Event in Tokyo stellt schlimmsten Arbeitgeber Japans vor

Der japanische Tag der Arbeit fällt dieses Jahr auf den 23. November, einen Freitag. Viele Menschen freuen sich auf ein verlängertes Wochenende. Wer einen Teil seiner Freizeit damit verbringen möchte, den schrecklichsten Arbeitgeber Japans kennenzulernen, erhält an diesem Tag in Tokyo die Gelegenheit dazu.

Im letzten Jahr kam der Begriff „Schwarze Unternehmen“ in der japanischen Gesellschaft in Mode, um Arbeitgeber zu beschreiben, die sich wenig oder gar nicht um das Wohlergehen ihrer Mitarbeiter kümmern. Gemäß einer Studie wollen 25 Prozent der befragten Angestellten ihren Chef töten, was beweist, dass die Anzahl solcher Firmen recht hoch ausfällt.

Für diejenigen, die das Gefühl bisher noch nicht kannten, bietet die fiktive Super Miracle Happy Corporation, die ihren Sitz in Shinjuku hat, eintägige Arbeitsmöglichkeiten in ihrem Büro an. Der Medienkonzern stellte eine Anzeige online, in der man die Stelle ausschrieb. Während sich das Angebot auf den ersten Blick noch sehr gut anhört, kommt bald der Hinweis, dass Bewerber auf jeden Fall sehr viel Ausdauer mitbringen müssen und sich nicht beschweren dürfen. Auch das Werbebild der Veranstaltung mit dem Titel „Black Holiday“ spricht Bände.

Stellenanzeiger schreckliches Unternehmen
Bild: Super Miracle Happy Corporation

Die Mitarbeiter der Super Miracle Happy Corporation sind in Wirklichkeit Schauspieler der Kodomo Kyojin Schauspielgruppe, die ihren Auftritt auf wahren Begebenheiten aus der japanischen Arbeitswelt aufbauen. Während die genauen Arbeitsbedingungen noch geheim sind, veröffentlichten die Verantwortlichen einige Geschichten, die ihnen während ihrer Recherche erzählt wurden:

  • „Wenn mein Chef einen Mitarbeiter nicht mag, lässt er ihn an seinem Schreibtisch stehen, während er selbst weiterarbeitet. Er ignoriert ihn dann für vier bis sechs Stunden, während er einfach am Computer spielt.“
  • „Meine Kollegen und ich brauchten einen Rückzugsort für eine Besprechung. Wir wurden für mehrere Stunden in einer Einzimmerwohnung in der Nähe unseres Büros eingesperrt.“
  • „Ein Mitglied des Vorstands meiner Firma, bei dem es sich um den Sohn des Präsidenten handelte, nahm mich abends aus einer Bar mit in sein Zimmer und versuchte zwei Stunden lang mich zu überzeugen, mit ihm nach Okinawa zu reisen. Zum Schluss wurde er wütend, weil ich mich nicht schnell genug entscheiden konnte, ob ich mitkomme oder nicht.“

Arbeitgeber aus der Hölle sucht Angestellte

Das Horror-Unternehmen sucht insgesamt 30 Mitarbeiter, die in zwei Schichten dort arbeiten können. Die erste Gruppe startet um 13:00 Uhr, die Zweite um 18:00 Uhr. Jeder „Arbeitstag“ dauert 90 Minuten, wobei Überstunden, wie bei „Schwarzen Unternehmen“ üblich, im Bereich des Möglichen liegen. Die Veranstalter versprechen, dass die Teilnehmer ihre Chefs hassen werden, weisen gleichzeitig aber auch darauf hin, dass es sich um Schauspieler handelt. Deswegen empfiehlt man einfach die Kündigung einzureichen, bevor sich ein Arbeiter zu Handgreiflichkeiten hinreißen lässt.

Der „Black Holiday“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stellenvermittler Tenshoku und Career Up und richtet sich vorrangig an Arbeitnehmer, die bei einem schlechten Unternehmen arbeiten, bisher aber nicht die Kraft finden, zu kündigen oder zumindest die Missstände anzusprechen. Gleichzeitig hoffen die Veranstalter, dass Manager und leitende Angestellte die Aktion nutzen, um mehr Empathie für ihre Mitarbeiter zu entwickeln.

Die Anmeldung ist online über die Webseite des Black Holiday möglich. Teilnahmegebühren fallen nicht an, allerdings gibt es auch keine Bezahlung.

SourceIt-Media

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