Anzeige
HomeNachrichten aus JapanLifestyleEhemaliges Sento erlebt als Café großes Revival

Einige Tische werden als Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt

Ehemaliges Sento erlebt als Café großes Revival

Sento (traditionelle öffentliche japanische Badehäuser) waren früher in allen größeren Städten zu finden und erwiesen sich als gute Einnahmequelle für die Betreiber. Als die Menschen in Japan noch keine eigenen Bäder hatten, kamen die Leute dort zusammen, um zu Baden oder zu Duschen und Neuigkeiten auszutauschen.

Anzeige

Heutzutage lässt die Nachfrage noch öffentlichen Badehäusern immer weiter nach. Allein in Tokyo sank die Zahl der Sentos von 963 im Jahr 2006 auf nur noch 499 im letzten Jahr. Viele Wohnungen verfügen mittlerweile über Badezimmer und die sozialen Netzwerke sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, wenn es darum geht, sich zu unterhalten oder Neuigkeiten weiterzugeben.

Sento erfindet sich neu

Auch das „Kaisaiyu“ war lange Zeit ein Sento, das allerdings auch die neuesten Entwicklungen nicht überlebt hat. Das Badehaus im Bezirk Taito, das in einem gut erhaltenen 90 Jahre altem Gebäude zu finden war, musste 2017 für immer seine Pforten für Bade-Gäste schließen. Allerdings lebt die Erinnerung daran in den Menschen aus der Region weiter, deswegen wurde das Kaisaiyu 2020 als Café wiedereröffnet. Gleichzeitig wurde ein Großteil des ursprünglichen Charmes erhalten.

LESEN SIE AUCH:  Japanische Muskelmänner werben für traditionelle Badehäuser

Unter dem Namen „Rebon Kaisaiyu“ verbindet es jetzt traditionelle Einrichtung mit modernem Angebot. Die Decken, Schuh-Regale, alte Uhren und ein großes Wandgemälde aus der Showa-Zeit (1926 – 1989) blieben erhalten. Das Café überlegte sich neue Möglichkeiten für seine Kunden interessant zu bleiben. Einige Räume können für private Veranstaltungen gemietet werden. Insgesamt stehen drei Modelle zur Verfügung, die sowohl die Nutzung des Cafés als auch des ehemaligen Umkleide-Raums sowie Verwaltungsbüros oder des gesamten Gebäudes enthält.

Sento neu erfunden
Traditionelles Gebäude mit Charme Bild: Rebon Kaisaiyu

Café und moderner Working Space

Der Bereich mit dem Fuji-Gemälde steht auch im Alltag als Büroraum zur Verfügung. Acht Tische, 15 Stühle und ein Whiteboard können für die Arbeit genutzt werden. Das Café sowie die Büroflächen können sowohl separat als auch gemeinsam gemietet werden. Der Stundensatz liegt bei 5.500 Yen (circa 42 Euro) pro Einheit. Wer einen Raum über längere Zeit bucht, erhält großzügige Rabatte. Auch stündliche Anmietungen sind in Absprache mit den Mitarbeitern des Cafés möglich.

Anzeige

Das „Rebon Kaisaiyu“ ist normalerweise zwischen 12 und 19 Uhr geöffnet, die Mietflächen stehen zwischen 10 und 22 Uhr zur Verfügung. Egal, ob man im ehemaligen Sento nur ein Eis genießt oder den Raum selbst für eine Veranstaltung bucht, alle Besucher fühlen sich direkt in eine andere Welt versetzt. Andere Häuser, den ein ebensolches Schicksal, wie dem Sento in Taito beschieden war, überlegen jetzt, ob für sie ähnliche Möglichkeiten denkbar wären.

Rebon Kaisaiyu
Modern Arbeiten und Genießen Bild: Rebon Kaisaiyu
  • Weitere Artikel zum Thema:
  • Tokio
Anzeige
Anzeige