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Japaner wollen sich vermehrt neben ihren Haustieren begraben lassen

Ein Hund oder eine Katze sind teilweise wie Familienmitglieder. Die Menschen lieben sie, manchmal geht diese Liebe allerdings ein wenig zu weit. Immer mehr Japaner lassen sich als letzten Wunsch neben ihren Haustieren bestatten.

Dies ist nicht immer einfach. Vor allem buddhistische Priester mussten sich erst an diese Praxis gewöhnen, denn auch für die geliebten Vierbeiner soll der Weg ins nächste Leben passend geebnet werden.

Vor etwa 15 Jaahren begann ein privater Friedhof in Machida, Bestattungen für Menschen und ihre Haustiere anzubieten. Alle Grablegen sind mittlerweile ausverkauft. Auch Begräbnisse unter Bäumen gehören inzwischen zum Angebot. Allein in diesem Jahr gab es bisher 40 Anfragen. Teilweise sind es ganze Familien, die gemeinsam mit ihrem Haustier in einer Grablege zusammen ruhen.

Familiengrab mit Haustier
Bild: Hikari Maruyama

Gemeinsame Gräber sind bisher eine Seltenheit

Die Japan Pet Food Association geht davon aus, dass es im vergangenen Jahr in Japan 18,55 Millionen Hunde und Katzen in japanischen Haushalten als Haustiere gehalten wurden. Die Anzahl der Familien mit Kindern unter 15 Jahren liegt weit darunter.

Zenkoku Pet Reien Kyokai, der Verband der japanischen Haustierfriedhöfe, sagt, gleichzeitig gäbe es rund 90 Betreiber von Tierfriedhöfen und insgesamt 600 Friedhöfe nur für Haustiere. Allerdings ist es dort nicht möglich, auch Menschen neben ihren Tieren begraben zu lassen.

Die einzige Ausnahme stellt bisher der Gyoranji-Tempel in Tokyo dar, der dies seit knapp 50 Jahren erlaubt. Die Priester sagen, die Anträge für gemeinsame Bestattungen kamen von Menschen, die auf anderen Friedhöfen mit diesem Ansinnen keinen Erfolg hatten.

Norihisa Satake, der Gouverneur der Präfektur Akita lebt mit sieben Katzen zusammen. Eine davon ein Geschenk des russischen Präsidenten. Er ist gleichzeitig Oberhaupt eines eigenen Familien-Tempels, die als Ruhestätte für seine Vorfahren gilt. Er wollte eine seiner Lieblinge neben dem Tempel begraben lassen, was abgelehnt wurde. Auch er erklärt, dass für viele ältere Menschen ein Haustier wie ein Kind ist, dass man nicht allein lassen möchte.

Die meisten Friedhöfe erlauben die Bestattung menschlicher Überreste. Für Tempel und private Friedhöfe gibt es keine festen Regeln, die eine gemeinsame Bestattung verbieten. Die buddhistische Lehre macht solche gemeinsamen Grablegen schwierig, da Haustiere in das Reich der Tiere gehören und Menschen auch als Tiere wiedergeboren werden könne, weswegen eine gemeinsame Grablege negativen Einfluss haben könnte.

Ein weiterer Faktor besteht darin, dass viele Menschen die Idee einer gemeinsamen Bestattung von Menschen und Tieren abschreckt. Allerdings lassen sich langsam Veränderungen, angestoßen durch buddhistische Priester, erkennen.

Eine Herausforderung für die Religion

In der Jodo-Sekte tobt weiterhin eine Debatte darüber, ob das Paradies auch für Haustiere offensteht. Mehr als 200 Priester nahmen im Februar an einer offenen Diskussion teil, die sich mit diesem Thema befasste. Bisher gehen die Priester davon aus, dass Haustieren dieser Weg versperrt bleibt, weil sie nicht zu Buddha beten können. Allerdings könnten auch die Besitzer für ihre Haustiere bei einer Gedenkfeier beten, damit sie beim nächsten Mal als Mensch wiedergeboren werden.

Andere Priester vertreten die Meinung, eine Gedenkfeier reicht, um Zugang zum Paradies zu erhalten. Sie gehen davon aus, dass die Tiere dort die für sie richtige Form annehmen. Deswegen sehen die Priester auch kein Problem darin, ein gemeinsames Grab zu benutzen. Viele Priester wollen die Familien in ihrer Trauer um ein geliebtes Haustier nicht allein lassen. Deswegen seien diese Debatten wichtig, um eine gemeinsame Basis zu finden, die für eine Vielzahl vertretbar ist.

Quelle: AS

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