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Junge Frau folgt ihrem eigenen Schönheitsweg

Japanerin spricht über veraltete traditionelle Schönheitsstandards

Japan ist ein modebewusstes Land und die Menschen sind besonders stilvoll. Zahlreiche YouTuber zeigen sich in extravaganter Straßenmode wie Lolita oder Chicana und auch auf den Straßen sieht man viele Menschen, die besonders gut gekleidet und herausgeputzt sind.

Diese stilvollen Trendsetter fallen zwar ins Auge, erfordern aber oft einen doppelten Blick. Dieses imagebewusste Land hat nämlich auch eine dunkle Seite. Viele junge Menschen berichten über ein geringes Selbstwertgefühl und ein schlechtes Körperbild ist zunehmend ein Problem, vor allem bei jungen Frauen.

Ein anderer Blick auf Schönheit

Genau wie jede andere Kultur hält auch die japanische Kultur eine Handvoll körperlicher Eigenschaften für schön. Westler, die in dem Inselstaat leben, wurden wahrscheinlich durch Komplimente, die auf ihre „hohe Nase“ abzielten, verwirrt.

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Japaner bewundern oft Personen mit einem hohen Nasenrücken. Die meisten japanischen Ureinwohner haben nämlich einen niedrigen Nasenrücken und viele sind neidisch auf diese Eigenschaft, die sie für schön halten.

Natürlich gibt es noch andere gängige Vorstellungen von Schönheit, von denen einige auch für Außenstehende schwer zu verstehen sein mögen. Auf ihrem YouTube-Kanal spricht die Japanerin Ryo über den Druck, dem japanische Frauen ausgesetzt sind, diese Ideale aufrechtzuerhalten und darüber, was passiert, wenn sie sich dagegen entscheiden oder dazu nicht in der Lage sind.

Braune Haut als hässlich

Ryo springt direkt in japanische Schönheitsstandards. Die YouTuberin gibt schnell zu, dass sie die Regeln beugt, wenn es darum geht, was in ihrem Heimatland als attraktiv gilt. Trotzdem „schert sie sich einen Dreck darum“ und meint, es sei wichtig, dass andere das auch so empfinden.

Braune Haut gilt als dreckig
Braune Haut gilt als dreckig. Bild: unsplash

Unabhängig davon gilt in der japanischen Kultur weiße, helle Haut schon lange als angenehm für das Auge. Es gibt nun sogar spezielle Sonnenbänke, die nicht bräunen, sondern das Kollagen in der Haut wieder herstellen und die Haut weißer wirken lassen.

Diese Schönheitsnorm entwickelte sich wahrscheinlich, als in der Asuka-Periode Bleichmittel aus China importiert wurden. Privilegierte Menschen benutzten diese Kosmetika und der blasse Teint, den sie zeigten, wurde zu einem geschätzten Merkmal.

In den 1990er und 2000er Jahren entwickelte sich jedoch ein Gegentrend. Diese Frauen hatten dunkel gebräunte Haut und trugen schweres Make-up. Laut Ryo könnte dieser Trend Teil eines größeren Rückschlags für strenge soziale Normen gewesen sein.

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Japan ist ein Land, das Wert auf Uniformität legt. In dieser Zeit entschieden sich viele Menschen zunehmend dafür, ihrer Individualität Ausdruck zu verleihen, was sie durch lautere Modeentscheidungen taten.

Insgesamt ist Ryo der Ansicht, dass dies eine gesunde Denkweise ist. Der Einzelne muss nicht den Erwartungen anderer an Schönheit entsprechen, sondern sollte stattdessen tun, was für ihn am besten ist.

Ryo genießt es, dunklere Haut zu haben, auch wenn sie traditionell nicht schön ist. Für sie fühlt sich dunklere Haut gesund an, und die Sonnenbestrahlung hilft ihr, ihre Akne unter Kontrolle zu halten. Nur weil sie eine Frau ist, bedeutet das nicht, dass sie dasselbe tun muss wie alle anderen Frauen auch.

Groß sein in Japan

Auch die Größe einer Frau wirft oft Probleme in den Raum. Ryo ist überdurchschnittlich groß. Genauer gesagt ist sie 1,81 Meter groß. Leider ist es für sie in Japan nicht besonders angenehm, so groß zu sein.

Natürlich sind in einem kompakten Inselstaat die Annehmlichkeiten und Strukturen in Japan typischerweise klein. Das bringt Probleme für große Menschen mit sich, die sich oft hinhocken und auf ihren Kopf im Alltag aufpassen müssen.

Außerdem sind die Bewohner Japans in der Regel nicht groß. Schließlich, so erinnert Ryo, ist der durchschnittliche Mann etwa 1,70 Meter groß. Das macht das Einkaufen von Kleidung für die YouTuberin zu einer besonderen Herausforderung.

Ryo sucht oft eher westliche Kleidung und Importgeschäfte auf. Leider kann sie die meisten ihrer Einkäufe nur im Ausland erledigen.

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Schließlich stellt Ryo fest, dass große Frauen nicht den typischen Schönheitsstandards in Japan entsprechen. Die japanische Kultur bevorzugt vor allem zierliche Frauen, die als niedlich gelten.

Ryo erhielt wegen ihrer Größe viel negative Aufmerksamkeit, als sie aufwuchs und sie hatte große Schwierigkeiten sich anzupassen und mit ihren Unsicherheiten umzugehen, besonders als Teenager.

Sie fühlte sich oft von anderen verurteilt und musste sich mit Mobbing auseinandersetzen. Für einen jungen Menschen eine ziemlich harte Erfahrung.

Japaner bevorzugen kleine Frauen
Japaner bevorzugen kleine Frauen. Bild: Pakutaso

Dennoch ist Ryo eine erwachsene Frau, die jetzt ihre eigene Individualität und Schönheit erkennt. Sie weiß, dass sie für sich selbst Entscheidungen treffen muss und nicht leben muss, um die Erwartungen anderer Menschen zu erfüllen.

Das Erlernen der englischen Sprache und das Kennenlernen anderer Kulturen haben ihr geholfen, sich wohler mit sich selbst zu fühlen. Sie ist der Meinung, dass andere tun sollten, was sie tun müssen, um eine ähnliche Denkweise anzunehmen.

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