die Bewegung Cosplay Is Not Consent und es ist nur eine Möglichkeit, die Leute daran zu erinnern, dass wir keine Objekte sind. Wir sind Menschen. Mach keine Fotos von mir, wenn ich einen Cheeseburger im Mund habe oder wenn ich wirklich müde bin“, so Chuu.

Quelle: Wikipedia, Ma, AS, TJT

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