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HomeNachrichten aus JapanLifestyleHistoriker bringen Lieblingsgerichte Mori Ōgais wieder auf den Tisch

Wer die speziellen Menüs probieren möchte, muss nach Shimane reisen

Historiker bringen Lieblingsgerichte Mori Ōgais wieder auf den Tisch

Der Autor Mori Ōgai wird auch heute noch als literarisches Genie in Japan verehrt. Der Japaner, der als Militärarzt Karriere machte, wurde später einer der einflussreichsten modernen Schriftsteller des Landes. Mit scharfem Auge hatte er immer einen tiefen Blick in die menschliche Psyche.

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Mori Ōgai lebte in der Stadt Tsuwano (Präfektur Shimane). Eine Gesellschaft, die in der Präfektur Ryokan betreibt, hat damit begonnen, die historischen Lieblingsgerichte Moris nachzukochen. Als Grundlage dienten dabei die Erinnerungen seiner Töchter und nahestehender Personen. In diesem spiegelt sich auch Moris Besessenheit von Sauberkeit wider.

Vom Arzt Rintarō zum Schriftsteller Mori Ōgai

Mori Ōgai kam als ältester Sohn der Familie Mori auf die Welt und erhielt ursprünglich den Namen Rintarō. Die Familie brachte viele Ärzte hervor, die in der Domäne Tsuwano einen hervorragenden Ruf hatten. Schon im Alter von fünf Jahren begann der junge Rintarō mit dem Studium der Schriften des Konfuzius.

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Auch er studierte Medizin und nach seinem Abschluss an der Universität von Tokyo diente Mori als Militärarzt. Nach seiner Pensionierung wurde er Direktor des „Kaiserlichen Museums“ in Tokyo. Die Familie Moris hinterließ viele Bücher und schriftliche Berichte, die auch die Ernährungsgewohnheiten der Familienmitglieder umfassen. So erinnert sich seine zweitälteste Tochter daran, wie ihr Vater zwanghaft auf Hygiene bedacht war.

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Unter anderem hielt der Schriftsteller seine Kinder von klebrigen Lebensmitteln fern und aß selbst keine rohen Früchte. Er hatte eine Vorliebe für Pflaumen, Aprikosen und Pfirsiche, die er aber nur frisch und in gekochter Form zu sich nahm. Direkt nach seinem Medizin-Studium reiste Ōgai nach Deutschland, wo er Hygiene und Bakteriologie studierte.

Eine seiner Leibspeisen waren unter anderem geröstete Süßkartoffeln. Nach dem Rösten waren die Kartoffeln seiner Meinung nach absolut keimfrei und als süßer Snack hervorragend geeignet. Der Historiker Koji Yamaoka aus Shimane erklärte, dass Ōgai so von Sauberkeit besessen war, dass er seinen Kindern nicht erlaubte, ungekochtes Wasser zu trinken.

Mori Ogai bittet zu Tisch
Leibspeisen von Mori Ōgai Bild: AS

12 Leibspeisen des Schriftstellers werden serviert

In diesem Jahr begeht Shimane den 160. Todestag seines berühmten „Sohnes“, und aus diesem Anlass hat der Verband der Ryokan-Betreiber beschlossen, in Zusammenarbeit mit Yamaoka erneut die Lieblingsgerichte des berühmten Autors zu kochen und sie den Gästen anzubieten. Insgesamt 12 Speisen ließen sich aus den Quellen rekonstruieren und können in bestimmten Ryokan in Shimane probiert werden.

Unter anderem hatte Mori Ōgai eine Schwäche für Sashimi, wobei seine Version nicht roh verzehrt wird. Der Gast erhält zusätzlich einen heißen Topf mit Dashi-Brühe, die mit Sojasoße, Mirin und Sake zubereite wird. Darin wird das Fischfleisch eingetaucht und somit vorgegart. Außerdem aß der Autor sehr gern Manjū Chazuke. Dabei handelt es sich um eine Schüssel mit Reis und grünem Tee, der auf einem speziellen Brötchen liegt, das mit einer süßen Paste aus Azukibohnen gefüllt ist.

Ryokan in Shimane servieren historische Gerichte
Manjū Chazuke Bild: AS

Durch seine Zeit in Deutschland kam der japanische Autor auch mit festlichen Speisen in Kontakt. Vor allem Kroketten und Kohlrouladen, nur mit Salz und Pfeffer gewürzt, haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen und gehören ebenfalls zu den wieder entdeckten Leibspeisen Moris. Des Weiteren können sich die Gäste über Tempura mit Aal und einige weitere Gerichte freuen.

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