• News
  • Podcast
Home News Lifestyle Japanische Senioren setzen vermehrt auf Flohmarkt-Apps
Anzeige

Japanische Senioren setzen vermehrt auf Flohmarkt-Apps

Flohmarkt-Apps, die einen direkten Kontakt vom Verkäufer zum Käufer ermöglichen, sind in Japan bei jüngeren Leuten sehr beliebt. Jetzt setzen auch Senioren vermehrt auf diese Handelsmöglichkeit, um ihre Erinnerungen aus einem langen Leben an den Mann zu bringen.

Einst noch als Tabu verschrien, werden solche Angebote für ältere Leute bei Senioren immer besser angenommen. Viele leben allein und müssen ohne die Hilfe ihrer Kinder auskommen. Solche als Shukatsu bezeichneten Angebote sind aktuell ein beliebtes Schlagwort in Japan geworden. Seminare bieten Hilfe in allen Bereichen des Lebens. Von Erbschaftsfragen bis hin zu Bestattungsangeboten können sich Rentner auf verschiedene Art und Weise weiterbilden.

Vor allem Flohmarkt-Apps fürs Smartphone von Firmen wie Mercari oder Yahoo Japan helfen älteren Menschen, ihre Schränke allein auszumisten und Gegenstände, die sie für die letzte Zeit ihres Lebens nicht mehr benötigen, zu verkaufen. Auf diese Weise entlasten sie gleichzeitig ihre Erben, wenn diese kommen müssen, um die Wohnung leerzuräumen.

Während die Senioren an Seminaren teilnehmen, um zu lernen, moderne Apps zu bedienen, werden sie auch vor möglichen Fallstricken im Online-Handel gewarnt. Diese Shukatsu-Seminare finden vor allem in Vierteln statt, die bei älteren Menschen beliebt sind.

Ende Januar fand ein Seminar mit 10 Teilnehmern zwischen Ende 50 und Ende 70 statt, in dem die Senioren lernten, das Smartphone in ihrer Hand richtig zu benutzen, wenn es darum geht, Gegenstände per Online-Bild zu verkaufen. Die Dozenten weisen die älteren Leute auf alle wichtigen Aspekte bei einem Online-Geschäft hin. Schritt-für-Schritt-Anweisungen helfen den Leuten, alles Wichtige zu bedenken.

Viele ältere Leute, vor allem Frauen, interessieren sich für Flohmarkt-Apps, weil sie besonders viel Kleidung und jede Menge altes Geschirr haben, das sie selbst bereits geerbt haben. Diese Sachen wollen die Frauen loswerden, solange sie noch selbst dazu in der Lage sind, solche Geschäfte zu tätigen.

Viele Teilnehmer beginnen direkt nach den Seminaren, mit ihrem Smartphone Kleidung und andere Gegenstände, die bisher meist nur noch herumlagen, per Flohmarkt-App online zu verkaufen. Eine besonders geschäftige Verkäuferin postete 80 Artikel und konnte mit diesen innerhalb von zwei Monaten 150.000 Yen (ca. 1.220 Euro) verdienen.

Shukatsu – das Geschäftsleben älterer Menschen

Eine Firma, die Shukatsu-Events in Tokyo durchführt, hat dort auch ihren Sitz. Aktuell umfasst das Angebot rund 20 Workshops, die hauptsächlich im Stadtgebiet stattfinden. Das Unternehmen gibt es seit Anfang 2018 und mittlerweile sind auch die ersten Kurse in Osaka erfolgreich angelaufen. Vor allem Veranstaltungen rund um die Nutzung von Flohmarkt-Apps oder ähnlichen Online-Angeboten seien im ganzen Land sehr gefragt, erklärte der Vorsitzende eines solchen Unternehmens.

Mercari ist eine Flohmarkt-App, die aktuell mehr als 10 Millionen Nutzer pro Monat verzeichnet. Dort stieg die Anfrage nach „Shukatsu“ oder ähnlichen Keywords im vergangenen Jahr um das 2,5-fache an. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass die Zahlen der Senioren, die die App nutzen, weitersteigen werden. Die Anbieter wollen durch Veranstaltungen und Hilfsangebote das Bewusstsein für ihren Service bei älteren Menschen weiter schärfen.

Bild: Pixabay

Während Flohmarkt-Apps als praktische Werkzeuge immer beliebter werden, entstehen durch die enge Verbindung zwischen Verkäufer und Käufer auch immer mehr Probleme. Das National Consumer Affairs Center of Japan erklärte, dass die Anfragen auf Schlichtung bei solchen Geschäften von 173 im Geschäftsjahr 2012 auf 4.406 im Jahr 2018 stiegen. Viele dieser Probleme befassten sich mit Online-Flohmarkthandel.

Nach Angaben des Zentrums beschwerten sich viele Verbraucher, weil sie online von den Verkäufern getäuscht wurden, was die Art, Qualität oder den Zustand der angebotenen Artikel anging. Das Verbraucherzentrum warnte die Öffentlichkeit bereits vor Online-Flohmärkten. Die entsprechenden Streitigkeiten müssen immer zwischen den handelnden Parteien geklärt werden. Die staatlichen Stellen greifen in solchen Fällen in der Regel nicht ein.

Quelle: Kyodo

Rolling Sushi - der Japan-Podcast von Sumikai

Rolling Sushi - Japan für die Ohren

Anzeige

Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige

Cookie-Einstellung

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und Werbung einblenden zu können,verwenden wir Cookies. Datenschutz | Impressum

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück