• News
Home News Lifestyle Japanische Schulranzen – eine liebenswerte Tradition
Anzeige

Japanische Schulranzen – eine liebenswerte Tradition

Japanische Schulranzen haben ein unverkennbares Design. Sie sind seit mehr als hundert Jahren Begleiter aller Schulkinder und sind über Generationen eine liebenswerte und unverwechselbare Tradition geworden.

Der Ursprung der Ranzen liegt wahrscheinlich in den Militärrucksäcken niederländischer Soldaten. Japans Regierung übernahm Teile des westlichen Militär-Looks. Diese „ransel“ (niederländisch für Ranzen) kamen ungefähr Mitte des 19. Jahrhunderts nach Japan. Seit 1885 werden sie auch als Schulranzen benutzt, nachdem Schüler einer Grundschule sie erstmals für Schulzwecke benutzten. Diese Schüler damals stammten noch aus der Aristokratie.

Einst mit der Rikscha zur Schule gefahren, entschied die Schulbehörde, dass das Tragen der Schulbücher mittels des Ranzens die Konstitution der Kinder stärkt. Seitdem ist der Schulweg ein Fußweg mit dem Ranzen auf dem Rücken. Die Ranzen waren damals immer aus Leder. Bis ca. 1950 waren diese noch ein Luxusgut, doch das änderte sich. Bald hatte jedes Kind in Japan einen. Die schwarzen waren für die Jungen, die roten für die Mädchen. Und das damalige Design ist auch heute noch unverkennbar in den neuen Schultaschen enthalten.

Japanischer Schulranzen rot
Bild: YouTube

Produktion und Design japanischer Ranzen

Die Schulranzen sind stabil wie Koffer. Das liegt in der Herstellung und dem Material begründet. Heute gibt es sie in 3 Varianten: Pferdeleder (sehr robust, kratz- und wasserfest), Kuhleder (lang haltend, passt sich der Körperform an) und Synthetik (weich, leicht, wasserfest). 6 Jahre muss so ein Ranzen halten – er ist der ständige Begleiter der Grundschulzeit. Und er wird von den Kindern oft stiefmütterlich behandelt. Daher muss er robust gefertigt werden. Die Herstellung erfolgt von teil-maschinell bis zur vollständigen Handarbeit. Doch zumindest die Nähte sollten per Hand gefertigt sein, denn dann hält der Ranzen über Jahre seine Form. Auch Schlüsselstellen wie die Ecken werden besonders verstärkt, dann hält er jeden Schulalltag aus.

Japanischer Schulranzen handgenäht
Bild: YouTube

Die Produktion schlägt sich im Preis nieder: vor 10 Jahren noch kostete ein Schulranzen um die 20 Tausend Yen (rund 165 Euro). Heute startet er bei 50 Tausend Yen (über 400 Euro) und kann bis über 100 Tausend Yen (über 800 Euro) kosten. Rund 6 kg wiegt heute ein Ranzen mit Inhalt. Daher wurde auch das Design der Träger verändert. Sie sollen sich dem Körper des Kindes anpassen. Auch wachsen sie mit und bieten eine Reihe an Funktionalitäten. Der Stauraum ist groß und stabil – nichts kann verrutschen. Seitlich finden sich Ösen, dort werden unter anderem Lunchbeutel befestigt. Auch kleine Anhänger und Charms mit den Wünschen der Eltern, die Kinder sollen gesund und heil den Schulweg bestreiten. Unverzichtbar: ein Alarmknopf für Notfälle. Und zwischen Deckel und Stauraum ist Platz für die Sportsachen.

Japanischer Schulranzen Stauraum
Bild: YouTube

Eine große Entscheidung für kleine Leute

Da der Ranzen für die gesamte Grundschulzeit die Kinder begleiten wird, ist der Kauf der Tasche ein kleines Familien-Event. Oft sind ganze 3 Generationen daran beteiligt. Denn Eltern wie Großeltern liefen mit ähnlichen Schultaschen zur Schule. Klassische Designs, kunstvolle Stickereien, populäre Figuren wie bspw. Hello Kitty und viele Farbvariationen bieten eine riesige Auswahl. In Japan noch ganz im Sinne der Tradition verwendet, sind diese Schulranzen international zum Fashion-Item geworden. Touristen kaufen sie für den alltäglichen Gebrauch und auch Stars sind damit schon gesichtet worden.

Quelle: NHK World

Rolling Sushi - Japan für die Ohren

Anzeige

Anzeige

Weitere Artikel

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige

Anzeige

Cookie-Einstellung

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und Werbung einblenden zu können,verwenden wir Cookies. Datenschutz | Impressum

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück