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Der Pager-Service in Japan geht zu Ende

Der letzte verbleibende Pager-Betreiber kündigt die Stilllegung des Services an. Doch noch bleiben den Usern einige Monate Zeit, bis sie sich von den alten Geräten vollständig verabschieden müssen. Denn die Zahl der Nutzer bleibt bis heute überraschend hoch.

Die meisten Menschen in Japan taten sich schwer damit, zu den neuen Handys und Smartphones zu wechseln. Mit ein Grund dafür war der fortschrittliche Entwicklungsstand der Flip-Phones in Japan im Vergleich zum Rest der Welt. Doch mittlerweile haben die meisten sich auf die neuen Technologien umgestellt und alle alten Geräte entsorgt. Naja, bis auf die etwa 1.500 Menschen in Japan, die noch immer die alten Pager oder „Pocket bell“, wie sie dort heißen, nutzen.

Mitte der 90er Jahre setzten sich die Pager in Japan deutlich gegenüber allen anderen Technologien durch. Es ist nicht schwer, die Gründe zu verstehen. In einem Land, in dem Pendelzeiten von mehr als einer Stunde zum Alltag gehören und wo persönliche Telefonate auf der Arbeit fast grundsätzlich verpönt sind, waren Pager die einzige Möglichkeit, die damals blieb. So konnte jeder mit Freunden und Familie in Kontakt bleiben, ohne für private Telefonate schräg angesehen zu werden. Vor allem die flexible und vielfältige Art in Japan Zeichen und Ziffern zu lesen machte es zudem möglich, ausschließlich numerische Geräte als rudimentäre Textnachrichtengeräte zu verwenden. Beispielsweise konnte mit der Nachricht „999“ Dank ausgedrückt werden. Das scheint zunächst sehr seltsam zu sein, doch auf Japanisch spricht man „drei Mal neun“ als „san (3) kyuu (9)“, was also ausgesprochen wie „Thank you“ klingt.

Pager von Tokyo Telemessage
Quelle: SoraNews24

Auf den Pager Beliebtheits-Boom folgt schnell ein Rückgang der Nachfrage

1968 begannen die ersten Pager-Service-Anbieter Nippon Telegraph, unterhalten von der japanischen Regierung, und Telephone Public Corporation ihre Dienste. Doch es dauerte nicht lange, bis auch Unternehmen wie NTT in diese Industrie eintraten. 1996 hatten die kleinen Textgeräte dann ihren Höhepunkt in Japan. Das Ministerium für innere Angelegenheiten und Kommunikation gab damals an, dass etwa 10,61 Millionen Verträge für die Geräte im Land unterschrieben waren. Doch so schnell und rasant die Beliebtheit gestiegen war, so schnell schwand sie auch wieder. Denn die kompakten, technisch ausgereifteren Handys erschienen auf dem Markt. Wettbewerb und technische Neuerungen senkten die Preise genug, dass schließlich auch Teenager mit ihren Eltern darüber sprechen konnten, ein solches Gerät zu erwerben. Ähnliches geschieht momentan mit den Smartphones.

50 Jahre nach dem Debut der ersten Pager in Japan gibt es nun nur noch ein einziges Unternehmen im ganzen Land, das weiterhin den Pager-Service anbietet: Tokyo Telemessage. Sie haben ihren Hauptsitz im Shinbashi Distrikt Tokyos. Und ihre treuen 1.500 Kunden nutzen die Pager bis heute. Die Meisten von ihnen arbeiten im medizinischen Bereich und haben gute Gründe für die Wahl dieser Geräte. Denn die neuen Smartphones und auch schon die Klapphandys senden zu viele elektromagnetische Wellen aus. Diese können für andere lebenswichtige Geräte beeinflussen und sogar zu Fehlfunktionen oder Aussetzungen dieser führen. Daher nutzen viele lieber die ungefährlichen Pager, die weniger dieser Wellen aussenden.

Als ersten Schritt eines graduellen Ausstiegs begann Tokyo Telemessage vor fünf Jahren bereits, keine neuen Verträge mehr anzunehmen. Dadurch haben sie nun so wenig Kunden, dass der Pager-Betrieb für sie nicht mehr tragfähig ist. Sie verlagern ihren Fokus mehr auf die Technologien der drahtlosen Kommunikationen für Notfallversorgungsteams.

Ab Ende September 2019 ist für die Pager Schluss

Am 3. Dezember verkündete das Unternehmen die endgültige Einstellung des Pager Services. Ende September nächsten Jahres ist es dann so weit und der letzte Anbieter beendet sein Angebot. Diese unvermeidbare Entwicklung löste jedoch im gesamten Land eine Welle der Nostalgie aus. Denn viele Japaner besitzen ihre Pager noch, auch wenn sie sie schon lange nicht mehr nutzen. Einige posteten zu diesem Anlass Bilder der alten Geräte online. Denn bald sind die Tage mit den nun veralteten, doch damals spitzenentwickelten Pagern endgültig gezählt.

Quelle: SoraNews24

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