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Craft Gins aus Japan sind beliebter denn je

Nicht nur in Europa, sondern auch in Japan mögen immer mehr Menschen Craft Gins. Doch im Unterschied zu Europa, verleihen die japanischen Hersteller ihren handgemachten Gins die spezielle japanische Geschmacksrichtung.

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Unter anderem greifen die Hersteller auf Produkte wie Kirschblüten, „Yuzu“ Zitrusfrüchte und teilweise sogar heilige Pflanzen zurück, um sich auf dem steigenden Markt abzuheben. Gin wird oft in Cocktails verwendet und ist ein Alkohol, der aus Getreide und anderen Rohstoffen hergestellt wird. Der eigentlich recht geschmacksneutrale Alkohol bekommt erst durch die Zugabe von Wacholderbeeren, Fruchtschalen, Gewürzen und anderen Pflanzenstoffen während des Destillationsprozesses seinen eigentümlichen Geschmack.

Und genau darauf setzen auch die Hersteller der Craft Gins, denn sie geben unterschiedlichste Gewürze und andere Komponenten hinzu, um einen eigenen unverkennbaren Geschmack zu entwickeln. Mitarbeiter einer Bar in Osaka, die sich auf Gin spezialisiert hat, sagen, dass die Bestellung für japanische Carft Gins von Kunden im Alter von 20 bis 40 Jahren und von ausländischen Touristen zunehmen. Eine Destillerie in Kyoto, die als Pionier des heimischen Craft Gins gilt, brachte 2016 ihren Ki No Bi Kyoto Dry Gin auf den Markt. In diesen Gin werden elf verschiedene aromatische Zutaten hinzugegeben, unter anderem „Gyokuro“, ein grüner Tee aus Kyoto und Yuzu.

Die Flasche Gin ist für 5.400 Yen (etwa 41,32 Euro) inklusive Steuern erhältlich und gewann sogar bei einem Wettbewerb in Großbritannien eine Goldmedaille. Laut dem Supervisor von Ki No Bi wählen die Kunden heute Produkte, die ihren Werten entsprechen, auch wenn sie mehr kosten, so sind sie vermutlich auch zu den Craft Gins gekommen. Ein weiterer Hersteller von Craft Gin ist Nakano BC Co., die eigentlich für ihren „umeshu“ (japanischen Aprikosenlikör) bekannt sind. Doch sie produzieren auch einen Gin, der „Kozue“ heißt und unter anderem Blätter einer Konifere, die im buddhistischen Tempel von Koyosan als heilig gilt und „satsuma“ Orangenschalten beinhaltet. Die Flasche kostet 2.916 Yen (etwa 22,31 Euro) inklusive Steuern.

Auch Chugoku Jozo Co, mit Sitz in Hatsukaichi, Präfektur Hiroshima, entwickelt einen eigenen Craft Gin. Ihr Gin heißt Sakurao Gin Limited und wird mit Austernschalen und Zitronen hergestellt. Die Flasche kostet 5.940 Yen (etwa 45,45 Euro) inklusive Steuern. Doch auch große Getränkeunternehmen, wie beispielsweise Asahi Breweries Ltd., die ihren Nikka Coffey Gin herstellen, nehmen an dem Wettbewerb teil. Der Nikka Coffey Gin wird bei Nikka Whisky Distilling Co. hergestellt und beinhaltet unter anderem „Sansho“ japanischen Pfeffer, Yuzu und andere aromatische Zutaten. Die Flasche kostet inklusive Steuern 4.860 Yen (etwa 37,19 Euro).

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Ein weiterer Hersteller für Craft Gin ist Suntory Spirits Ltd., der einen Gin mit dem Namen Roku produziert. Der Craft Gin beinhaltet unter anderem Kirschblüten, Gyokuro und Sansho und ist für 4.320 Yen (etwa 33,06 Euro) inklusive Steuern erhältlich. Mitarbeiter von Suntory Spirits teilten mit, dass der inländische Markt für Gin 2017 um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Auch der Betreiber einer High-End-Supermarktkette, Seijo Ishii Co., konnte im März 30 Prozent mehr Gin als im Vorjahr verkaufen. Der Betreiber hat bereits seit 2016 seine Verkaufsflächen für Gin erweitert und handelt derzeit mit rund 50 Gin-Sorten aus Japan und dem Ausland. Darunter befinden sich etwa 30 Craft Gins.

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