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Einheimische japanische Hunde stehen kurz vorm Aussterben

Japanische Hunde sind nicht nur in Japan bekannt (jeder kennt die Geschichte von Hachiko dem Akita-Hund). Dennoch kann es sein, dass die einheimischen Hunde in Japan bald nur im Zoo zu sehen sind.

Während sich ein Teil der Japaner mit dem Problem der Haustiere, die in Pflegeheimen landen, auseinandersetzt, machen sich andere um die einheimischen Hunderassen sorgen.

Lokale Regierungen und Organisationen in den Gebieten, die den Rassen angehören, versuchen, das Interesse an solchen einheimischen Hunden zu wecken, um den Trend umzukehren.

Japanische Hunde, Welpen
Bild:min-petlife.com

In einem Zoo in Wakayama Anfang April kreischten die Kinder vor Freude, als zwei Hunde in Begleitung eines Zoowärters auftauchten. Die Kinder genossen es, Kishu-Hunde zu streicheln und zu fotografieren.

Kishu wurden schon vor dem Zweiten Weltkrieg als Jagdhunde eingesetzt und auch als Wachhunde gehalten. Aber heutzutage will sie kaum einer züchten.

Im vergangenen Herbst startete die Stadtregierung von Wakayama eine Welpenzucht im Zoo. Die Hunde werden normalerweise hinter Zäunen gehalten. Aber jeden Morgen und Nachmittag werden sie für 15 Minuten rausgelassen und von den Besuchern gestreichelt.

„Die Hunde sind immer noch Welpen, aber viele Menschen bewundern ihre Beweglichkeit und den würdevollen Ausdruck. Zuerst wollen wir, dass die Menschen den Reiz der Kishu-Hunde schätzen“, sagte ein Stadtbeamter.

Ein großer Hund hat auch große Bedürfnisse

Nach Angaben des Nihonken hozon-kai (Japanischer Hundeerhaltungsverband) nimmt die Population der japanischen Rassen weiter ab.

Unter den verschiedenen einheimischen Hunden sind die Zahlen der vier mittelgroßen Rassen von 5.140 im Jahr 1989 auf 689 im Jahr 2018 deutlich zurückgegangen. Es gibt sogar Bedenken, dass sie vollständig verschwinden könnten.

Der Hauptgrund für die schrumpfende Population der einheimischen Rassen ist ihre Größe. Japanische einheimische Hunde gelten zwar als „mittelgroß“, brauchen aber trozdem mehr Platz und längere Spaziergänge. Deswegen entscheiden sich die meisten Japaner für kleine westliche Rassen, die man sogar manchmal nur in der Wohnung hält.

„Da mittelgroße japanische Hunde ursprünglich Jagdhunde sind, könnten wir ihre einzigartigen Eigenschaften nutzen, um bei der Bekämpfung von Schäden durch Wildtiere zu helfen. Es ist ja ein Problem für ganz Japan. Wir müssen noch beweisen, dass sie in der Gesellschaft nützlich sind“, sagte Nihonken hozon-kais Tokyo Filialleiter Kazuaki Iwasa.

Seit etwa vier Jahren werden zwei Kishu-Hunde im Token Tado Country Club in Kuwana, Präfektur Mie, ausgebildet und zur Vorbeugung von Schäden durch Wildtiere eingesetzt.

Der Country Club hat häufige Besuche von Wildschweinen, Hirschen und Affen, die die Blumenbeete und das Gras auf dem Golfplatz beschädigen. Aber seit der Einführung der Kishu-Hunde gibt es offensichtlich einen spürbaren Unterschied.

„Die Hunde bellen instinktiv, wenn Tiere wie Affen in der Nähe sind, und verscheuchen sie. Ich bin sicher, dass sie auch auf anderen Golfplätzen nützlich sein würden“, sagte ein Vertreter des Clubs.

Japanische einheimische Hunde können auch mit Hilfe von Prominenten gerettet werden

Seit letztem Jahr erregt eine weitere japanische Rasse Aufmerksamkeit. Dafür sorgte die Goldmedaillengewinnerin im Eiskunstlauf bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang, Alina Zagitova.

Während der Vorbereitungen in Japan vor den Spielen sah Zagitova einen Akita-Hund in einer Zeitschrift und war begeistert.

Der Akitainu hozon-kai (Akita Hundeerhaltungsverein) erfuhr von ihrem Interesse an der Rasse und schenkte ihr im Mai letzten Jahres einen weiblichen Welpen.

Alina Zagitova mit Akita Hund
Bild:rsport.ria.ru

Die Präfektur Akita eröffnete 2018 neun Einrichtungen, in denen Besucher Akita-Hunde sehen können. Zuvor hatten Besucher den Mangel an Akita-Hunde-Sichtungen in der Präfektur, aus der sie stammen, beklagt.

Auch andere Mittel, wie z.B. Manga über den Shiba-Inu, werden vielleicht auch das Interesse an japanischen Hunden wieder erwecken.

Mieko Oguro, Professor an der Yamazaki University of Animal Health Technology, sagte: „Japanische Hunde sind lebende Kulturgüter. Ihr Verschwinden ist gleichbedeutend mit dem Verschwinden der Geschichte und Tradition einer bestimmten Region. Ich möchte, dass mehr Menschen ihren kulturellen Wert anerkennen.“

Quelle: YS

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