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Die längste je in Japan vollzogene Haftstrafe endet

Japaner nach über 60 Jahren in Haft auf Bewährung freigelassen

Vor wenigen Tagen wurde ein Mann über 60 Jahre nach Verbüßung einer lebenslangen Haftstrafe aus dem Gefängnis in Kumamoto auf Bewährung entlassen. Die Identität des Japaners und weswegen der Mann verurteilt wurde, ließen die offiziellen Meldungen offen. Damit endet die längste je in Japan verbüßte Gefängnisstrafe.

Der Verurteilte kam 1959 ins Gefängnis und wurde jetzt freigelassen, weil von ihm keine Gefahr mehr auszugehen scheint. Außerdem musste er einen festen Wohnsitz vorweisen, um Bewährung zu erhalten. Lebenslänglich bedeutet in Japan eine „unbefristete“ Zeit hinter Gittern. Mit zunehmender Lebensdauer werden auch die Strafen länger. Seit 2009 beträgt die durchschnittliche Dauer einer solchen Strafe mehr als 30 Jahre, Tendenz steigend.

Leben nach der Haft als Herausforderung

Gleichzeitig steigt die Herausforderung, so alte Sträflinge wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Zwar seien diese älteren Menschen Musterbeispiele, aber es erweist sich als schwierig, sie in Resozialisierung-Maßnahmen unterzubringen. Es erfordert eine gemeinsame Anstrengung der Regierung, der Gefängnisse und lokaler Unterstützer, um diese Heranführung an das Leben außerhalb der Anstalten zu schaffen. Trotzdem sind viele Menschen skeptisch, dass Menschen nach so langer Zeit im Gefängnis wieder Teil der Gesellschaft werden können.

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Viele machen sich Sorgen, dass die nunmehr alten Menschen mit der modernen Welt, wie sie sich aktuell präsentiert, überfordert sind. Gleichzeitig steht die finanzielle Frage im Raum, denn die Entlassenen müssen ihren Alltag bestreiten, ohne groß in entsprechende Systeme eingezahlt zu haben.

Leben im neuen Alltag

Natürlich hat der jetzt entlassene Japaner nicht 61 Jahren abgeschottet von der modernen Welt und ihren Möglichkeiten verbracht. In den meisten japanischen Gefängnissen gibt es immer wieder „Tage der offenen Tür“, die von vielen Menschen wahrgenommen werden, weswegen die Häftlinge auch mit der Welt außerhalb des Gefängnisses in Kontakt kommen.

Allerdings bleiben die vielen kleinen Herausforderungen des Alltags und die Regeln in der Gesellschaft, die sich im Laufe der Zeit verändern. Deswegen ist zu erwarten, dass die Rückkehr in die Freiheit nach so langer Zeit für den Häftling schon ein kleiner Schock ist. Es bleibt zu hoffen, dass er Menschen an seiner Seite hat, die ihm diesen Übergang aus der Haft so einfach wie möglich gestalten.

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