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Immer weniger junge Japaner heiraten

Immer weniger junge Leute in Japan wollen heiraten. Die Statistiken des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales zeigen den aktuellen Trend.

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Jedes Jahr veröffentlicht das Ministerium die Zahlen der Eheschließungen, die in Japan zwischen Januar und Oktober stattfanden. 2017 schlossen in dieser Zeit insgesamt 607.000 Paare den Bund fürs Leben. Das waren knapp 13.000 weniger als noch im gleichen Zeitraum des vorangegangenen Jahres. Somit ist die Anzahl junger Japaner, die den großen Schritt wagen das fünfte Mal in Folge rückläufig. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist dieses Ergebnis ein absoluter Negativ-Rekord.

Das Ministerium geht davon aus, dass die sinkenden Zahlen bei den Hochzeiten auf die abnehmende Anzahl junger Leute zurückzuführen sind. Da auch die Geburtenrate immer weiter sinkt, müssten schnell Veränderungen in der Gesellschaft vorgenommen werden, empfiehlt das Ministerium. So sollen die Ehe und das Kinderkriegen wieder populärer gemacht werden. Konkrete Vorschläge wurden allerdings bisher noch nicht genannt.

Vor allem die hohen Betreuungskosten für Kinder und steigende Kosten im Bildungssystem kritisierte das Ministerium. Auch seien die japanischen Unternehmen verantwortlich, die Heirat und Kindererziehung immer noch als nicht mit einer beruflichen Karriere vereinbar darstellten.

Was bei der Auswertung der Statistik nicht zur Sprache gebracht wurde, ist die Tatsache, dass auch die Akzeptanz unverheirateter Paare in der letzten Zeit gewachsen ist, sodass heiraten einfach nicht mehr als so notwendig angesehen wird. Inzwischen ist es normal, wenn sich ein unverheiratetes Paar eine Wohnung teilt, solange man nicht vorhat eine Familie zu gründen. Erst wenn Kinder ins Spiel kommen, ändert sich diese Meinung, denn als unverheiratete Frau schwanger zu sein, gilt immer noch als verpönt.

Hochzeit Shintō
Bild: Flickr / Jen B
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Parallel zur Anzahl der Hochzeiten sank aber auch die Scheidungsrate im Jahr 2017. Nur 212.000 Paare ließen sich offiziell scheiden, das sind 4.800 weniger Trennungen als 2016. Dabei handelt es sich um die niedrigste Rate seit 20 Jahren. Vielleicht ist es aber auch so, dass die jungen Japaner erst dann heiraten, wenn sie sich sicher sind, dass der Partner auch wirklich zu ihnen passt.

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