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Drei neue Filialen trotz Corona eröffnet

Eiscreme-Kette aus Okinawa will Japan erobern

Die Eiscreme-Kette Blue Seal war bisher ausschließlich in der Präfektur Okinawa zu finden. Das Eis war für viele Besucher eine kleine Attraktion, wenn sie sich in der Gegend aufhielten. Jetzt wurden neue Filialen in den Regionen Kanto, Chubu und Kinki eröffnet. Fehlende Touristen und Besucher wegen der Pandemie machten diesen Schritt nötig, um neue Einnahmequellen zu eröffnen.

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Schon am Anfang hatte der in Urasoe ansässiger Hersteller Foremost Blue Seal den Plan, mit einem Eis Okinawa-Liebhaber und Touristen anzusprechen. Diese Strategie soll auch in den neuen Filialen verfolgt werden, sodass nach der Pandemie wieder mehr Besucher in die südlichen Präfekturen Japans kommen.

„Geboren in Amerika, aufgewachsen in Okinawa“

Das Eis der Marke Blue Seal soll jetzt die Leckermäulchen in ganz Japan begeistern, sodass es auch ausländische Besucher von sich überzeugen kann. Auf diese Weise will das Unternehmen eine kulinarische Verbindung zwischen Okinawa und dem Rest Japans schaffen. Bereits Mitte Dezember 2021 wurde die erste Filiale im unterirdischen Einkaufszentrum Esca vor dem Bahnhof Nagoya eröffnet.

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Im Einkaufszentrum gibt es zwar viele Restaurants, die vorwiegend lokale Spezialitäten anbieten. Die neue Eisdiele fällt aber durch ihr helles Äußere, insbesondere durch ein auffällig Blau-Oranges Logo auf. Durch ihre außergewöhnlichen Geschmacksrichtungen wie Salz-Keks oder Zuckerrohr fällt das Angebot ebenfalls auf, weswegen immer wieder neugierige Kunden stehen bleiben.

Das erste Foremost Blue Seal-Eis wurde nach dem Zweiten Weltkrieg auf einem US-Militärstützpunkt hergestellt und an Soldaten verkauft. 1963 eröffnete die erste Eisdiele außerhalb des Stützpunktes, sodass auch die Einheimischen die besonderen Kreationen probieren konnten. Der Slogan der Marke lautet „Geboren in Amerika, aufgewachsen in Okinawa“.

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Die meisten Eis-Sorten werden bis heute in einer Fabrik in der Präfektur hergestellt. Da dort ein heißes und feuchtes Klima vorherrscht, wird das Eis mit Pflanzenöl hergestellt, um trotzdem eine erfrischende Note zu erreichen. Durch die Pandemie ist der Tourismus fast zum Erliegen gekommen, sodass auch die Absatzzahlen enorm sanken.

Eis in ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen
Eiscreme aus Okinawa erobert Japan Bild: Blue Seal

Fehlende Touristen bringen Unternehmen in Gefahr

Im Jahr 2020 brach die Zahl der Touristen in der Präfektur um 63 Prozent ein. Nur noch 3,73 Millionen Besucher konnten in Okinawa begrüßt werden. Der Umsatz von Foremost Blue Seal belief sich in diesem Jahr auf 1,8 Milliarden Yen (etwa 14 Millionen Euro), im Vergleich zum Vorjahr waren das 700 Millionen Yen (5,4 Millionen Euro) weniger.

Das Geschäft musste erkennen, dass die meisten Einnahmen durch Touristen generiert wurden. Obwohl es bereits vor der Pandemie Kooperationen über die Grenzen der Präfektur hinaus gab, musste man sich insgesamt breiter aufstellen. Das Unternehmen besitzt in Okinawa 24 Geschäfte. Um über die Grenzen der Präfektur hinaus die Produkte zu vertreiben, müssen die Franchise-Nehmer primär eine Bedingung erfüllen, sie müssen Okinawa und das Blue Seal-Eis lieben.

Alle Kunden sollen die Gelegenheit erhalten, die Präfektur zu fühlen. Auch immer mehr Restaurants und Lokale in Japan sind von der Begeisterung des Eises für seine Heimat überzeugt und nehmen deswegen die Foremost Blue Seal-Kreationen in ihre Speisekarte auf.

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