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Erdbeben in Japan – was könnt und müsst ihr tun?

Erdbeben sind in Japan eine allgegenwärtige Gefahr. Daher ist es wichtig, sich auf die möglichen Ereignisse gründlich vorzubereiten. Vor allem wenn ihr einige Zeit dort verbringen wollt, solltet ihr die wichtigsten Vorbereitungsmaßnahmen kennen.

Obwohl viele Gebiete in Japan umfassende Leitfäden auf Englisch und auch in anderen Sprachen veröffentlichen, helfen diese in der akuten Gefahrensituation nicht direkt weiter. Denn oft wissen viele Touristen gar nicht wie oder wo sie diese Informationen finden können. Die Informationen der Regierung sind wie zum Beispiel „Tokyo Busai“ („Disaster Preparedness Tokyo“) sehr detailliert. Zudem enthalten sie hilfreiche Illustrationen und ausführliche Hinweise was vor während und nach einem Erdbeben zu tun ist. Des Weiteren bieten sie auch ein kurzes Quiz am Ende des Informationsheftes, mit dem ihr selbst prüfen könnt, wie gut ihr euch die wichtigen Informationen gemerkt habt. Dennoch folgen noch ein paar Hinweise, vor allem wenn ihr als ausländische Touristen in eine solche Situation geratet.

Was ist vor einem Erdbeben zu tun?

Ihr solltet als erstes zu eurer Botschaft in Japan gehen und euch dort registrieren lassen. Zudem solltet ihr die wichtigsten Evakuierungsrouten kennen oder euch zumindest irgendwo notieren. Nicht nur von eurer Unterkunft aus, sondern auch von den Orten aus, die ihr besuchen wollt. Am besten druckt ihr euch Karten aus, denn im Notfall könnt ihr euch nicht auf Google Maps verlassen. Zudem solltet ihr ein kleines Notfall-Kit für Erdbeben besitzen.

In dieses gehört eine Liste der wichtigsten Telefonnummern, falls das Handy nicht mehr funktioniert, leer ist und kein Strom zum Aufladen zur Verfügung steht. Zu diesen Nummern gehört am besten auch die der Botschaft. Zudem solltet ihr ein wenig Wasser und nicht verderbliche Lebensmittel bereithalten. Auch eine Taschenlampe, Batterien und Kopien wichtiger Dokumente sind ein wichtiger Teil davon. Zudem ist es nie verkehrt, ein wenig Vokabular für Notfälle aufzubauen und Worte zu lernen, die in Durchsagen genannt werden könnten. Das heißt zum Beispiel die Worte für Erdbeben, Tsunami oder Tornado.

Während eines Erdbebens: Drop, Cover, Hold

Drop ist das Absenken des Schwerpunktes. Bei einem Erdbeben könnt ihr je nach Stärke schnell den Halt verlieren. Um nicht zu stürzen, hockt, kniet oder setzt euch hin. Cover steht für das Abdecken von Kopf und Nacken. Denn diese Körperteile sind ganz besonders verletzlich. Vor allem, wenn Gegenstände aus Regalen oder von der Decke fallen. In den Stadtgebieten kommen zusätzlich die Gefahren durch Glasscherben, Ziegel oder Zement hinzu. Seid ihr draußen, nutzt also bei einem Erdbeben Tasche, Rucksack oder eine Handtasche, um damit Kopf und Nacken zu schützen.

Zuletzt hilft der Rat Hold, um nicht umhergeschleudert zu werden. Denn obwohl die meisten Erdbeben nur etwa 10 Sekunden dauern, könnte jedes doch ein besonders großes Beben sein. Dann kann es mehrere Minuten dauern und im Verlauf auch noch stärker werden. Sucht euch also etwas, woran ihr euch festhalten könnt. Denn nichts ist schlimmer, als bei einem heftigen Beben durch die Gegend geschleudert zu werden. Dabei kann es zu schweren Verletzungen kommen und ihr seid zudem nicht mehr in der Lage, euren Kopf und Nacken richtig zu schützen. Alle runterfallenden Gefahren sind so um ein Vielfaches gefährlicher.

Seid ihr in öffentlichen Verkehrsmitteln, wenn ein Erdbeben auftritt, so befolgt die gleichen Richtlinien. Lasst euch fallen, geht weg von den Fenstern und schützt die verletzlichen Körperteile. Bleibt ruhig und achtet auf Anweisungen des Personals. Auf diese Weise ist es am wahrscheinlichsten, die Situation so unbeschadet wie möglich zu überstehen.

Nach dem Erdbeben, wenn ihr alles überstanden habt

Seid ihr in einer Küstenregion, wartet nicht auf eine offizielle Tsunami-Evakuierung. Macht euch sofort auf den Weg zu einer Anhöhe und weg vom Meer. Nichts ist in dem Moment wichtiger, als sich vor einem möglichen Tsunami in Sicherheit zu bringen. Falls ihr unter Trümmern eingeschlossen seid, bedeckt euren Mund. Um Rettungskräfte auf euch aufmerksam zu machen, schlagt rhythmisch an ein Rohr oder an die Wand. Vermeidet es dabei, zu schreien. Denn auf diese Weise spart ihr Energie und Sauerstoff.

Was Kommunikation angeht, kann es nach einem Erdbeben ziemlich schwierig sein. Oft sind Telefonleitungen nicht mehr verfügbar. Versucht also SMS-Dienste oder Kommunikations-Apps über das Internet. Nach der Katastrophe im März 2011 schreiben viele Japaner via Twitter mit Familie und Freunden. Zudem solltet ihr auch Aufzüge besser vermeiden. Denn selbst wenn das Schütteln der Erde scheinbar aufgehört hat, kann es noch immer Nachbeben geben. Vor allem in Aufzügen herrscht große Gefahr, damit abzustürzen oder eingeschlossen zu sein. Benutzt also im Zweifelsfall lieber die Treppe.

Um das Wichtigste noch einmal zusammenzufassen: schützt euch bei einem Erdbeben. Am besten solltet ihr euch dabei auf dem Boden hocken und irgendwo festhalten. Nach einem Beben werdet euch eurer Umgebung bewusst, nutzt lieber Handys zur Kommunikation und bewahrt vor allem Ruhe. Auf diese Weise steigen eure Chancen, unbeschadet oder ohne schwerere Verletzungen eine Katastrophe zu überstehen.

Quelle: JapanTimes

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